telenovela construction kit

(..) dass die hauptfigur lotta bisher zu wenig selbstbewusstsein ausgestrahlt habe. deshalb werde sie jetzt "nach und nach frecher".

in meiner kindheit gab es eine software für den damals großartigsten aller heimcomputer, den c64, die sich "games contruction kit" nannte. man konnte sich seitwärts‐scroller aus bausteinen zusammenklicken und dabei unterschiedliche sprites auswählen und an einzelnen parametern drehen, so daß beim einen mal ein grünes flugzeug von links nach rechts flog und kleine panzer‐icons am boden abschießen mußte, beim anderen mal ein lila auto von rechts nach links fuhr und dabei monster am oberen bildschirmrand überfahren sollte. im prinzip so, wie man sich als knapp 5‐jähriger eben "programmieren" vorstellt, und worauf eltern dann nicht wegen des "erdachten" spielprinzips stolz sind (- sein sollen), sondern weil es eben der eigene bengel ist, dessen anflüge von kreativität und intelligenz damit umgesetzt wurden. und weil sich das so gehört, mit dem stolzsein.

liebe fernsehsender: wir haben 2006. so funktioniert das nicht mehr. und wir sind auch nicht aus loyalität stolz auf euch, im gegenteil. wir finden, ihr macht euch seit ein paar jahren ziemlich lächerlich.

[ frank l. | 2006-05-06 | 11:43 | # ]

bruch

"das ist quasi die keilschrift der popliteratur."

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die mishima‐lesende spanierin, morgens in der u2, die so unglaublich /korrekt/ saß und gleichzeitig so vorsichtig las und das buch so behutsam in den händen hielt, als würde sie sich dem text von unten nähern. lesen mit in demut. überzeugt davon, im morgendlichen wahn, daß sie dann nur aus stil‐gründen nicht am potsdamer platz ausgestiegen ist: ich.

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"ich hab' meinen musikgeschmack ja auch nur deshalb spezialisiert, weil mir sonst das plattensammeln einfach zu teuer wird."

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der initiativkuß

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das interessante am wieder‐studentendasein ist ja diese konvergenz von interessen, das aufeinanderprallen einzelner "verwandter" universen, das gegenseitige befruchten – das "aufkochen" eben.

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from my own true love (lost at sea). decemberists im mai 2006. mr postman, do you have a letter for me?

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an der benennung der compilation‐cd (besser: "mixtape"! // file under alltagsanachronismen) den grad der wertschätzung ablesen. nicht für die zielperson, sondern für die darauf enthaltene musik. mehr schwärmen!

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gedanken und gebitten

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das klassische instrument als klanglicher preset der natur fragezeichen.

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zeit heilt (^2)

[ frank l. | 2006-05-05 | 23:47 | # ]

kryptik war gestern. mission 2006:

indieer ™ werden.

[ frank l. | 2006-05-01 | 18:08 | # ]

geldkarte bobby car

aus der reihe "sonderbare auswüchse der zivilisation",
oder: "wenn ich mal groß bin, will ich dekadent werden":

geldkarte bobbycar

("motorisierung: nein.")

[ frank l. | 2006-04-30 | 15:09 | # ]

bäckerei steinbeiß, et al

die tiefbaufirma "erdmännchen", die derzeit nähe monbijoupark irgendein tierisch (..) großes loch in die straße buddelt, habe ich schon jetzt nur wegen ihres namens lieb. denn sowieso sollten ja viel mehr menschen ihre berufswahl wenigstens mit einer persönlich‐ironischen note und aufgrund ihrer namentlichen veranlagung treffen, – was wiederum zu einer "ausrottung durch überfluß" ™ der "originelle namen auf zahnarztpraxenschildern"-rubrik auf der jeweils drittletzten seite in wartezimmerzeitschriften führen würde, was wiederum2 ich begrüßen müßte. hallo.

[ frank l. | 2006-04-25 | 00:48 | # ]

(mein sprachmodul hätte gern ein servicepack)

"see her!" zuerst versehentlich englisch geparst und viele (acht, mindestens) erfolglos‐verzweifelte sekunden damit verbracht, irgendwo unter dem verkrampft‐originellen imperativ im urlaubsprospekt eine frau zu sehen.

[ frank l. | 2006-04-25 | 00:31 | # ]

internationaler tag der un(ge)fähren vergleiche

.. er hat eine schöne stimme, ungefähr wie ein cowboy.

genau. und kochen kann er wahrscheinlich, ungefähr wie ein bademeister.

(aber frau baum hat ja sowieso und generell offenbar einen schreibstil, ungefähr wie eine bratpfanne. dann paßt's auch wieder.)

[update: link tot bzw. eintrag verschwunden. wahrscheinlich die "neue qualitätsoffensive" oder sowas.]

[ frank l. | 2006-04-25 | 00:10 | # ]

the sisters of mercy, columbiahalle, 20060423

vielleicht kann man über ein sisters‐konzert 2006 ja auch nur das gleiche schreiben wie über ein sisters‐konzert 2003 oder irgendeines davor. vielleicht kann man immer wieder nur betonen, daß es diese "band" schafft, seit deutlich über 15 jahren ohne neu erschienene tonträger immer wieder auf welttournee in quasi‐ausverkauften hallen zu spielen. vielleicht könnte man ja auch mal erwähnen, daß der altersdurchschnitt im publikum dann offenbar bei knapp 30 jahren liegt, und daß unter den kerlen im publikum auffällig viele mit manischem (aber doch irgendwie entspanntem) fanboy‐blick und mit defektem haarschnitt sind, die außerdem noch den sisters‐stern bzw das logo auf den oberarm tätowiert haben. vielleicht kann man dann auch immer wieder erwähnen, daß andrew eldritch auch 2006 noch im st.-pauli-shirt, mit sonnenbrille im gesicht und kippe in der linken hand in einer "wall of fog" ™ auftritt, so daß sich die bühnendeko auf sehr viel buntes bzw verschiedenfarbiges licht, strobo und eben dramatisch viel nebel beschränkt, aus dem heraus man hin und wieder den meister oder die eher unauffälligen gastmusiker auftauchen sieht. dann müßte man auch all die anderen konzert‐review‐klischees durchmachen, beispielsweise das nicht‐auslassen sondern eben "erst‐recht‐spielen" von eigentlich ja totgenudelten hits wie "temple of love", die aber im konzertrahmen eben dann doch /wieder/ funktionieren. oder wie begeisternd die menge der alten säcke ausflippt, sobald die ersten töne von "alice" erklingen. und daß bei einem sisters‐konzert die ungeschriebene regel, nie ein shirt jener band zu tragen, die gerade auftritt, komplett unbekannt und somit ungültig zu sein scheint.

crazy people (tm) im publikum ja, könnte man vielleicht, alles. man könnte dann auch wieder in eine melanscholisch abdriftende rezension verfallen und von der eigenen musikalischen entwicklung schwärmen, wie wichtig die sisters‐sachen in der eigenen jugend waren. 1959, lucretia, marian, oder die ganzen vision‐thing‐sachen. wie sehr einen das alles zu dem gemacht hat, was man jetzt ist, bezüglich des musikverständnis (-ses?) und des ganzen draufseins generell. und ob man das überhaupt so trennen kann, bei der betrachtung eines konzerts, ob man die "objektivität" forcieren kann, oder noch weiter – ob man das überhaupt sollte, wie angebracht es denn wäre, ein sisters‐konzert ohne gedanklichen ballast zu betrachten, und wenn, dann auf welcher ebene denn überhaupt? "rocken", instrument‐virtuosität, stimmliche qualitäten, "show"? nein. bullshit, alles.

man kann nur auf die alte "lieben oder hassen"-formel zurückfallen, in solchen fällen, speziell in diesem. man muß nachvollziehen können, daß eine immer wieder gleich/ähnlich ablaufende tour alle 2–3 jahre nichts ist, was den durchschnittlichen spex‐leser hinter dem diskurspapierchen hervorlockt, und man muß gestehen, daß sisters‐konzerte nicht unbedingt das sind, bei dem man die faszination sofort /versteht/. aber andersrum: man muß es ja auch gar nicht. solang ich mir alle 2–3 jahre mindestens ein sisters‐konzert ansehen darf, gerne auch zu schweinepreisen. es wurden schließlich auch schon ganz andere leute sehr gut dafür bezahlt, daß sie jahrelang das gleiche gemacht haben.

[ frank l. | 2006-04-24 | 16:43 | # ]

("damals" nannte man ja "reklame" noch einfach "reklame")

wenn man diesen schlecht nachsynchronisierten iglo‐rahmspinat‐tv‐spot mit dem eigenartig rundlichgemampften rudi‐völler‐double sieht (besser: hört), /spürt/ man ja geradezu live, wie der auftraggeber sofort nach dem allerersten screening mit den worten "das muß noch enthusiastischer klingen!" eine neue stimme zur synchronisation herbeibefohlen hat. weswegen man sich ja eigentlich auch mal wieder ein paar grundsätzliche gedanken über werbung, insbesondere die im fernsehen, machen könnte. (allerdings, zum sortieren und aufschreiben ebendieser fehlt mir gerade der antrieb, zugegebenermaßen.)

[ frank l. | 2006-04-24 | 15:27 | # ]

wartehallenmenschentypologie, mit viel zu langer einleitung

freitagabende in der provinz zu verbringen habe ich nicht erst in meinem viel zu langen studium in ilmenau hassen gelernt. einen freitagabend jedoch in einer anderen bzw. irgendeiner provinz zu verbringen, die keinen internetzugang, nur dumme menschen und ganz viel schlechte laune bietet, ist andererseits dann eine – wenn man seine zynismus‐synapsen anfeuert – lehrreiche, unterhaltsame und inspirierende lektion, bei der man erlebenswertestes vollidiotentum live bewundern und sich so seine gedanken darüber machen kann.

die provinz an jenem freitag nannte sich "wartehalle des flughafens baden‐baden kurz hinter dem check‐in". in meiner provinz befanden sich, neben mir, eine größere anzahl schlechtgelaunter menschen, die nach dem ausgefallen nachmittagsflug auf die "maschine" am abend umgebucht worden waren und deren laune sich nach der durchsage, auch diese "maschine" würde sich um eine nennenswerte zeitspanne verspäten, nicht unbedingt besser wurde.

nun sollte man vielleicht erwähnen, daß der flughafen baden‐baden einer ist, der in anführungszeichen geschrieben werden sollte, obwohl dort doch deutlich mehr fluglinien ihre praktikanten stationiert haben als das beispielsweise in "leipzig"-altenburg der fall ist. dennoch ein witz eines flughäfchens, ungefähr ein dreihundertsiebzehntel mal so groß wie derjenige in frankfurt und mit einem entsprechenden angebot an alternativunterhaltung bzw. zeitvertreibsmöglichkeiten ausgestattet: im prinzip mit gar keinen. außer der provisorisch und ausnahmsweise länger geöffneten café‐theke gab es also nur die möglichkeit, fröhlich in der wartehalle herumzufrusten und sich von mir einer der folgenden gruppen bzw. stereotypen zuordnen zu lassen:

a) die eingeschnappten

die eingeschnappten äußern ihren frust lautstark nach jeder aktuellen status‐durchsage, ganz egal wie negativ diese klingt oder ob es nur die sicherheitsschleife ("bitte lassen sie ihr gepäck nicht davonlaufen") ist. die eingeschnappten sind einigermaßen gut gekleidet, tragen handgepäck und notebook in zwei verschiedenen taschen mit sich herum, lesen spiegel oder focus und verhalten sich sonst ruhig, wenn sie nicht gerade murmelnd über "dieses kaff" schimpfen. sie haben ihre verzehrgutscheine für kaffee eingelöst und sind später die ersten am boarding‐counter, wenn es dann irgendwann wirklich losgeht.

b) die komiker

die komiker wären früher in der schule gern streber gewesen, waren aber leider zu dumm dafür. aus ähnlichen beweggründen versuchen sie der situation mit schlechten kalauern und half‐man‐shows beizukommen, ungefähr genau wie wenn ihnen beim sex peinliche dinge passieren und sie zu quasseln anfangen. die komiker finden die verspätung nicht ganz so schlimm, sie werden sowieso von niemandem erwartet, aber sie hoffen auf unverbindliche kontakte, vielleicht sogar zu einer frau, in der wartehalle. die komiker treten selten und praktisch nie in der gruppe auf, tragen allerdings sakkos und hemden in zweifelhaften farbkombinationen (lachs/türkis oder lila/gelb). der komiker ist einzelkämpfer und kauft mit seinen verzehrgutscheinen haribo‐tüten und wassereis.

c) die gleichgültig‐teilnahmslosen

die teilnahmslosen besitzen einen mp3‐player, aber keinen ipod. sie haben eine innere ruhe gefunden, da sie sich bewußt sind, den flieger nun auch nicht herbeizaubern zu können. sie machen irgendwie das beste aus der situation, sollten dabei aber nicht angesprochen, sondern in ruhe gelassen werden. die teilnahmslosen sind rudeltiere, die sich mit blicken über wartehallendiagonalen hinweg verständigen könnten, es aber nicht wollen. sie tragen bequeme oder unauffällig‐moderne kleidung. ihre verzehrgutscheine geben sie für zeitschriften aus.

d) die manager

die gefährlichste der verschiedenen gruppen ist die der manager. der manager ist leicht reizbar und hat die situation nicht im griff, wenn er nicht gerade mit seiner sekretärin telefoniert und ihr den begriff "regreßansprüche" diktiert, für den brief, den jene am montag als erstes an die fluggesellschaft zu tippen habe. er legt auf seinem notebook eine excel‐tabelle mit einer liste aller ausgaben und entgangener einnahmen an, angefangen beim stundenhonorar bis hin zum verzehrgutschein, den er sich aufgrund der überteuerten café‐angebote in bar auszuzahlen lassen gedenkt. der manager versteht keinen spaß und wenn er freundlich angesprochen wird, freut er sich, endlich einmal schimpfworte laut sagen zu können. der manager trägt manager‐kleidung und liest das handelsblatt, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, sich über seinen zu engen schlips zu ärgern.

e) die vielflieger

am lächerlichsten macht sich der profi‐ bzw. vielflieger. nach jeder durchsage, oder wahlweise ungefähr alle 20 minuten, telefoniert er lautstark "mit tegel" um sich wegen des zustands "der maschine" zu erkundigen, auf die alle warten. der vielflieger hat einen messiaskomplex, wenn er nach jedem sowieso schon viel zu laut geführten telefonat das ergebnis ("die maschine ist schon geblockt") den wartenden umsitzenden mitteilt. der vielflieger ist zu beschäftigt, um seine verzehrgutscheine einzulösen, und wird kurz vo dem start des boardings von einem kollegen, der die gerade gelandete "maschine" im moment auf dem rollfeld verläßt, angerufen. der vielflieger ist ein armseliges würstchen, das keine freunde hat. das verbindet ihn zwar mit dem manager, aber um freunde zu werden, sind beide viel zu beschäftigt mit professionellem checken der lage. der vielflieger beschimpft die schalterangestelltinnen, die nichts für die situation können.

f) der blogger mensch mit weblog

.. sitzt am rand des wartesaals, fühlt sich geistig latent mit den teilnahmslosen verbunden, ärgert sich ein bißchen, daß er eventuell zu einem konzert in berlin zu spät kommen wird, und tippt derweil einen text, den er später, sobald er sich nicht mehr in der provinz ohne internet befindet, dann sogar online stellen wird, wenn sich der anfänglich vorhandene zweifel an der qualität des texts dem peinlichen "schon viel zu lang nichts mehr geschrieben" untergeordnet hat.

[ frank l. | 2006-04-24 | 15:20 | # ]

aufarbeiten der 80er, für spätgeborene: shocktilt.

shocktilt – publication devoted to 80s cassette culture: post‐mortem, power electronics, industrial, experimental, noise, destroyed musick. more than 100 reviews on rare & obscure cassettes & vinyls, loaded with offensive visuals and hard‐to‐find informations.

noch ein bißchen namedropping hinterher? vivenza, broken flag, hunting lodge, grey wolves, pure, lille roger, club moral, randy greif, new blockaders, mauthausen orchestra, ultra, .. – himmel, allein die bandliste der ersten ausgabe liest sich schon besser als ein ausschnitt meiner erbärmlichen plattensammlung jener jahre. man arbeitet sich zwar mit vinyl on demand memberships an die klassiker und raritäten ran, aber eigentlich müßte der tag 46 stunden haben, um das alles noch vor dem eigenen lebensende zu schaffen. das mit dem grob‐überblick, über "damals". god damn the sun.

[ frank l. | 2006-04-19 | 19:14 | # ]

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"schlabberhouse."

[ frank l. | 2006-04-19 | 10:52 | # ]

jungsromantik

abenteuerspielplatz ferropolis

[ frank l. | 2006-04-17 | 13:17 | # ]

 

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