the art of gratwanderung

an einer sogenannten "konsensband" gäbe es nichts auszusetzen, würde man den begriff wörtlich verwenden – "konsens" als kleinster gemeinsamer nenner, auf den sich alle beteiligten irgendwie einigen können: jeglicher diskurs wäre dann unnötig, wahrscheinlich sogar unmöglich. coldplay ist das vorzeigebeispiel eines solchen konsenskünstlers, eine band, die irgendwo zwischen werbecliptauglichkeit und fahrstuhlmusik das macht, was "alle" hören wollen, dabei nach möglichkeit vor allem nicht anecken möchte, sondern eher breitentaugliche "unterhaltung herstellt". woran es per se ja noch nichts zu kritisieren gibt, außer von denen, die popmusik für eine art künstlerischer artikulation halten, die eben genau jenes nicht in den vordergrund stellen sollte – sondern auf unverwechselbarkeit, unterschied und aussage setzen sollte. vermutlich deswegen funktioniert der begriff "konsens" in der popkultur also ein bisschen anders, nämlich mit dem durchaus vorwurfsvoll gemeinten subtext einer fehlenden distinktion.

der langen einleitung endlicher sinn: seit letztem wochenende müssen sich oasis, als headliner am dritten tag des melt!-festivals in gräfenhainichen bei dessau das wochenende beschließend, wohl in die gleiche kategorie jener konsensbands einordnen lassen.

null

dabei lief in den drei tagen zuvor fast alles prima. der veranstalter hatte offenbar aus der organisatorischen schlappe des festivals im vorjahr gelernt und dieses jahr eine ganze menge richtig gemacht, von der begrenzung der besucherzahlen (erstmals war das melt! ausverkauft) über die klassische platzierung der verschiedenen bühnen (wie in den jahren bis 2007 – die wege zwischen den bühnen/acts wurden also wieder kürzer) bis hin zu offensichtlich besser vorbereiteten und freundlicheren security-repräsentanten als noch 2008. das melt! als gratwanderung zwischen baggersee-improvisation und monster-event einerseits und zwischen indie-rock und elektronik andererseits hatte es da schon immer ein bisschen schwerer, nicht nur wegen der vergleichsweise heterogenen zielgruppe, sondern auch, weil es immer irgendwie etwas "besonderes" sein wollte: inhaltlich/musikalisch natürlich, aber auch von der atmosphäre, erzeugt durch diese sorte kids, die sich nur noch selten darum schert, ob ein künstler nun ein dj-set oder einen live-auftritt bringt (an notebooks stehen sie eh alle), und bei der eben vor allem die eigene wahrnehmung, der spaß am wochenende, die begeisterungsfähigkeit an der musik zählt, und nicht die mitgeschleppten bierkästen und das viertägige komakotzen. das melt! war schon immer ein festival, das so gerade noch als kuschelig durchging, bei dem man mit den meisten leuten nicht nur gut klar kam sondern auch schnell ins gespräch, bei dem es kein lagerfeuer (sondern überdimensional große bagger und ähnliche alt-industrie-artefakte) brauchte, um sich wohl zu fühlen.

melt!-festival // bild: (c) stephan flad

eins

und so ein festivalwochenende läuft dann eben doch immer vergleichbar ab: zu beginn der freitag voller euphorie und neugierde, bei dem die ersten stunden noch mit dem beschnuppern des geländes, dem treffen von bekannten, dem zurechtfinden und rumtelefonieren verbracht werden. der nachmittag und der frühe abend, der dann übergeht, ganz behutsam, in die eigentliche festivalstimmung – so auch dieses jahr. gisbert zu knyphausen und this will destroy you im zelt, kurz danach rex the dog am anderen ende des geländes auf der so genannten "big-wheel-stage" (eine von immerhin zwei der fünf bühnen, die noch ohne sponsorennamen auskommen – die drei anderen gehören zu den momenten, die man zwar als ordentlich unkommerziell sozialisierter musikfan schon ambivalent betrachtet, aber wenn einem dann andererseits schuhhersteller und softdrinkplörre dieses festival und dieses ganze angebot an tolligkeit erst möglich machen, ganz zu schweigen von den für festivalverhältnisse mehr als ordentlichen getränkepreisen auf dem ganzen gelände, verschiebt man den diskurs eben gerne mal im kopf auf die tage danach) – wahrscheinlich nirgendwo anders gelangt man so schnell von beeindruckendem liedermacher- zu post-rock und danach zu einem electro-set, das "sich gewaschen hat", wie es meine oma ausdrücken würde, wenn sie noch leben (und außerdem ahnung von elektronischer tanzmusik haben) würde. bodi bill, klaxons, la roux, röyksopp, aphex twin (letzterer als einziger "griff ins klo" des ersten abends mit einem verspult-frickeligen kunstgalerie-show-off und schlechten backgroundvideos, vor allem jedenfalls nicht mit einer einem headliner würdigen "größe") – eine nackte aufzählung natürlich, die wie üblich den nichtdagewesenen vermutlich auch nichts bringen wird, den mitfeiernden aber eventuell ein lächeln auf’s gesicht – rezensionen funktionieren ja oft nur über anknüpfungen und gemeinsamkeiten. sogar der nach drei uhr nachts einsetzende sturm, der zur schließung des geländes und – gelinde gesagt – leichtem chaos führen sollte bei den bussen, die zwischen festival-halbinsel und zelt- beziehungsweise parkplatz pendelten, konnte da nur anfangs für schlechte laune sorgen. für das wetter konnte der veranstalter nunmal nichts, und war man erstmal ein paar kilometer gelaufen, war einem der regen auch irgendwie egal.

melt!-festival // bild: (c) stephan flad

zwei

auch ein zweiter festivaltag beginnt normalerweise mit erkältung, kater oder lauten nachbarn und dementsprechend eher mittelmäßiger laune. da passt es ganz wunderbar ins konzept, dass das melt! ein nachtfestival ist, bei dem "from dusk til dawn" gefeiert wird, man also fast den ganzen sams-tag zur regeneration hatte, bevor man sich von den filthy dukes wachrütteln ließ, bei caribou die eleganz parallel drummender – ähm – drummer bestaunen konnte und bei animal collective immer nur denken musste, dass sich richard aphex d. twin james am vorabend hier vielleicht mal hätte abschauen können, wie man verstörend-eigenartig und dennoch nicht zu speziell mit elektronischer musik auf einer hauptbühne auftritt. die restlichen eher müden durchhänger des samstags (nämlich: fever ray mit sehr viel show und null dramaturgie beziehungsweise einem auftritt, bei dem man sich 55 von 60 minuten lang fragte, wann es denn nun endlich losgeht; mstrkrft auf der bühne an der "kleinen strandbar am see" mit einem zugegebenermaßen gewohnt prollig-lustigen "auffe zwölf"-auftritt; dj hell mit einem set, das sich nicht zwischen "gleich geht’s los" und "guckt mal, ich kann auch breaks" entscheiden konnte; und digitalism auf der hauptbühne, gegen deren "bratzen-electro" beispielsweise im vergleich boys noize hochintellektuelle kunststudentenmusik gewesen wäre – und natürlich gefühlt zirka tausend anderen acts, die man auf so einem jahrmarkt nicht aktiv wahrnimmt, eventuell am rande spürt, die anwesenheit fühlt, im programmheftchen liest, sie aber dann leider doch verpasst) – diese genannten müden durchhänger jedenfalls wurden gegen vier uhr früh von bonaparte so sehr in den schatten gestellt, dass der parallel stattfindende sonnenaufgang nur noch als gimmick am rande wahrgenommen wurde. "menschen, tiere, sensationen" mag wie eine floskel klingen, ist aber das einzige, woran man noch denken kann, während man einen auftritt von bonaparte sieht. erwartungsgemäß also auch am sonntag früh: verschwitzte t-shirts, glücklich guckende menschen, und die sonne, die gelbe sau, aufgehend hinter, nein, in dieser unfassbar grandios wirkenden kulisse. (denn, nur für den fall, dass es immer noch nicht oft genug erwähnt wurde: das melt! ist eines der schönsten.)

melt!-festival // bild: (c) stephan flad

drei

der sonntag als dritter festivaltag wurde erst im letzten jahr beim melt! eingeführt, denn just zu jenem zeitpunkt war björk in der gegend, die man nicht innerhalb des normalen festival-lineups verheizen wollte (und deren gagenforderung das wahrscheinlich auch nicht gerechtfertigt hätte) – so wurde ein anhängsel daraus. ein dritter tag, für den auch einzeltickets verkauft wurden, an dem sich einige schon wieder auf den heimweg machten und andere nur deswegen nach gräfenhainichen kamen. ein dritter tag, an dem nicht mehr alle bühnen geöffnet hatten, ein "kleines festival" nach dem großen, für das jemand wie björk perfekt geeignet war.

vielleicht hätte man ja wenigstens blur anfragen können, die sich zwar musikalisch auch irgendwo im konsensabteil aufhalten, deren reunion-gigs aber kurz zuvor in london für weitaus mehr aufsehen gesorgt haben, als es ein oasis-konzert je erreichen würde – schließt man einmal vorsichtig von der resonanz des publikums an diesem sonntagabend auf den "impact", den eine band wie oasis offenbar nur noch hat. dass keine zugabe gespielt wurde, mag bei anderen bands ein origineller bruch mit festen live-ritualen sein, bei oasis war es nur konsequent und nicht anders zu erwarten, staunte man doch fast eineinhalb stunden lang über das nicht-ausflippen einer menschenschar, über das ausbleiben jeglicher euphorie, über das quälen durch eine setlist, die noch nicht einmal tiefen hatte – neunzig minuten ohne höhen hätte man wenigstens noch als inspiration für einen originell formulierten verriss nutzen können, aber neunzig minuten ohne tiefen ließen einen dann leider auch nur noch permanent auf die uhr sehen. oder auf die kulisse, denn die war – ich wiederhole mich.

der dritte festivaltag als solcher mag funktionieren (und er hat es auch dieses jahr, obwohl die großartigen glasvegas ihren auftritt schon bei sonnenlicht spielen mussten, obwohl polarkreis 18 im lineup standen, obwohl eines der festivalhighlights – yuksek – fast unbemerkt auf der gemini-stage versteckt wurde, und obwohl – nein, gerade weil kasabian kurz vor dem sogenannten headliner oasis deren job übernommen und die massen zum ausrasten gebracht haben). vielleicht findet sich ja nächstes jahr wieder ein würdigerer abschluss.

abgesehen davon nämlich war alles sehr prima, dort auf der halbinsel, zwischen den baggern.

dreizehn

2010.

(dieser text erschien ursprünglich auf solokarpfen.de.)

[ frank l. | 2009-07-28 | 12:21 | # ]

never been closer to heaven, never been further away

die schwarzmarkthändler sind bei den größeren ausverkauften konzerten ja meistens die gleichen, und man durchschaut sie auch recht schnell: gut organisiert ähnlich der hütchenspieler-mafia, meist zu dritt oder viert unterwegs – einer (typ: fan der band, zwischen studentisch und pleite) sucht mit handgeschriebenem schild ein ticket, das er im erfolgsfall (kauf zum originalpreis) seinem kollegen (typ: sakko und umhängetasche, jeans) weitergibt (manchmal über den dazwischen aufgebauten brezel-verkaufsstand), der es wiederum weiter vorn über die mitleidsmasche ("selbst zu teuer bei ebay gekauft, kumpel hat abgesagt") zum ungefähr doppelten preis an verzweifelte echte fans der band verkauft. beim konzert von moby letzte woche standen sie, genau wie zwei tage später beim konzert der pet shop boys, und ging man mit halbwegs offenen augen zu diesen beiden konzerten, sah man das nicht als einzige gemeinsamkeit.

moby im neuköllner heimathafen, einer – gemessen am ehemaligen starkult rund um den amerikaner – mit zirka 600 personen fassungsvermögen eher kleinen und in berlin auch unüblichen konzertlocation, die entsprechend schnell ausverkauft war, nicht nur weil es eines von nur drei solokonzerten in europa für moby sein sollte. das neue album "wait for me" im gepäck, man kennt das, ganz klassisch – live als unterstützung für den plattenverkauf, im jahr 2009 schon fast eine anachronistische geste, läuft es mittlerweile doch meist umgekehrt. überhaupt, der 90er-flashback: das publikum im schnitt mitte 30, der saal durchaus nicht komplett gefüllt, daher fast überall gute sicht und guter sound. selten genug. und auch überall drumherum permanent das gefühl, beim einlass durch eine zeitmaschine gegangen zu sein: getränkepreise auf ordentlich-angenehmem neukölln-niveau, als security keine kurzhaarigen anabolika-kampfmaschinen, sondern ältere herren im anzug mit namensschildchen, ursprünglich vermutlich als platzanweiser gecastet. schick.

das problem nur: der 90er-flashback blieb auch während des konzerts bestehen. ein moby-konzert ist chefsache, jener chef dirigiert also die restlichen sechs bandmitglieder mit sichtbar verkniffenem gesichtsausdruck, fast möchte man sagen "neurotisch", und wäre da nicht noch joy malcolm mit ihrer erwartungsgemäß beeindruckenden (aber dadurch eben auch nicht wirklich überraschenden) soulstimme, wäre das treiben auf der bühne ein ziemlich manisch-männliches geblieben – muckertum, dem man eigentlich auch noch gitarren- und drum-solos zugetraut hätte. so aber gab es immerhin eine band zu sehen, die – ja, was denn, eigentlich? eine band, die die moby-hits und songs vom neuen album nachspielte. "natural blues" und "go" waren dabei, "we're all made of stars" natürlich auch, die eine oder andere coverversion selbstverständlich. fast wünscht man sich einen affront des publikums, um wenigstens ein bisschen überrascht zu werden. als "wohlfühlsoundtrack zur dotcom-blase" beschreibt jörg wunder im tagesspiegel die bekannten hits, und genau so wirkt dann leider auch jedes detail: als "damals war's nett, aber heute könnten das andere besser". ein bisschen soul, ein bisschen elektronik, ein bisschen ambient-/klangteppich, ein bisschen ohrwurm – klar, angenehm, schön, aber dann eben doch irgendwie ohne relevanz für das, was musik im jahr 2009 stehen sollte. für das, wofür ein künstler wie moby mit all seinen weltverbesserungsabsichten im jahr 2009 eigentlich stehen müsste.

nichts davon war schlecht, nichts davon war so, dass man das ausgegebene geld bereut hätte, aber ich war auch nicht der einzige, der sich oft eher ratlos umgesehen hat: da hätte eine moby-coverband auf der bühne stehen können, es hätte keinen unterschied gemacht. und die belanglosigkeit im auftritt passte dann doch wieder zum setting und publikum: bei den hits im takt mitklatschend als wäre man bei "wetten, dass..?", und auch sonst eher "dancend" als tanzend, als wäre man auf einer ü30- oder afterwork-party und nicht auf einem konzert. ist es anmaßend, wenigstens ein kleines bisschen innovation zu erwarten? auf ein kleines bisschen "wow!" oder wenigstens "uff!" zu hoffen? es blieb bei einem überflüssigen – nein, nicht mal überflüssig, sondern: es wurde ein egaler abend, der dem albumtitel "wait for me" einen eigenartigen subtext verlieh. moby rennt den nuller jahren hinterher.

mit schlimmsten befürchtungen also zwei tage später auf dem weg zu den pet shop boys ins tempodrom, denn das argument "es kann eigentlich nur besser werden" war ja noch nie ein haltbares. jedenfalls nicht, wenn eine band für einen so beträchtlichen teil der eigenen musikalischen sozialisation verantwortlich ist wie das bei den pet shop boys der fall ist. 4000 leute im ausverkauften tempodrom, nicht ganz so kuschelig wie bei moby also, aber kein hallen-monster wie die treptower arena oder, gott bewahre, eines dieser seelenlosen sponsorennamen-mehrzweckhallen-ungetüme. aber auch gemeinsamkeiten: gleiche zielgruppe und ähnlicher altersschnitt wie zwei tage zuvor. und dass für ein konzert -teilweise- sitzplatztickets verkauft wurden, dass ein konzert von antenne brandenburg präsentiert wird, und dass die vorband unerträglich schmalzigen deutschpop-chansonschlager (think "bastard child of tele & anajo") macht, so dass man ihren namen sofort wieder vergisst – all das verheißt normalerweise auch nichts unbedingt gutes.

aber!

da waren ja schließlich noch die pet shop boys. neil tennant und chris lowe, deren bild beim stichwort "perfektionierte musikalische kulissenschieberei" vor dem geistigen auge auftaucht (und das vermutlich sogar im 90er-jahre-styling mit "boy"-cap).

(...) könnten wahnsinnig viel falsch machen, fast wartet man auf eine geschmackliche entgleisung. sie könnten zum beispiel pyrotechnik einsetzen. sie könnten nackte tänzer mit engelsflügeln sich abseilen lassen. sie könnten auch über schmale laufstege ins publikum schreiten oder einfach zu viel sprechen. aber sie tun das alles nicht. nach 14 platten und 23 jahren bandgeschichte hat man hat schließlich einen ruf zu verlieren.
(– esther kogelboom im tagesspiegel)

nicht, dass dieser vergleich notwendig wäre, aber: alles, was man moby anlasten könnte, haben die pet shop boys an diesem abend nämlich richtig gemacht. auch sie sind eine 90er-band, auch sie spielen zu einem großteil best-of-shows (wie man das in der depeche-mode- oder eben moby-größenordnung nun mal so macht), also neben den durchaus vorhandenen aktuellen songs und single-auskopplungen (sagt man dazu eigentlich wirklich noch "auskopplungen"?) eben die tracks der eigenen musikalischen geschichte, die von tracks zu songs und von songs zu hymnen wurden (und von hymnen wieder zu kult, von "go west" mal abgesehen, das von der hymne zum kitsch wurde).

aber die pet shop boys machen dann eben auch nicht jenen fehler, sich auf die greatest hits zu verlassen: der schmale grat zwischen "dem sitzplatzpublikum die neue single abspielen" und "den seit-20-jahren-fan-fans eine freude machen" wurde nie verlassen – und wenn, dann höchstens so, dass jede der beteiligten zielgruppen ihren spaß daran hatte, etwa wenn aus der (neuen) single "pandemonium" und dem klassiker "can you forgive her" mal eben ein mashup gemacht wurde, genau wie aus "closer to heaven" und "left to my own devices". oder dass die show mit "heart" eröffnet wurde und nicht mit "love etc.", – oder dass in einem anderen track ein sample aus "paninaro" (kurz angespielt) versteckt wurde.

für die antenne-brandenburg-hörer "go west", für die setlist-nerds das zuletzt auf der 1991er-tour gespielte "jealousy". für alle im saal "being boring" (einen der wenigen mir bekannten songs, dem eine vollständige website gewidmet ist), für mich "king's cross". und all das zu einem stagedesign und während einer choreographie, die ebenso scharf auf der grenze zwischen "clubkonzert" und "mega-event" balancierten: technisch perfekt, und trotzdem mit seele. "west end girls" zum abschluss und das versprechen, im dezember wieder nach berlin zu kommen, und ein großteil der anwesenden wäre noch am gleichen abend karten kaufen gegangen, hätte es schon welche gegeben.

sogar aus den hinteren reihen konnte man an einigen stellen während des konzerts das ganz subtil angedeutete lächeln im gesicht neil tennants erkennen, eines dieser lächeln, das man aus männerfreundschaften kennt, wenn man nicht viel miteinander reden muss, aber sich eben auch ohne große worte versteht. das publikum wusste, daß die pet shop boys wissen, dass es (das publikum) sich über bestimmte songs freuen würde, und das wiederum wussten die pet shop boys – und das ist im echten leben gar nicht so kompliziert, wie es sich jetzt liest. so war das jedenfalls zwischen den jungs auf der bühne und dem publikum an diesem abend: verbundenheit. sowas bekommt ein moby einfach nicht hin.

(dieser text erschien ursprünglich auf solokarpfen.de.)

[ frank l. | 2009-07-03 | 17:29 | # ]

 

// !