ein interview, mit mir. haha.

nee, ernsthaft. dort drüben, bei liz. (und das bin übrigens nicht ich, auf dem bild. das ist mein .. also .. will sagen: ich bin sein evil twin. genau.)

"i had finally realized every rock star's dream – hating being famous."

[ frank l. | 2008-02-04 | 00:29 | # ]

der inszenierung eine routine: wenn du nicht aufpaßt, näherst du dich nämlich wieder dir an – je länger man eine sache betreibt, desto ähnlicher wird man sich schließlich. ausnahmesituationen ebben eher langsam ab, aber die persönlichkeit (per sonare!) bleibt als grundton, und kommt irgendwann doch wieder durch. dann ist deine manie keine mehr, auch wenn du es gern so hättest, an ihre stelle sind dann kalkül und pragmatismus getreten. nicht unbedingt die schlechtesten eigenschaften um zu überleben, nicht unbedingt die besten aber, um etwas zu spüren. du willst nicht zu dir finden, aber du weißt nicht, was du sonst suchen solltest. reaktion gibt es eigentlich nicht, nur muster. und wenn all die symptome im detail erst einmal unerträglich geworden sind, ist es sowieso zu spät, dann ist der anlaß zum affekt verschwunden. (2006)

dem moment einen namen: und man möchte ja doch über jedes foto mit sich, über jede erinnerung an sich, über jeden text von sich aus der zeit von ganz zurück zum anfang bis heute minus ungefähr 12 monate "das war nicht ich!" drüberschreiben. das war ein anderer, der das verfaßte, damals, ich jedenfalls nicht, ganz sicher nicht. man hat sich doch verändert. und das ideal wäre, man sollte sich remixen können, andauernd, seine alten ichs, und je nach situation den passenden mix präsentieren, die perfekte komposition, die zum moment paßt und zur zielgruppe und zum zustand und zum abstand. die damaligen ausdrucksformen nicht verleugnen, aber ins richtige licht stellen. sich eine bildunterschrift geben können.

dem inne ein halten: diese substanz, die in asiatischen tütennudelsuppennudeln enthalten ist, die dafür sorgt, daß die nudeln unter energiezufuhr ziemlich schnell ein bißchen weich werden, aber dann ab einem bestimmten punkt nicht mehr weicher, also diese substanz, die den aldentegrad definiert und dafür sorgt, daß trotz zulangkochen innerhalb eines gewissen rahmens die nüdelchen nicht unnötig dollschlabbrig werden, diese substanz, die also dafür sorgt, daß die dinger weichabernichtzuweich werden (ungefähr so wie die friseurfloskel kurzabernichtzukurz) – ob ich davon wohl bitte ein klein wenig für meinen momentanen herzkasper haben könnte? biete geschmacksverstärker im tausch.

[ frank l. | 2008-02-03 | 03:01 | # ]

ob das ein fußbad wäre, fragt sie mich.

nein, nur ein luftbefeuchter, antworte ich, aber stelle mir vor, was wäre, wenn ich doch eine fußbadmaschine besäße. wenn ich jemand wäre, der seine füße badet, baden müßte, baden wollte. ob ich vielleicht so ein wellness-fuzzi wäre, der sich freitagabends zur bestellten pizza mal etwas gutes tun will und das fußbad anwirft, und die kleinen perlen vibrieren niedlich in dem lauwarm-bis-warmem wasser, in das ich vorher noch wucherteures salz reinkippen mußte, das es nur in einem bestimmten sanitätsfachgeschäft am kudamm auf bestellung gibt, aber man gönnt sich ja schließlich so selten was, außer bei starbucks vielleicht. und die kleinen perlen vibrieren also in dem gerät, das so beruhigend knattert auf dem boden und dabei ein paar hundert watt verbraucht, aber schließlich läuft das ding ja nur eine halbe stunde lang, und die sache mit dem gönnen, und überhaupt. an den sohlen kitzelt es, ungefähr so, als würde einen da jemand kitzeln, und ich bekomme langsam dieses dämlich-sabbernde lächeln im gesicht, das die leute aus der fußbad-werbung auch immer drauf haben, und ich denke an die ostsee, letztes jahr, abends kurz vor der dämmerung, das rumlaufen am strand, das die füße mindestens genausogut massiert hat, aber wo soll man hier in mitte schon die ostsee herbekommen an so einem freitagabend mit pizza und günther jauch. und dann lächle ich latent debil noch ein bißchen weiter, nehme die füße später wieder aus dem plastikeimer heraus und tropfe mir ein bißchen salzwasser auf den teppichboden beim abtrocknen der schrumpligen haut, weil das telefon klingelt und ich schnell ins nebenzimmer muß. denn als jemand, der fußbäder nimmt, rechnet man nicht mit anrufen an freitagabenden.

war dann aber nur verwählt.

[ frank l. | 2008-02-02 | 03:04 | # ]

teil 2: die tragik der geste

und draußen, die welt. man sieht menschen, die sich nicht mehr freuen, sondern in dem einen moment, in dem sie analytisch zu dem schluß kommen, freude wäre angebracht, eine reaktion nachspielen. man sieht menschen, die gelernte gesten abspulen. man sieht menschen, die körperhaltung, artikulation und zerebralrhythmus kopieren von dem, was sie im fernsehen sehen, bei anderen menschen, die körperhaltung, artikulation und zerebralrhythmus auch nur kopiert haben. man sieht menschen, deren verhalten seicht wirkt, ungefähr so, als wüßten sie, was von ihnen erwartet wird, und würden sich bemühen, diese erwartung zu erfüllen, und gleichzeitig noch darauf hinzuweisen, daß sie erwartungen erfüllen können, aber nicht subtil genug, um wirklich sophisticated zu sein. menschen in steten bewerbungssituationen. man sieht menschen, die nicht nur auf ihr äußeres achten, sondern auf ihre rolle, in einzelnen fetzen zusammengeklaut aus dem, was sie für weiterentwicklung halten, was aber doch nur tragik ist, die differenz zwischen der eigentlich guten absicht und dem erbärmlichen ergebnis nämlich.

und drinnen, der kopf. der szenisch denkt, und reflektiert und wahrnimmt und verarbeitet und konstruktiv tickt. der situationen von außen betrachtet, sich über sich selbst gedanken macht. dem zitate einfallen, der gefühle in kamerafahrten und musik ausdrückt und eingedrückt bekommt. der kopf, der szenen vergleicht und auf mehreren ebenen gleichzeitig dinge versteht. überhaupt: der kopf, der versteht. der wie ein motor funktioniert, zwar manchmal stottert, aber eben doch immer läuft, vor allem im schlaf, besonders im schlaf, denn da passiert die kreativität, die dann bei nacht ausgelebt wird. da fühlt man sich echt, oder doch jedenfalls nicht fake, mit diesem kopf, denn es ist der eigene. und der kopf empfindet und spürt und leidet und atmet und spricht in direkter verbindung mit dem herzen, und daher kommt dieses gefühl des ideals. ungefähr so, als hörte man musik auf dieser persönlichen ebene, wie sie einen begeistert und man merkt, daß sie schalter umlegt und synapsen verbindet. die vollkommene und reine unmittelbarkeit.

und dazwischen, was? die grummelnde frage, wie sehr sich diese beiden dinge unterscheiden, ob sie das überhaupt können, ob sie das denn sollten, oder ob es eben doch nur zwei facetten der prinzipiell gleichen sache sind.

(tbc)

[ frank l. | 2008-02-01 | 02:54 | # ]

 

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