mtv news

wenn ich mal so richtig plötzlich traurig sein möchte, lese ich mir die "news" auf mtv.de durch. in vollendetem leute-heute-tonfall (man kann beim lesen nina ruge regelrecht stöhnen hören), über nichtigkeiten viersätzer als nachricht verkaufend, vor dem geistigen ohr die fahrstuhlartige off-melodie trötend, die einen schon bei taffexklusivbrisant immer so nervt, wenn paparazzi-standbilder gezeigt werden. berichte über gerüchte, die sich bereits als falsch herausgestellt haben, neben berichten über andere andere gerüchte, denen das noch bevorsteht. zwei absätze über das gegenseitige zublinzeln zweier sogenannter promis (und genaugenommen berichtet mtv.de nur über jene, die man eigentlich in anführungszeichen schreiben muß) bei irgendeiner the-dome-aufzeichnung (und fotomontagen dazu, wie wohl ihre kinder aussähen). das goldene blatt für teenies, tagesumfragen auf dem niveau des täglichen n-tv-telefonpolls ("was halten sie von einem mann als kanzlerin? wählen sie ja oder nein."), deren ausgang ähnlich wenig den lauf der welt beeinflussen wird wie sich deren autoren auch von der welt beeindrucken lassen. scheuklappenhingabe.
musikstile brav unterteilt in pop/rock/hiphop/elektro, nicht mal mit einer "sonstiges/anderes"-kategorie; headlines so offensichtlichdämlich angeteasert, daß es wehtut (weh tut?); mitwirkungsmöglichkeiten vorgaukelnd an jeder zweiten flash-ecke ("wählt eure top10 mit msn messenger"), du kannst etwas bewegen, das ist dein star da auf platz 17, ..; und, ach. daß man mit dieser einstellung durch ein prinzessin-von-soundso-, florian-heinzlmosers-musikanten- und das-große-schwedenrätsel- -affines leben kommt, dachte ich mir, – das pendant mit böse guckenden rappern, überschminkten glitzersternchen und metrosexuellseinwollenden schauspielern (unter 25) für die 11- bis 16-zielgruppe war mir, bis vor kurzem, ehrlich, neu. und ich weigere mich zu glauben, daß das nur an meinem älterwerden liegt.

(mtv news? steve blame, kristiane backer? die vier per typenrad auf den bildschirm geknallten buchstaben im vorspann? ha. nichts gegen markus kavka, though. ich sprach von den news auf der webseite. ausschließlich.)

[ frank l. | 2005-07-05 | 23:22 | # ]

(schmunzeln)

"sie war in ihrer ganzen art so etwas wie der der personifizierte nachrichtensprecherduo-nach-zuschauerverabschiedung-nuschelhumor."

(vgl. menschen, die nicht wegen mundgeruchs die hand beim lachen vor den mund halten, sondern aus gründen der eigenartig-eingebildeten guten erziehung. rekursiver humor. aber das verstehen sie dann wieder nicht.)

[ frank l. | 2005-07-05 | 22:09 | # ]

##

cry without weeping
talk without speaking
scream without raising your voice

[ frank l. | 2005-07-05 | 21:54 | # ]

teletext babes

teletext-babe

video- bzw. teletext ist also schon fast so alt wie ich. erstaunlich. ähnlich erstaunlich auch wie die für mich mit abstand faszinierendste sache am videotext, redaktionell: schlagzeilen, überschriften, claims u.dgl. so abzukürzen, daß sie auf 40 zeichen – womöglich noch mehrspaltig – platz haben. reduktion auf das unwesentliche. den sprung vom medium für wettervorhersagen, lottozahlen und börsenkurse für familienväter hin zum verspammten tittenwerbeportal für samstagabendlich vereinsamte maschinenbaustudenten hab' ich damals ja schon nicht mehr mitbekommen, wie auch die mit einem nicht zu verleugnenden retro-charme gezeichneten "teletext babez", die dragan espenschied jetzt gesammelt hat. aber im musealen kontext wirkt ja so manches sowieso beeindruckender als im original.

[ frank l. | 2005-07-05 | 21:37 | # ]

bad-assoziationen

die fast-leere haargel-tube macht geräusche wie mittelfluider durchfall. die flüssige seife (palmolive creme mandel, als ob das nicht nach einer milka-starbucks-hochzeit klingen würde) sieht bei benutzung aus wie sperma-imitat in einem billigporno, und an was mich die geräusche meines nasenhaarschneiders (..) bei benutzung erinnern, in verbindung mit größe und optik des geräts, das hebe ich mir vielleicht doch lieber gleich für's zweitblog auf. die peeling-creme mit den blauen pünktchen sieht aus wie kindergeburtstags-kuchen-zuckerguß, und was meine zahnbürste mit all den elvis-impersonator-aufnahmen von mir aus den letzten jahren gemacht hat, würde mich ebenso interessieren.

und morgen entdecken wir dann die küche.

[ frank l. | 2005-07-05 | 21:20 | # ]

ca. 2002

wir hatten gerade einen sitzplatz im erwartbar völlig überfüllten "besten eiscafé der stadt" gefunden, als sie mich fragte, wie ich mir denn mein leben in zukunft so vorstelle. ich wohnte damals vorübergehend in der großen stadt, bzw. in der mittelgroßen zwischen der großen und der fastgroßen, und war verliebt. was einerseits natürlich toll war. das andererseits bemerkte ich leider erst monate später.

noch bevor wir uns also, neben schwitzende großfamilien gequetscht, über die beiden schokobecher hermachten, fragte sie mich aus sehr heiterem himmel, wo ich mich in 10 jahren sähe. an dieser stelle hätte ich besser in panik geraten, nach hause fahren und sie nie wieder sehen sollen, damals aber merkte ich nicht, daß das eine ihrer fangfragen war, die sie so gern stellte. außerdem war ich ja verliebt. aber mit der subjektivität ist das eben bekanntlich so eine sache. anstatt verwirrt zu sein ob der vollkommen fehlenden subtilität, anstatt die frage ironisch leicht zu interpretieren und locker-flockig zu antworten, anstatt das thema zu wechseln, saugte ich mir nervös einen wirren mix aus 3-/4-zimmer-wohnung, altbau, guter wohngegend, selbständigkeit, familie mit zwei kindern, tollem freundeskreis und gutem sex auch nach 10 jahren ehe aus den synapsen und bildete mir wirklich ein, glaubwürdig zu klingen, während ich meinem eis beim schmelzen, meiner gegenübersitzenden flamme beim mißtrauischen beäugen und meinen hirnzellen beim absterben zusah.

wenn zwischengefragt wurde, korrigierte ich meine antwort entsprechend ("ja, so hatte ich das gemeint" oder "natürlich nicht, ich seh' das schon eher wie du"). ich kannte sie schon eine ganze weile und steigerte mich ebensolang in diese seltsame art von method acting hinein, in die man gerät, wenn man es jemandem recht machen will, nicht weil man denjenigen schätzt, sondern weil man von demjenigen gemocht werden wollte. koste es was wolle, mit anlauf in den egoverlust-fettnapf hinein. chamäleon-charakter. nicht auffallen, sondern sich der umgebung, also der anforderung, nein, der erwartung anpassen. ohne es selbst zu bemerken. damals nannte ich das "verliebt sein", manchmal sogar "liebe".

(die nachfolgenden monate waren dann die klassische achterbahnfahrt. ohne loopings zwar, aber immer schön durchgeschüttelt. wochentags-vormittage verbrachte ich mit dem wetten gegen mich selbst, ob sie mir heute wohl- oder eher feindlichgesonnen war, an wochenenden stritten wir uns meistens. wir taten dabei die ganze zeit nichts außergewöhnliches, wir arbeiteten darauf hin, ein spießerpaar zu werden. ich, ohne es zu merken, und sie wahrscheinlich mit absicht. )

das mit abstand gesündeste an jenem nachmittag dürfte jedenfalls das schokoladeneis gewesen sein.

und was lernen wir daraus? erstens: be true to yourself, liebe kinder, auch wenn's schwerfällt. und zweitens: manche postings haben einfach keine pointe.

(file under fragmentarisches)

[ frank l. | 2005-07-05 | 21:11 | # ]

wohnung in berlin gesucht!

na, das war ja einfach.

hat sich erledigt, vielen dank allen hinweisenden und vermittelnden. berlin, ich komme. bald. :)

ich suche ab sofort bzw. demnächst ein wohnung in berlin mit ungefähr folgendem profil:

prenzlauer berg, rund um u-eberswalder plusminus eine u2-haltestelle (also senefelder platz bis schönhauser allee und umkreis). zwei bis drei zimmer, 60 bis 80 quadratmeter, rund 400 euro kalt. wichtig: mindestens frisch renoviert, zentralheizung, moderne doppelverglasung (.., usw. – ein neubau mit fußbodenheizung dürfte in der gegend ja eher selten sein, aber ebendieses wäre ideal), bad mit fenster. kein pvc-boden in der küche oder sonstwo, eher gute dielen oder notfalls laminat. und das ganze nicht unbedingt direkt mit fenster zur schönhauser allee, aber eine seiten-/parallelstraße von dort wäre beispielsweise klasse.

[das war die kurzfassung. die details der langfassung: südbalkon wäre sexy, anderes wäre aber kein ausschlußkriterium. dsl-fähigkeit ist hoffentlich selbstverständlich heutzutage, gute infrastruktur in laufweite (china-imbiß, starbucks/balzac, supermarkt, post) wäre auch toll. und wenn ich mir was wünschen dürfte: gute paketboten-erreichbarkeit (leicht aussprechbarer und auf englisch buchstabierbarer straßenname, nicht "im dritten hinterhaus zweimal klingeln und dem hund das paßwort sagen"), kabelanschluß (digi-tv). weblogger-, mailorderkunden- und plattensammler-taugliche gegend eben.]

ein paar straßennamen als anhaltspunkte und name-, äh, street-dropping: gaudy-, raumer-, lychener-, dunckerstraße, pappelallee, kollwitzplatz (ich weiß – teuer), helmholtzplatz, kulturbrauerei. für potentielle traumwohnungen komm' ich auch gern einen hops nach mitte oder friedrichshain rüber.

und das ganze ab 1.8. oder 1.9. ungefähr. wenn also hier jemand seine traumwohnung loswerden möchte, oder jemanden kennt, der jemanden kennt, .. – ich bin vom 10. bis 17. juli in berlin und werde makler in den wahnsinn treiben und kleinanzeigen lesen bzw. wohnungen besichtigen. dort/dann jederzeit per mail oder telefonisch (nummer auf anfrage) erreichbar.

danke!

[ frank l. | 2005-07-05 | 19:50 | # ]

kleine schönheits-op / pimp my blogsoftware

noch immer keine kommentarmöglichkeit (als default), noch immer keine kategorien: eigentlich hat sich hier vorn fast nichts geändert, außer neuen feed-adressen (siehe sidebar rechts unten) und – wahrscheinlich – noch ein paar bugs in der anfangs-/übergangsphase (fast "übergangsjacke" geschrieben, gerade noch die kurve bzw. taste gekriegt).
auch die brüste von argh! bleiben also silikonfrei, weil schon von natur aus wahnsinn. ein klein wenig fett wird noch an den schenkeln abgesaugt (suchfeld und archiv-selectbox), ein bißchen an der schminke optimiert (css), aber .. selbst die alten telefonnummern (permalinks) sind brav umgeleitet auf die neuen.

und eigentlich bräuchte ich jetzt erstmal urlaub.

[ frank l. | 2005-07-05 | 18:02 | # ]

staunste, was?

"der prozess unter vorsitz von landgerichtsdirektor duft begann am 9.2.1928 vor dem schwurgerichts des landgerichts ii in moabit. die empörte, aber auch sensationslüsternde öffentlichkeit verfolgte das verfahren gespannt. man fragte sich, wie es wohl um 'die jugend' steht, die sich betrinkt, raucht, viel zu früh sex hat und sich gegenseitig totschießt? wie führt man sie auf die tugendpfade des anstands und der moral zurück? journalisten und korrespondenten aus vielen europäischen ländern waren eigens angereist, einige kamen sogar aus japan und den usa. die zeitungen berichteten fast täglich in großer aufmachung und die lankwitzer nachrichten schrieben am 14.2.1928 von 'liebe in ihren schrankenlosen ausartungen'.

(...)

vor gericht ging es hoch her. nach einer auseinandersetzung mit dem richter legt pauls rechtsanwalt dr. dr. erich frey, der ohne honorar arbeitete, sein mandat nieder. paul krantz erlitt daraufhin einen nervenzusammenbruch. drei tage später nahm der staranwalt sein mandat wieder auf. er hatte seine kanzlei über dem cafe josty am potsdamer platz und war auch verteidiger des massenmörders haarmann. einer der gutachter war u.a. der sexualwissenschaftler magnus hirschfeld. er stufte krantz nicht als psychopath ein, aber als einen von der norm abweichender menschen."

dr. christian simon über die steglitzer schülertragödie von 1927
(pdf / seiten 34ff.).

[ frank l. | 2005-07-05 | 03:15 | # ]

schönwettererkenntnis komma nebensächliche

sich hautstückchen vom unterarm abzuziehen fetzt.

[ frank l. | 2005-07-04 | 15:20 | # ]

ach. hach. ..

ach. hach.

[ frank l. | 2005-07-04 | 04:33 | # ]

google earth investigativ:

gebäude in hakenkreuzform, luftbild via google earth

silver strand, san diego bay (32° 40' 34" n / 117° 09' 28" w)

[update: nachdem hier doch so einige googlaristas aufschlagen .. das ding ist die sog. "naval amphibious base (nab) coronado" und wurde, laut einigen webforen, pre-ww2 erbaut. irgendwelche nazi-conspiracy-theories ("hitler was here") lassen sich damit also wohl nicht untermauern. wenn ich zufällig noch über irgendwelche neuen erkenntnisse stolpere, sag' ich bescheid. und außerdem – das hier.]

[ frank l. | 2005-07-04 | 03:59 | # ]

"gegen rechts" 2005

"nichtsdestotrotz wird es am samstag ab 11 uhr in der erfurter innenstadt einen protest gegen rechte gewalt geben. es werden trillerpfeifen verteilt, mit denen die neonazis aus der stadt vertrieben werden sollen. außerdem soll es allerlei infostände und so geben."

(aus einer rundmail kurz vor und anläßlich einer npd-demo in erfurt, vor ca. einer woche.)

ach, antifa. stricken gegen rechts, trillerpfeifen gegen den winter, müsliriegel gegen mundgeruch. man muß sich ja mittlerweile echt zusammenreißen, wenn man euch nicht laut auslachen ("und so") will. auf ein bierchen (alkoholfrei) am infostand.

[ frank l. | 2005-07-04 | 03:26 | # ]

 

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