unfreiwillige selbstkontrolle

und dann, wenn man accidentally nachts an daily-talk-dreck vorbeizappt, wo wieder irgendwelcher white trash aus vororten von saarbrücken oder görlitz kein geld für einen vaterschaftstest hat und sich diesen von rtl bzw. eingehenden zuschauer-kurznachrichten ("welches ist der vorname von oliver geißen? schicken sie 'a' für oliver oder 'b' für geißen an ..") und einschaltquoten cross-finanzieren läßt, dieser eigenartige gedanke, – ob das kind, dessen eltern sich da vor millionen armseliger bild-leser gerade darüber streiten, ob papa wirklich papa ist, ob dieses kind jemals eine aufzeichnung dieser sendung zu sehen bekommt, wenn es erstmal klar denken kann? wie fühlt man sich, wenn man mit mitte 20, nachdem sich die eltern totgesoffen haben und man das "erbe" plündert, die aufzeichnung einer solchen show findet und sie sich ansieht? haben solche eltern genügend reststolz, um das wissen über diesen "auftritt" mit ins grab zu nehmen, wenn aus dem kind mal was geworden sein sollte? sehen sich solche menschen, wenn sie von der aufzeichnung nach hause kommen, noch im spiegel (an)? was sind das für zustände, was sind das für umstände, was für ein milieu muß das sein, um so tief zu sinken, daß man sich über all das vorher keine gedanken macht? wie fühlt sich ein sagenwirmal 11jähriger (mal vorausgesetzt, er ist nicht schon vergleichbar verkorkst worden), der sieht, daß seine mutter vor 10 jahren im fernsehen dinge wie "nein, keine ahnung, ich war zu besoffen um zu merken, mit wem ich da gefickt habe" gesagt hat? mag diese leute nicht doch irgendwer vor sich selbst schützen? so als kleinen beitrag für eine bessere welt?

[ frank l. | 2005-01-19 | 04:24 | # ]

tunespoon

'n alter hut (wie so vieles derzeit hier), der vollständigkeit (wer hat da "image" gerufen?) halber dennoch: tunespoon. gute sache, sehr gute sache.

[ ich hatte mir ja fest vorgenommen gehabt, mit den 25 millionen euro, die ich vor einigen wochen im lotto zu gewinnen plante, einen musiksender ("imv2" – in memoriam viva 2) zu gründen, werbefrei, und mit den guten leuten [tm] innerhalb von rund 18 monaten die gesamte summe damit zu verbraten, ausschließlich tolle musik zu zeigen und kavka/roche/kuttner/tschirner und all denen und den nachwuchs-kurzfilmern und den angenehm verrückten dieses landes und den plattensammlern und den markenklamottenablehnern und den alert-lesern, den guten also, ein zu hause zu bieten, das irgendwo zwischen spex, intro, weblogs und punk reinpaßt und sich überhaupt nicht mal einbildet, jemals damit geld zu verdienen, sondern nur utopia demonstriert und breit lächelnd (stolz!, remember?) ins verderben sendet, bis das geld alle ist .. – leider hab' ich damals vergessen, den lottoschein abzugeben. ]

wo war ich? tunespoon. video-stream, 24/7, tocotronic und northern lite und alive und virginia jetzt und interpol, in 384kbps als mms-stream zwar nur, aber es ist der gedanke, der zählt. in diesem fall zumindest.

[ frank l. | 2005-01-19 | 02:52 | # ]

auf sachen, die eh schon überall verlinkt wurden, weise ich ja allein schon aus trotz gern nochmal hin (und weil's natürlich wirklich lesenswert ist):

"willkommen im jahr der entschlossenheit. aus dieser positiven grundhaltung wird gejammert. es ist toll, ich habe eine beheizte wohnung, ich bin krankenversichert, meine kinder gehen zur schule, aber ich schimpfe auf die bahn. so muß es laufen."

harald schmidt über selbstbewußtsein und glamour in deutschland.
(via, z.b.)

[ frank l. | 2005-01-17 | 15:34 | # ]

n-tv-wetterpegel

björn alexander, der thomas hermanns der wetteransager-szene.

(kalauernd-verbalakrobatische wortspielassoziationen, teil 19:
"zum wetteran (e.v.)" – treffpunkt in würde gealterter meteoratoren.
ach, ach.)

"und wie ist das wetter bei dir so?" – "eher nicht."

[ frank l. | 2005-01-17 | 05:52 | # ]

"das ist irgendwie nicht die welt, in der ich leben wollte."

yamb: die stunde der tierpsychologen.

[ frank l. | 2005-01-16 | 14:23 | # ]

digital life

das ebaysche "hallo (username), sie haben 245 bewertungspunkte" noch vor der verarbeitung im hirn verzweifelt krampfhaft reflexartig mit "hallo (vorname), du siehst aber erholt aus, warst du in urlaub?" aus dem plattenladen ..

[ für die altersbenachteiligten leser: ein ladengeschäft, in dem es sowohl tonträger zu kaufen als auch persönliche beratung sowie in manchen fällen guten kaffee und gemütliche sofas gab; bis ungefähr anfang der 90er jahre vor allem in städten weit verbreitete form des (damals noch sogenannten) einzelhandels ]

.. gleichsetzen – ist das "fortschritt"?

[ frank l. | 2005-01-15 | 01:56 | # ]

youyesyou

you are the styrofoam peanuts to the poorly-packed cardboard box of my soul.

[youyesyou.net & blog]

[ frank l. | 2005-01-15 | 01:36 | # ]

reloquenz, die:

das wiederholen eigentlich/ursprünglich langweiliger sachverhalte mit deutlich optimierter formulierung.

[ frank l. | 2005-01-14 | 19:34 | # ]

hey, n-tv!

noch keine dauereinblendung links oben, "der modekiller"?
"jagd auf den telefonkabelmörder"-trailer?
sondersendungen "unterwegs mit soko mosi"?

(aber bei rtl-exclusiv erwarte ich morgen das feature "daisy – das leben einer society-hündin", damit das klar ist.)

[ frank l. | 2005-01-14 | 18:40 | # ]

deutschland baut tsunami-frühwarnsystem

(dpargh) die bundesregierung will den von der flutwelle betroffenen krisenregionen in asien ein frühwarnsystem für naturkatastrophen anbieten. das hierzu neugegründete konsortium "water collect" wird als joint venture zwischen der deutschen telekom, daimler chrysler und dem selters-konzern aufgebaut werden. dies kündigte bundesfaselminister herbert wässerle (bündnis 05 / die blauen) an.

zum 31.8.2004 wird das system bereits gestartet, so ein sprecher. jede flutwelle, die sich ab diesem datum einem küstengebiet südasiens nähert, muß eine sog. owu (on wave unit) mit sich führen, mit der jede verwüstungs-transaktion einer welle effizient in rechnung gestellt werden kann. für gelegenheits-flutwellen oder tsunami-betreiber, die sich keine owu leisten können, sollen außerdem mautstrände zur verfügung gestellt werden.

der aufbau des systems soll vorerst mit rund 45 millionen euro finanziert werden. die restlichen 680 millionen euro des etats stehen für bisher nicht näher spezifizierte zwecke nach dem 31.8. zur verfügung. die bundesregierung erhofft sich in zusammenarbeit mit den südasiatischen franchisenehmern zusätzliche katastropheneinnahmen von bis zu 19 euro pro verwüstetem strandmeter. die flutwellenbetreiber werden die auswahl zwischen mengen- (destruction level, pre-paid) und zeit-bezogenen (1 monat all-inclusive) pauschalangeboten haben. die damit erwirtschafteten beträge sollen zu 100% in die sog. "tourismusförderung" fließen, so wässerle weiter. gerüchte, nach denen dies ein euphemismus für die finanzierung von asien-urlauben deutscher politiker sein soll, konnten bisher weder bestätigt noch widerlegt werden.

[ frank l. | 2005-01-14 | 12:43 | # ]

announcing the apple iproduct

your life. in a small, plastic case.

[ frank l. | 2005-01-14 | 00:12 | # ]

macht kaputt, was euch kaputtmacht nie auch nur ansatzweise dazu in der lage sein wird, euch kaputtzumachen

green day bei raab, gerade. anmoderiert (fürchterliches wort, i know) als "punk"-band. poppigeres geseiere als das der toten hosen, und selbst die sind schon weichspül-kuschelrock. glaubwürdigkeit in punk-kreisen wahrscheinlich irgendwo auf dem level von blink 182, (noch) niedriger als linkin park zumindest. sicher. fürchterlich seichter dreck. wenn sich die herrschaften vielleicht mal bérurier noir ansehen möchten (um nicht immer nur ramones, sex pistols oder the exploited zu erwähnen)? zu tv-total einladen muß ja gar nicht sein. aber wenigstens zum vokabular-tuning in zukunft? danke, ganz lieb.

[ frank l. | 2005-01-13 | 23:31 | # ]

abt. "irgendwann mach' ich's"

immer wieder diese kindlische (kunstwort aus kindisch und kindlich, für subtext-entscheidungs-gehemmte) idee, die jambasche (kunstwort, genitivisch zu benutzen, betonung auf a nummer zwo) kurznachrichten-empfangs-zentrale mit geheimnsvoll klingenden conspiracy-mitteilungen ("auch euch werden sie kriegen."), weltverbesserungsgeschlumpfe ("free speech!"), kontextbefreiten ("strickjacke") oder gerade eben erfundenen kunstwörtern ("nasalierungskoeffizientvariablenkürbis") zu verwirren. man ist ja mittlerweile in einem alter, in dem man auf zwei bis vier euro mehr oder weniger guten gewissens auch mal scheißen kann, wenn's zudem noch zur geistigen zufriedenheit (aka hirnlächeln) beiträgt.
(erhoffbare coolness seitens jamba wäre feedback in form eines paul-celan-zitat-abos. erwartbare uncoolness seitens jamba eher ein gelbes küken mit großen augen oder ein tittenbild-klingelton.)

[ frank l. | 2005-01-13 | 17:06 | # ]

 

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