und so choreographieren wir uns munter durch den tag.

[ frank l. | 2007-03-26 | 23:06 | # ]

"ich köchte mir einen kaffee, falls ich aufwuch."

(darf ich vorstellen? der plusquamjunktiv. zu betonen auf dem a, übrigens.)

(sprache in erregung.)

[ frank l. | 2007-03-26 | 03:37 | # ]

and if we go someplace to dance, ..

den kontakt zur welt (an der du krankst) erhältst du dir, indem du beginnst, außenwirkung (also selbstzweifel) und stil (also understatement) auseinanderzuhalten, und für beides nicht mehr den begriff "coolness" zu verwenden, was ja nur im – auf allen ebenen – /nüchternen/ zustand funktioniert, paradoxerweis'.
mit steigendem iq (also sinkender besoffenheit; und ich ahne, daß ein weiteres von mir noch nicht genauer benennbares attribut großen bock auf einen intellektuellen dreier mit diesen beiden hätte) nennt man "unzufriedenheit" ja irgendwann schließlich auch "traurigkeit", und noch später weiter dann "schwermut".

.. i know that there's a chance you won't be leaving with me.

(file under "die 120 minuten von nachtleben: höllenkreis der melancholie".)

[ frank l. | 2007-03-26 | 03:23 | # ]

diese geradezu nett-harmlose art von /macht/, die kleine kinder beim warten an einer roten ampel haben: zig erwachsene drumherum, die es eigentlich aus fadenscheinigen gründen eilig hätten, aber diesen gerade für einen der letzten momente (für eine der letzten möglichkeiten) in ihrem leben halten, wo sie ihre gute erziehung zeigen (können, dürfen) und dann eben doch brav auf grün warten, obwohl bei klarster sicht bis zum horizont nicht einmal die illusion eines autos naht.
(leichte eingebildete gänsehaut dann spätestens, wenn man vom gegenüberliegenden bürgersteig -den text über all jenes schonmal im kopf vorformulierend- im gesicht, im blick, im lächeln des wartenden kindes genau dieses /wissen/ über die gesamte situation ablesen kann und sich für dreieinhalb millisekunden wie der verbündete große bruder fühlt.)

[ frank l. | 2007-03-26 | 03:09 | # ]

traumberufe ("was mit medien")

alexander neumayer - obstschnitzer

das oberflächlich tolle hingegen am fernsehen ist dann ja wieder, daß man nur zur richtigen uhrzeit blind auf einen der deppensender schalten und ein paar minuten abwarten muß, bis sich die möglichkeit für einen screenshot bietet, den man nicht einmal mehr kommentieren muß.
[aber könnte, natürlich, mit "dekadenter scheißdreck für gelangweilte gala-leserinnen" vielleicht, ein bißchen weniger harsch sondern mehr niedlich formuliert eventuell, und mit einer angezynischten schlußpointe versehen. aber aus dem alter ist man dann ja auch irgendwie raus, so im weblog.]

[ frank l. | 2007-03-16 | 19:14 | # ]

du verliebst dich immer nur in dinge, die in bewegung sind, nie in statische (personen werden interessant, geräusche werden zu musik, orte beginnen zu leben). den zauber siehst du im moment, also einem -wenn auch kurzen- zeitraum, einer zeitspanne, in der du das objekt ent-deckst. /wenn/ du dich verliebst, dann in einen ablauf, ein intervall, eine energie, einen strom (stream). und deswegen stößt dich stille auch so sehr ab: sie macht dir angst, denn sie ist das gegenteil von verliebtsein (– also gleichgültigkeit). begierde ist potential, und zeit heilt.

[ frank l. | 2007-03-15 | 02:42 | # ]

"wir schreiten bis wir nicht mehr konnten."

[ frank l. | 2007-03-13 | 01:16 | # ]

und das, was auch verlorengeht in dieser technifixierten welt, ist das moment des suchens und findens: die "ich sitze hinten links"-sms oder der "ich komme drei minuten später"-anruf, all das verlangweilt den öffentlichen raum, das be-gegnen. räume werden nicht mehr erschlossen sondern eingenommen, informationsgehälter sinken, eindrücke prägen nicht mehr sondern werden notiert oder ignoriert. keine überraschungen mehr bei verabredungen, keine stimmung und keine spannung, nur noch "wink' doch mal, wenn ich endlich drei meter neben dir stehe". kalt, warm, lauwarm: virtualisierungen des suchens, nichts mehr mit-bekommen, kein abenteuer mehr dank flatrate. das war in den 80ern echt sexier (– die klamotten aber schlimmer, zugegebenermaßen).

[ frank l. | 2007-03-12 | 03:06 | # ]

aus tiefstem herzen

wir bewundern am fernsehen auch 2007 noch immer die kunst der /inszenierung/. bei allen beteiligten, innerhalb aller formate, zu jeder uhrzeit, auf jedem sender, auf jeder einzelnen stufe des schichtenmodells. die zwar auch in anderen medien existiert, aber nirgends so subtil perfektioniert wurde (vielleicht sogar ehrlich unbewußt, stellenweise) wie im fernsehen: ekelerregend und beeindruckend zugleich.

("hier ist eine competention!")

[ frank l. | 2007-03-08 | 21:47 | # ]

tales of mere existence

good stories of bad romance.
[unbedingt die filmchen, bspw. "how to break up with your girlfriend in 64 easy steps", ansehen.]

[ frank l. | 2007-03-08 | 20:01 | # ]

dein lebensentwurf, nicht meiner.

sehr geehrte dame / sehr geehrter herr,

aufgrund einer derzeit stattfindenden, "qualitätsoffensive" genannten verschlankung bzw. verkleinerung meiner xing.com-kontaktliste, finden momentan unterschiedliche kriterien zu re-validierung meiner privaten oder geschäftlichen beziehungen anwendung. eines dieser kriterien ist das der angemessenen kleidung auf der sie repräsentierenden abbildung in ihrer profil-seite bzw. auch der inhaltliche eindruck, den ein besucher aufgrund der textlichen angaben im rest ihres profils von ihnen bekommt.

diese genügen in unserem fall leider nicht mehr meinen veränderten ansprüchen an einen inspirierenden, interessanten und glücklichmachenden "kontakt" bzw. haben sich mittlerweile inhaltlich doch zu weit von dem entfernt, was mir im leben am herzen liegt und worauf ich bei der auswahl meiner sog. "freunde" achte. aus diesem grund entferne ich heute das zwischen uns bestehende webzwonull-willkür-bit, nicht ohne sie darauf hinzuweisen, daß dies als reiner akt mentaler hygiene meinerseits und nicht als streitoffensive (o.dgl.) gemeint ist.

einer erneuten bewerbung ihrerseits stehe ich selbstverständlich aufgeschlossen gegenüber, sobald ihr xing.com-profil sowie ihr herz, ihre augen und ihre aussagen einen weniger verkrampften bzw. verbitterten eindruck machen.

es grüßt,
in liebe,
f.

eigenartig, daß man sich dann doch nicht traut, aus dem entwurf eine auch wirklich verschickte elektropost zu machen (ganz zu schweigen von den darin angesprochenen "konsequenzen", natürlich). fast so eigenartig wie das trotzdeme posten des gesamten textes im eigenen weblog. aber wo schon selbstdarstellung, wenn nicht hier?

[nein, diese frage war rhetorisch gemeint. vielen dank.]

[ frank l. | 2007-03-08 | 20:01 | # ]

zu den traurigsten momenten, die ich kenne, gehören auftritte einer weder objektiv schlechten noch objektiv tollen band im halbleeren club, also vor deutlich zu wenig publikum. mit dem insiderwissen über die soundsoviel vorher verlosten gästelistenplätze, bekannte clubgesichter und szenenzugehörigkeit der anderen bleiben noch eine ungefähr einstellige zahl echter, interessierter gäste übrig. und denen gefällt es, statistisch, eben auch nur zum teil. die band überspielt das mit antrainierter überspielungscoolness (also mit zuviel gequatsche zwischen den songs und erfolglosen euphorie-motivationsversuchen währenddessen), das publikum ist bemüht, aber fühlt sich eben allein & -gelassen, die pausen zwischen song-enden und applaus-beginn sind mehrere millisekunden zu lang, – und die guten absichten auf allen seiten führen ja auch nicht nur bei konzerten in den seltensten fällen zu glück und zufriedenheit. der subjektiv tollen band kann man nicht einmal etwas vorwerfen außer unerfahrenheit, selbst das nicht mal guten gewissens, und man kann sie nicht so recht trösten, nur mitgefühl haben und sich beim applaudieren mühe geben, wie mehrere zu klingen.

party nach dem konzert mit karaoke und "free schnaps", eintritt nur noch 1 euro, der club füllt sich merklich. ich laufe nach hause, nachdem ich mich als einer von zweien in die ausliegende band-newsletter-liste eingetragen habe, und denke nach über kulturgeschichtliche aspekte alkoholischer getränke.

[ frank l. | 2007-03-08 | 15:19 | # ]

derzeit funktioniert das dreidimensionale berlin im netz eher schlecht als recht – gebäude schweben in der luft herum, die anwendung ist äußerst träge. ['piegel]

stimmt, und nicht nur "im netz". hab' ich letzte nacht auf dem heimweg auch alles schon bemerkt.

[ frank l. | 2007-03-08 | 12:20 | # ]

 

// !