duisburg und all sowas

ob architektur, kunst, kultur oder alltag – ein ausstieg aus dem pornographischen, nach immer mehr steigerung und eskalation fordernden system des spektakels tut not. das große event, das den einzelnen in die passivität zwingt, zum vieh macht, das den dialog und das wahre austauschen unmöglich macht und nur das besoffene (in jedem sinne des wortes) kybernetische aufgehen in der masse, im sportpalast-mob der neuzeit, ermöglicht, in dem es nur noch um konsumieren und ausscheiden zu gehen scheint, um eine tröstende form von anonymität in den schlangen vor bierwagen und chemotoiletten, um diese seltsame vereinzeltheit in der masse. vielleicht sollten wir wieder lernen, dass fußball auch mit 10 leuten ansehbar ist, dass kleine konzerte schöner klingen als sportstadien-gigs, dass weniger mehr ist.

(– hd schellnack: tod und spektakel)

[ frank l. | 2010-07-25 | 23:03 | # ]

fümpf

der eher akademische diskurs rund um social software wurde von niemandem gelesen und in der folge vom eher technokratischen diskurs web 2.0 abgelöst, dieser wiederum wurde von niemandem verstanden und in der folge von social media abgelöst, der aber eigentlich nur angewandte pr ist. was fehlt ist eine theorie, die konsequent den wirklichen wert für den user (entlang des gesamten spektrums individuum – gruppe – gesellschaft – system) in den mittelpunkt stellt.

(– markus spath: "the death of theory", 5 jahre live.hackr)

lesenswert, von oben bis unten, ..

(und gerade über die sache mit der granularität und atomisierung was zu schreiben liegt mir schon eine ganze weile quer im hinterkopf – zwar mehr in bezug auf granularität von kulturgütern und rechtskram bzw sich stellenden fragen beim filesharing oder vielmehr bei dem, was da in wirklichkeit passiert, wenn man teil eines "schwarms", einer "cloud" oder eines p2p-chens ist, also über den übergang von bit über artefakt zu "item" im weitesten sinn und wo da die grenzen gezogen werden könnten, sollten, müßten, und, ach, .. bald, vielleicht.)

.. überhaupt das ganze zukunftsding, dieses gefühl beim lesen von hackr.de, wo man auf die nüchternstmögliche text-art there is das funkeln in den augen spürt angesichts der beschäftigung mit fortschritt, – das begeistert mich. seit rund fünf jahren, übrigens. nurmalso.

[ frank l. | 2010-07-01 | 15:30 | # ]

 

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