spex

(weiß man ja auch nicht, ob zu der spex-sache überhaupt noch was gesagt werden muß. gerade drum: gesagt /ist/ alles, nur an der sinnvollen verknüpfung fehlt's meist.)

ein gejammer und geschrei, daß die spex – mit dem vollen boulevard-programm noch dazu (kündigung der praktisch kompletten redaktion, neuer chef, idiotische begründungen mit dem wegfall der tabakwerbung, ..) – nach berlin zieht. weg aus köln. und die versammelte konservative möchtegern-popdiskurs-elite schluchzt einem heft (weniger noch: dem titel eines hefts, s.u.) hinterher, und tut das bei der gelegenheit des "neuanfangs", anstatt zur richtigen zeit: nämlich schon vor ein paar jahren. und man liest das alles und versteht beim besten willen das problem nicht, sollte es wirklich über nostalgie hinausgehen.

meinetwegen war die dietmar-dath-zeit eine bessere, meinetwegen sind die umstände der redaktionsauflösung bestenfalls kurios, und meinetwegen paßte die spex besser nach köln als nach berlin. aber, andersrum: max dax bringt ab 2007 mit neuem team aus berlin eine musikzeitschrift raus, nach der – würde sie nicht spex heißen – sich die langzeitstudierenden literaturwissenschaftler [mit all ihrem gesellschaftlich nicht sinnvoll relevantem oder anwendbarem wissen bzw. background] die finger lecken würden. aber doof-finden war ja schon immer einfacher als zuversichtlich-sein (was man an diesem text hier auch wunderbar sieht), also finden wir die "neue" spex – nur noch alle zwei monate; voraussichtlich literarischer; mit weniger hype und promo und dafür mehr geschichten und begeisterung; unter der leitung eines herrn, der für die grandiose alert sowie das noch viel grandiosere neubauten-buch verantwortlich war – erstmal doof, noch bevor die erstausgabe erschienen ist, so vielversprechend die ankündigungen auch klingen.

[mehr dazu: im zündfunk, bei telepolis, zweimal in der taz [1 · 2], einmal -von dietmar dath- in der faz und schließlich im heutigen feuilleton der süddeutschen.]

aber irgendwie schön zu sehen, daß das nicht nur in weblogs so abläuft, alles.

[ frank l. | 2006-12-22 | 10:01 | # ]

namensfetter, der:

boulevardesk orientierter schlußredakteur mit einem faible für den "bold"-button der textverarbeitung zwecks gewünschter anhebung der dramatik durch künstliche wortbetonungen. der namensfetter ist anzutreffen a) bei eher banal-orientierten veröffentlichungen respektive dämlicherer zielgruppe; oder b) im ironisch gebrochenen kontext in weblog-texten gelangweilter hauptstädter (die sich dabei zudem gegen ende noch in der grammatik verhaspeln).

[ frank l. | 2006-12-22 | 09:24 | # ]

gefahren im alltag, teil dreiundumpfzig

ikea holzeisenbahn rückruf

"wir haben selbstverständlich darauf geachtet, daß das stofftier eine zur spielzeugeisenbahn identische spurbreite hat."

(der naheliegendere -also deswegen nicht gemachte- gag-ansatz wäre übrigens der hinweis darauf gewesen, daß es die eisenbahn im restaurant gab. aber das nur der vollständigkeit halber.)

[ frank l. | 2006-12-17 | 16:28 | # ]

reactable

the reactable is a state-of-the-art multi-user electro-acoustic music instrument with a tabletop tangible user interface.

(unbedingt auch die demo-videos ansehen.)

und das ist ja bei instrumenten, oder dingen überhaupt, oft so, dieser wunderbare ablauf von einem vorsichtigen herantasten über ein einsetzendes verstehen der möglichkeiten bis eben zur /kommunikation/ mit dem gerät. ganz egal ob harfe oder pc. irgendwann gelangt man an einen punkt, ab dem man "die sprache spricht", kleinste veränderungen/verstimmungen wahrnimmt, sich /kümmert/ anstatt nur zu benutzen. ab dem man die logik durchschaut, sich die denkweise, die abläufe, die eigentliche /funktion/ zu eigen macht anstatt nur auf knöpfchen zu drücken. (ja, fast wie im zwischenmenschlichen bereich eben auch.)

solche abläufe können unterstützt werden durch interessante, besser: inspirierende interfaces (– nein, keinen wissenschaftlichen beleg, nur erfahrung und einen schuß gesunden menschenverstand; außerdem: den gag mit dem nochmals-bezug zum zwischenmenschlichen bereich hatte ich mir absichtlich verkniffen!), und:

einen reactable im wohnzimmer stehen habend würde es grob geschätzt zwei bis vier wochen dauern, bis das ding familienmitglied geworden ist. in nerd-affinen gegenden jedenfalls. noch besser: so ein ding in eine bar, ein café, einen afterhour-szenetreff (einlaß nur für nicht-idioten) stellen. dazu guten kaffee, premium-cola, kekse und ein bißchen zeit: nach ein paar wochen mutiert der laden zum "club". jede wette.

[ frank l. | 2006-12-17 | 13:47 | # ]

"eine mittelgroße vision mit mais und extra-käse bitte, zum mitnehmen."

andererseits natürlich keine so schlechte idee, diese kameras mit gps-modul, vom ansatz her: man kann sich ja vorstellen, wie solcherlei geräte zu mehr originalität im alltag und zum neuen umgang mit raum (also umgebung, geographisch /und/ sozial) helfen. noch ein kleines wlan-feature dazupacken, meinetwegen noch bluetooth und ein minikeyboard mit t9 und und in der idealen welt ..

(also einer solchen, in der wlan überall und offen vorhanden ist und in der sich kein "hotel-air" und keine "t-com-hotspots" für 24 euro/h mehr lohnen, weil die herangehensweise aller beteiligten, also menschen (as opposed to schlipsträger), einfach eine andere ist, und wo man verstanden verinnerlicht hat, daß freifunk (et al) gesünder (logischer) ist für die volksseele; die analogie zum garantierten grundeinkommen in sachen connectivity gewissermaßen – wo also überhaupt nicht mehr darüber nachgedacht wird, warum man für einen netzzugang geld verlangen könnte, sollte, müßte – wo aber natürlich, ebenfalls analog zum grundeinkommen, /mitdenken/ erforderlich ist auf allen seiten, sogar kreativität, wenigstens aber doch offenheit und neugierde für/auf technikverständnis und funktionsweisen und /warum/ man etwas tut und wo diese ganze graswurzelscheiße eben keine graswurzelscheiße mehr ist sondern schon /im blut steckt/, und .. –)

.. könnte sich so ein ding beispielsweise mit google maps (o.dgl.) verbinden und ein pendant zu biomapping.net auf semantischer ebene etablieren, oder mit entsprechenden tags dinge wie geourl endlich mal /nutzbar/ (besser: nütz-lich) machen, oder eben direkt in verbindung mit flickr und geourl und google maps [eben einer kontrolliertenbaren (also: offenen) zusammenführung verschiedener daten(banken)] einem sich von vornherein besser als google ™ anfühlenden (weil "basisdemokratischeren") wissens-tool annähern. da könnte sich doch glatt das daraus entwickeln (in einer von einer ganzen menge mehr ausprägungen), was man /eigentlich/ unter informationsgesellschaft verstehen sollte.

aber natürlich leben wir nicht in einer idealen welt, und all das wird, wenn überhaupt, anders ablaufen:

$hersteller denkt sich einen fancy name für gps-funktionen seiner kamera aus, läßt diesen erstmal patentieren und entwirft dann eine web-community namens $produkt drumherum. um diese überhaupt irgendwie zu nutzen, muß man – als besitzer einer kamera von $hersteller – einen account in ebenjener community haben, über einen bestimmten hotspot ("demnächst auch in ihrer stadt") im netz sein und vor allem nutzungsbedingungen zugestimmt haben, in denen man mehroderweniger seine seele verkauft. andere unterhaltungselektronik von $hersteller wird ab sofort mit "$produkt-ready" beworben. die kamera lädt, nach aktivierung (ohne diese werden bilder nur in geringerer auflösung gemacht und/oder mit einem wasserzeichen versehen mit beliebigem drm-murks "verschlüsselt" auf $neologismus-kompatible speicherkarten abgelegt), bilder in $produkt hoch und schickt (gemäß nutzungsvertrag) zusätzlich daten zur erstellung von bewegungsprofilen, semantischen vorlieben (via tagging) oder nutzungsuhrzeiten an $hersteller, der dies zur "optimierung" von $produkt, also zielgruppengerechteren werbung, nutzt. $produkt floppt und wird nach rund eineinhalb jahren wieder geschlossen, $hersteller denkt sich neuen proprietären mist aus.

("zuuuukunft!")

[ frank l. | 2006-12-12 | 23:16 | # ]

liebe sonystyle-onlineshop-texter:

stellen sie sich vor, ihre fotos würden ihnen ihren aufnahmeort verraten.

tu' ich gerade.

melde mich wieder, wenn die gänsehaut abgeklungen ist.

[ frank l. | 2006-12-12 | 15:39 | # ]

psst!

im nichtvorlesenkönnen bin ich bekanntlich noch viel besser als im nichtschreibenkönnen, wie besucher des einen oder anderen events, bei dem ich von einer bühne herunterstammelte, wahrscheinlich bestätigen können. nach bestem gelbe-seiten-motto also die konsequenzen gezogen und jemanden gefragt mich von jemandem fragen lassen, der sich damit -also dem vorlesen- besser auskennt: deef pirmasens liest -und zwar doll toll- einen adventlich-gefärbten text von mir (.. vor!). in der gefühlskonserve podcast. (ich liebe genitive!)

[was den text angeht: in ähnlicher form vor einigen jahren bereits hier veröffentlicht, meinerseits für den jetzigen podcast slightly angehübscht bzw. durch den remix-wolf gedreht (und deswegen die originalfassung auch nicht verlinkt), um- und neu-formuliert und daher gewissermaßen halb-exklusiv dort zu hören. nearly-premium content im director's cut gewissermaßen.]

[ frank l. | 2006-12-09 | 19:51 | # ]

dienstag, kalauertag.

"macht dir der dezember auch so zu schaffen?"
"nein, ich bin eigentlich ziemlich weihnachtsfest."

[ frank l. | 2006-12-05 | 20:50 | # ]

hohn komma angewandter.

daß auf der kassenquittung, also so ziemlich dem letzten, mit dem man -in schriftlicher form- am ende eines ikea-besuchs kontakt hat, nachdem man gerade mehrere stunden durch gänge geirrt und über kinder gestolpert ist, von hackfleischbällchen erschlagen wurde und im erdgeschoß noch bleibende mentale schäden durch den einrichtungs-stil-overkill davontragen mußte, gerade also wenn man jetzt unterbewußt mit letztem lebenswillen spürt, daß all das gleich ein ende hat, und gerade wenn man die freiheit hinter den kassen schon riechen kann, .. – daß also auf jener ikea-kassenquittung als überschrift in der dort größtmöglichen schriftart ganz oben das wort "willkommen!" steht: da weigere ich mich, an ein versehen zu glauben. das ist schwedischer zynismus.

[ frank l. | 2006-12-05 | 09:21 | # ]

(smile like you mean it)

eines der hauptprobleme der politik ist übrigens die nervtötende radikale humorlosigkeit der meisten sogenannten "politiker", die die sich auf einer ähnlichen ebene wie die des zdf-vorabendprogramms befindet und somit praktisch hoffnungslos verloren ist. man muß tagsüber gerade mal eine stunde lang phoenix ansehen, um ebenfalls sofort das lächeln zu verlernen und sich damit den tag zu versauen.

[ frank l. | 2006-12-01 | 13:08 | # ]

 

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