"künstler"-cafés, klassisch

ich hätte gern diesen total abwesenden besoffenen penner. der kann da ja auch rumliegen.

der nebentisch plant ein theaterstück.

hoffe ich.

[ frank l. | 2006-05-30 | 10:21 | # ]

vize-hilfssheriffs

diese jeden morgen hier in der uni-cafeteria sitzenden damen vom "ordnungsamt", in ihrer frühstückspause kartenspielend, dann kurz im hof "noch e kibbschä" rauchend bevor sie wieder auf tour gehen und draußen dann für das sorgen, was man ihnen mal als "recht und ordnung" verkauft hat. wenn die nur ahnen würden, was für ein beschissenes image sie bei menschen wie mir ™ haben, seit man auf pro7 vor all diesen "auf streife mit bert und gisela"-dokumentationsplacebos nicht mehr weiß, wo man noch hinzappen soll. wie man nach jahrelangem strafzettelschreiben, nach ewigem restaurantbesitzer-auf-paragraphen-hinweisen, nach immerwiederigem rügen von herrchen/frauchen wegen nichteingehaltener leinenpflicht, .. – wie man da noch glücklich in den spiegel schauen kann, morgens, oder kartenspielend in cafés sitzen, es ist mir ein rätsel. machen solche dinge glücklich?

[ frank l. | 2006-05-30 | 10:18 | # ]

whitest teeth alive

und immer wieder dieses kindisch schlechte gewissen, wenn man sich konsequent um 19 uhr mit aronal die zähne putzt.

[ frank l. | 2006-05-22 | 20:45 | # ]

"zuuuukunft!"

premiere klagt gegen mißverständliche vertragsklauseln und gewinnt so (bzw implizit) die bundesliga-rechte "für einen spottpreis". unity/arena klagt gegen die dfl wegen verlorengegangener exklusivität und gewinnt ebenfalls (bzw bekommt das geld für die tv-rechte anteilig zurück). die dfl ist grumpfig bzw ein schlechter verlierer und schließt daher ab 2007 die fußball-bundesliga. ab 2008 gibt es keinen interesse am fußballsport mehr in der öffentlichen wahrnehmung in deutschland, an seine stelle treten curling und mühle.

(kurz danach leider aufgewacht.)

[ frank l. | 2006-05-19 | 13:30 | # ]

ursprünglich geplanter dokumentations- bzw. fußnotentext des telekom-features "rückruf bei besetzt" aufgetaucht (oder: kurzer beitrag zur originalisierung von alltagsgegenständen)

{quote}

sie möchten einen telekommunikationsteilnehmer zur weißglut treiben und seine verbalausfälle dauerhaft speichern? nichts leichter als das. rufen sie den teilnehmer einfach in einem moment an, in dem er gerade ein telefonat führt, sein anschluß also besetzt ist. aktivieren sie nun das oben beschriebene feature, "rückruf bei besetzt", und achten sie im folgenden darauf, daß ihr (lokaler/hardware-)anrufbeantworter aktiviert ist. vergessen sie nun den aktivierten rückruf und verlassen sie nach einer halben stunde die wohnung.

sobald der anschluß des gewünschten teilnehmers wieder erreichbar ist, findet bei ihnen der rückruf statt. ihr anrufbeantworter wird diesen beantworten und während des eigentlichen rufaufbaus seinen ansagetext in die noch tote leitung pusten. bei korrekt konfigurierter (evtl fine-tuning notwendig!) ansagenlänge beginnt nun die aufnahme genau in dem moment, in dem der teilnehmer auf das rufzeichen reagiert und sich von einer stummen leitung (aber mit rufnummernübermittlung – daher ungeeignet für performance-kunst, scherz-aktionen oder bewerbungsgespräche!) angerufen fühlt.

{/quote}

(kurz vor drucklegung dann aber wieder verworfen.)

[aufbauseminar "soziologische phänomene mobiler telekommunikation", zweites semester: notieren sie die inhalte der nachfragenden mobiltelefon-anrufe der testpersonen im anschluß und vergleichen sie diese mit den aufgenommenen satzfetzen auf ihrem heimischen anrufbeantworter. beispiel: "wieso rufst du mich an und sagst nix?" vs. "was soll der scheiß?"]

[ frank l. | 2006-05-19 | 11:16 | # ]

(wenn diese dämlichen sog. "blogger" wenigstens endlich mal den unterschied zwischen "gelinkt" und "verlinkt" kapieren würden.)

[ frank l. | 2006-05-17 | 18:57 | # ]

exot

auch wenn -natürlich- mir der in einem früheren leben (also vor -mindestens- monaten) geschriebene und fast ebensolangher ausgewählte meinige beitrag mittlerweile selbstverständlich – aber das deutete ich ja bereits mit dem ersten "natürlich" an – annähernd peinlich, weil eigentlich schrecklich banal und fürchterbar pointenlos, erscheint, so möchte ich dennoch an dieser stelle zuvorderst dem erfinder der kulturtechnik des "understatements" danken und natürlich gleichzeitig (oder zumindest kurz danach im noch gleichen satz) auf die soeben erschienene zweite ausgabe des exoten aufmerksam machen. was ich hiermit in meiner nachahmlich unironisch kurzgefaßten art tue (lies: tuë). irgendwoher muß so ein ego ja schließlich kommen.

[ frank l. | 2006-05-16 | 21:49 | # ]

"und was für musik hörst du so?"
"ach, alles querbeet. und du?"
"alles andere."

[ frank l. | 2006-05-16 | 09:50 | # ]

psychogeographie

charakteristisch war auch eine aufforderung der situationisten, sich absichtlich in fremden städten zu verlaufen, um sich neuen entdeckungen, erfahrungen und zusammentreffen auszusetzen, oder dort stadtpläne anderer städte zur (des-)orientierung zu nutzen. nach ihrer auffassung war der städtische bebaute raum der sichtbare ausdruck jenes (über-)rationalen denkens, das sie kritisierten. jedes gebäude wie etwa plattenbausiedlungen oder einkaufszentren transportierte demzufolge ansichten über menschen (..), und unterschwellige vorgaben an dort verkehrende menschen, sich auf bestimmte weise zu verhalten.

neues wort gelernt: psychogeographie. (vgl auch: florian rötzer (mentaler exkurs: unbedingt dran denken, bei gelegenheit mal zu versuchen in worte zu fassen, warum rötzer einer der wenigen letzten lesbaren telepolis-regulars geworden ist bzw wieso wolf-dieter roth unglaublich langweilt) in telepolis (aha!) über emotionale stadtkartierung).

außerdem in abteilung 17/4.d meines hinterkopfs, schon länger: mal ergründen (ein begriff, der bei der wahl zu meinem begriff des monats übrigens ziemlich gute chancen auf einen zweiten platz hat), wie die eigene stadtwahrnehmung funktioniert. nicht nur "sich selbst von oben sehen", sondern eben auch die abläufe beim /verknüpfen/ zweier bekannter gegenden oder mal mehr auf sich selbst zu achten beim – nun ja – heimkehren eben. meta-wahrnehmung notieren. wahrscheinlich ungefähr so schwierig, wie über sich selbst objektive dinge zu schreiben. aber nicht ganz so unnötig immerhin.

ernst beiseite: bei nächster gelegenheit dringend mal wieder in eine neue stadt fahren und auf die art (den stil, den typus) der eigenen wahrnehmung auf allen (haha) ebenen (also primär akustisch und optisch, i suppose) achten. selbstgestellte hausaufgabe: das alles in worte fassen und versuchen, in berlin (oder, schwieriger: karlsruhe) diese art der wahrnehmung zu forcieren.

best things in life are three.

[ frank l. | 2006-05-16 | 09:42 | # ]

21 wunderbare gründe, auch das diesjährige pfingsten mal wieder in leipzig zu verbringen:

argh.de tut empfehlenapoptose, propergol, nový svet, kirlian camera, spiritual front, land:fire, cyclotimia, dieter müh, deine lakaien, the protagonist, of the wand and the moon, katzenjammer kabarett, ordo rosarius equilibrio, echo west, heaven 17, nitzer ebb, the legendary pink dots, in the nursery, beinhaus, lydia lunch, salonorchester weimar.

[noch viel mehr gute musik, tabellarisch-chronologisch aufgelistet, wie immer im rauschmelder.]

[ frank l. | 2006-05-10 | 13:21 | # ]

"so ein lautsprecher ist ja auch jemand, der ..."

[ frank l. | 2006-05-09 | 13:16 | # ]

kreativskat

bei ichglaubeeswarkishon vor einigen gefühlt-hundert jahren mal eine geschichte über ein /gesellschafts/spiel gelesen, bei dem sich jeder teilnehmer irgendeine, also quasi (..) beliebige, zahl denkt, und wer an die höchste dachte, bekommt "einen punkt" (exkurs: bei gelegenheit mal dringend darüber nachdenken, wieso "punkte" und nicht striche oder töpfe oder nudelsalate zum aufaddieren zugeteilter erfolgserlebnisse verwendet werden. die kulturgeschichte des wettkampfs. da muß es doch magisterarbeiten geben, oder?). das schöne an jener spielidee war nun aber, daß das regelwerk "as you play" verändert werden konnte. durfte, mußte. rief einer der teilnehmer nach einer eigentlich "verlorenen" (heute ist übrigens mal wieder internationaler tag der anführungszeichen) runde -beispielsweise- den begriff "schmödeldipapp", gewann er mit einer ungeraden kleineren gegen eine gerade größere zahl, sagte man rechtzeitig "nipnip" und summte dabei wie ein eisbär ™, so wurde die zahl des links neben einem sitzenden halbiert, nahm man ein getränk zu sich während der zweiten hälfte der runde, so verlor man automatisch. wichtig war nur, daß jeder teilnehmer sich alle nebenbei eingeführten regelbegriffe und aktionen merkte und entweder sinnvoll einsetzte oder sich eben einfach neue dazu-erfand, um eine runde zu gewinnen. "18" – "49 millionen" – "17 komma 3 und knurz!"

einer der erinnerungswürdigsten und am niedlich-tollsten in erinnerung bleibenden abende meiner jugend besteht jedenfalls aus ungefähr sechs gutgelaunten und lustigfrisierten stadtkindern an einem freitag in einer garage der eltern ("party"), die sich ab ungefähr 2230 uhr fast ausschließlich in zahlen, neu-erfundenen wörtern, purzelbäumen und grimassen unterhalten haben. (leider nie wieder geschafft, danach, bis heute, eine angemessen intelligente/offene/kreative runde und situation zusammen- bzw hin-zubekommen, um wieder dieses spiel zu spielen.)

(warum es manchmal ganz toll ist, kind der 80er zu sein.)

[ frank l. | 2006-05-06 | 12:23 | # ]

telenovela construction kit

(..) dass die hauptfigur lotta bisher zu wenig selbstbewusstsein ausgestrahlt habe. deshalb werde sie jetzt "nach und nach frecher".

in meiner kindheit gab es eine software für den damals großartigsten aller heimcomputer, den c64, die sich "games contruction kit" nannte. man konnte sich seitwärts-scroller aus bausteinen zusammenklicken und dabei unterschiedliche sprites auswählen und an einzelnen parametern drehen, so daß beim einen mal ein grünes flugzeug von links nach rechts flog und kleine panzer-icons am boden abschießen mußte, beim anderen mal ein lila auto von rechts nach links fuhr und dabei monster am oberen bildschirmrand überfahren sollte. im prinzip so, wie man sich als knapp 5-jähriger eben "programmieren" vorstellt, und worauf eltern dann nicht wegen des "erdachten" spielprinzips stolz sind (- sein sollen), sondern weil es eben der eigene bengel ist, dessen anflüge von kreativität und intelligenz damit umgesetzt wurden. und weil sich das so gehört, mit dem stolzsein.

liebe fernsehsender: wir haben 2006. so funktioniert das nicht mehr. und wir sind auch nicht aus loyalität stolz auf euch, im gegenteil. wir finden, ihr macht euch seit ein paar jahren ziemlich lächerlich.

[ frank l. | 2006-05-06 | 11:43 | # ]

 

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