sich beim betrachten einer fremdgeh-szene im ferns ..

sich beim betrachten einer fremdgeh-szene im fernsehen dermaßen zu tode erschrecken, wenn jemand im gleichen moment plötzlich und unerwartet den ("realexistierenden") raum betritt, und trotz des im bewußtsein doch eigentlich schon langjährig verankerten eigenen singledaseins dabei reflexartig umschalten: dies, liebe freunde, möchten wir ab sofort method-watching nennen.

[thema nächste woche: unfallfreies ausschlafen an sonntagen trotz abgeschalteten weckers.]

[ frank l. | 2005-03-29 | 04:27 | # ]

paustrophobie, die:

krankhafte furcht vor arbeitsunterbrechungen.

[ frank l. | 2005-03-29 | 02:18 | # ]

neubautennews

"extremismus ist immer ein romantizismus. ob man mit dem rauchen anfängt, weil man hart sein möchte, oder mit dem rauchen aufhört, weil man härter sein möchte, es ist immer das gleiche prinzip. das einzige, was nach diesem verständnis nicht romantisch ist, ist die mäßigung, der mittelweg, die vernunft – ein bisschen rauchen."

alexander hacke im gespräch mit max dax (und was macht eigentlich das alert-magazin, verdammt?) über westberlin, die 80er, arroganz und die neubauten (taz vom 26.3). lesenswert.

außerdem, erstens: "nur was nicht ist, ist möglich / no beauty without danger". 25 jahre bandgeschichte der einstürzenden neubauten – "über würde, selbstbestimmung und manipulation, über arbeitsdisziplin und drogenräusche, kango-hammer und architekturkritik" – zusammengestellt von max dax (go figure) und robert defcon (der in form von no underground oder eben- & -falls aus dem alert-magazin quasibekannt sein könnte).

außerdem, zweitens: musterhaus, neue veröffentlichungsreihe, subscription-only (über die webseite oder am merchandising bei der aktuellen tour). der erste teil, "anarchitektur", wird am 15.5. versendet (und bei der tour verkauft).

[ frank l. | 2005-03-28 | 19:21 | # ]

ostermontag

vom eie befreit sind strom und bäche, ..

[ frank l. | 2005-03-28 | 11:56 | # ]

bandwurmsätze zur sommerzeit

während des samstäglichen starrens vom balkon herunter aus dem kapuzenpulli heraus in die nacht hinein über die tasse mit der heißen schokolade hinweg zu gedämpft klingender, weil hinter verschlossener balkontür abgespielter, musik, – währenddessen also von der grundschulphilosophischen idee, daß das ganze leben ein traum ist und man irgendwann aufwacht (oder daß das eigene leben der traum eines anderen wesens ist), zum eigentlich viel netteren und hoffentlich erwachsener-interessanteren ansatz hinübergegrübelt: daß das, was allgemein "tag" genannt wird, in wirklichkeit die gemeinte bedeutung der sog. "nacht" haben könnte. sollte. also: tagsüber kraft schöpfen, sich erholen, bis man zum sonnenuntergang dann endlich bereit dazu ist, stark (also "müde") genug für die nacht. die nacht als hauptsache, als eigentlicher zweck des tages. wortklauberei, vielleicht, aus schlafstörungen resultierend, möglich. aktiv sein zu müssen, um schlafen zu können, – anstatt schlafen zu müssen, um aktiv sein zu können. delta-t, wie üblich.

[ frank l. | 2005-03-27 | 03:32 | # ]

fernsehen kaufen seele auf.

(vor allem nachts.)

[ frank l. | 2005-03-27 | 00:47 | # ]

die lerchenbergpredigt im zdf

"eine kostprobe aus dem sketch zum letzten abendmahl genügt: 'judas, von dir lass ich mich nicht aufs kreuz legen.' abgesehen von allen fragen des glaubens oder geschmacks: wer dem zuschauer den christlichen schlüsseltext näher bringen will, sollte vielleicht nicht im nächsten moment jedweden respekt vor dessen protagonisten über bord werfen. gerechterweise blieb es im saal angesichts der deplazierten kopflosigkeiten so still wie bei der andacht, und die einzigen lacher des langatmigen abends gehörten dem viel zu spärlich eingesetzten teilnehmern aus den vier spartengruppen. ob denn in seiner fränkischen heimatstadt noch legenden über seine zeit als messdiener kursierten, wollte ein auf zuspruch gepolter gottschalk von zwei kulmbacher ministranten wissen. 'nö, eigentlich nicht', entgegneten die beiden völlig unbeeindruckt. in solchen seltenen momenten ist live-fernsehen nahezu göttlich."

bei solch netten artikelchen ist sogar spiegel online nahezu lesbar und wird ausnahmsweise verlinkt.

[ frank l. | 2005-03-25 | 17:19 | # ]

toys are me

mich gerade dabei ertappt, bei der meinungsbildung bezüglich der anschaffung eines nintendo ds oder einer sony psp

.. wenn ich mal groß bin, schreibe ich eine glosse über gendergeschlumpfe der deutschen sprache bei technischen gadgets ..

oder beider auf einmal oder erstmal gar keinem zuerst bei hinterding.com nachzusehen und erst danach im usenet (gefolgt von den kunden-rezensionen bei lik-sang). die revolution in den köpfen muß, jedenfalls was meinen kopf angeht, in bezug auf weblogs also irgendwann gerade erst kürzlich stattgefunden haben.

[das tolle daran, keine kommentarmöglichkeit anzubieten, ist übrigens, daß aus diesem absatz jetzt keine journalismus-relevanz- oder weblogs-are-the-new-whatever- debatten entstehen können. jedenfalls nicht hier.]

[ frank l. | 2005-03-24 | 15:16 | # ]

disclaimer

"mit urteil vom 12. mai 1998 hat das landgericht hamburg entschieden, daß man sich der verantwortung für inhalte nicht dadurch entziehen kann, daß man sie nicht selber veröffentlicht, sondern einen link auf eine fremde veröffentlichung dieser inhalte setzt und sich von diesem link distanziert. das urteil des landgerichts hamburg vom 12. mai 1998 hat mit dem inhalt meiner webseiten nichts zu tun. diese erklärung gilt für alle meine webseiten und alle inhalte, die auf diesen stehen."

(mit urteil vom 24. märz 2005 hat das arghgericht ilmenau entschieden, daß ich mich von allem distanziere, was ich tue. ich stehe über dem gesetz, kann für nichts verklagt werden, bin unzurechnungsfähig und gott.)

außerdem brauche ich dringend kaffee.

[ frank l. | 2005-03-24 | 09:49 | # ]

kanzleramt / (m)eine prognose

wie viele unserer regierungsmitglieder sind tablettenabhängig? welche rolle ist an welchen existierenden politiker angelehnt? wollen wir von solchen leuten regiert werden? wieviel action verträgt ein kanzleramt? wie hoch ist der fiction-anteil am drehbuch? tönt klaus j. behrendt seine haare? wird mit existierenden krisensituationen im echten kanzleramt genau so umgegangen? woran liegt es, daß west wing packender und "echter" wirkt? könnten sie sich vorstellen, andreas weyer zum kanzler zu wählen (voten sie jetzt, 01379-..)?

(.. fragen, die so oder ähnlich morgen in den "feuilletons" und auf den titelseiten wahrscheinlich gestellt werden.)

wie erklärt sich die existenz dieser serie, kulturell und politisch, zu diesem zeitpunkt? nimmt man klaus j. behrendt seine rolle ab? wieso wird die reaktion der echten bundesregierung auf die serie nicht von belang sein? was macht das drehbuch so "deutsch", was macht die serie so heutejournalig? wie unterscheidet sich die dramaturgie bei einer serien-episode in einer us-produktion gegenüber einer deutschen, und wieso läßt sich das gerade am "kanzleramt" wunderbar zeigen? überschneiden sich die zielgruppen der serie und dieses artikels wenigstens teilweise, und wenn nein, wieso nicht? wie anders sähe das "kanzleramt" aus, wäre es von rtl produziert worden?

(.. fragen, die so oder ähnlich morgen wohl leider eher nicht in den feuilletons oder sonst irgendwo gestellt werden.)

[kanzleramt, seit heute immer mittwochs um 2015 uhr im 2df.]

(update: aber wenigstens auf weblogs ist verlaß.)

[ frank l. | 2005-03-23 | 21:00 | # ]

zielgruppen

".. liegen 200000 exemplare des bis zu 40 seiten starken heftes in etwa 4000 schulen, bibliotheken, behörden und mcdonald's-filialen aus."

[ frank l. | 2005-03-21 | 17:10 | # ]

anderthalb

(aus der reihe "hübsche und von der vergessung bedrohte deutsche wörter):

andert-0.5

(via)

[ frank l. | 2005-03-21 | 16:33 | # ]

meine erste buchmesse

als ich mit 15 zum ersten mal auf der cebit war, gab es nur wenig wichtigeres als das abgreifen von werbegeschenken wie kugelschreibern, plastiktüten oder gratis-disketten mit demoversionen. der entsprechende sammeldrang ließ im lauf der jahre nach, oder vielleicht wurde ich auch nur wählerischer – prinzipiell kann ich gute plastik-kugelschreiber noch immer gebrauchen, nur sortiere, zähle und tausche ich diese nach einem messetag nicht mehr, sondern stecke ihn (singular) zufrieden in die jackentasche. früher ging der gierige blick in richtung promo-material, heute geht er in richtung der hostessen (ach, "messebabes" heißt das ja heutzutage).

auf der buchmesse in leipzig ist das anders. kids rennen auch hier rum, aber .. dazu komme ich später. die gierigen blicke und den offen zur schau gestellten jagd- und sammel-instinkt sieht man hier an 45- bis 55-jährigen familienvätern marke studienrat. wegen literatur, wegen der bücher oder der verlage ist hier nur ein bruchteil unterwegs. familien drängeln sich durch menschenmassen, um eine 5 tage alte spiegel-ausgabe kostenlos zu ergattern, 1.65m große bärtige brillenträger mit jack-wolfskin-tasche greifen zu schokokeksen an informationsständen von verlagen, ohne die mitarbeiter oder hostessen auch nur anzusehen, und das sog. ski-lift-phänomen (direkt hinter ein- oder ausgängen erstmal abrupt stehenbleiben und sich umschauen) wird hier perfektioniert.

"publikumsnähe" wird das in leipzig genannt, klärt mich andrea auf. publikumsnähe in leipzig heißt nicht nur, daß die bratwurst erschwinglich ist und der kaffee vergleichsweise genießbar, sondern auch, daß maik, danny und enrico am patschhändchen ihrer eltern über messen geschleift werden, "weil wochenende ist" – anstatt um das interesse für literatur oder allgemein intellektuelle betätigung zu wecken. ich überlege, ob ich nicht ganz gern auf ein wenig publikumsnähe verzichten würde, wenn dafür die gänge ein wenig begängbarer wären. aber vielleicht möchte leipzig sich auch nur endlich mal wie eine großstadt fühlen.

tokio ist schließlich auch gleich nebenan. in der kiddie-halle nämlich, dem "comic"-zentrum bzw. manga-city, am rand von halle 2. hier merke ich zum ersten mal, daß ich alt werde. alt bin. ich lebe mein noch vorhandenes rest-distinktionsbedürfnis aus, indem ich vorgebe, insider zu sein, und abfällig, aber freundlich, über ältere ehepaare lächle, die offenbar aus versehen in dieses sodömchen (und meinetwegen auch gomorrha) hineingeraten und leicht geschockt sind ob dessen, was "ihre kinder" so machen. wenn das pfingstige wave-gotik-treffen eine freakshow im musikbereich darstellt, so ist die manga-halle der leipziger buchmesse das pendant für minderjährige popkultur. sailor moons wohin man schaut, anime-insider-gags auf jedem zweiten plakat und vollkostümierte live-rollenspieler beim teetrinken neben dem "dojinshi-markt". maximal ein drittel des publikums ist nicht verkleidet. juhu, ich bin eine minderheit.

das anfängliche "huch!" wich dann recht schnell einer echten bewunderung – bewunderung für das freakige, die hingabe, das beschäftigen mit einer sache, von der ich fast nichts verstehe, aber die ich doch spontan für ehrlicher, wohltuender und kreativer halte als jegliches popstar-angehimmle, oder was kinder sonst in diesem alter eben tun. (und als jegliches werbegeschenk-eingesammle im alter von 50 natürlich auch. aber das muß ich hoffentlich nicht betonen.)

ja, nett war's. aber ein halber tag buchmesse reicht dann eigentlich auch.

[und da mir sowas ja eher nicht liegt: über den teil mit der weblog-relevanz berichten andrea und don (beide allerdings ohne carolina zu erwähnen, die frau mit der süßesten nase am spiegel-stand (und wahrscheinlich auf der ganzen messe) – was ich hiermit zumindest indirekt nachhole).]

[ frank l. | 2005-03-21 | 01:34 | # ]

 

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