3(m|)

(alles außer uns. alle außer sich. jeder außer mir. du außer uns. niemand außerhalb. ich nicht, du nicht, keiner. außer vielleicht – ..)

[ frank l. | 2011-07-21 | 22:54 | # ]

ghostriders ii

so möcht' ich sein / und nie gelangweilt.
so will ich werden / und nie uneuphorisch.
so werd' ich uns tragen / und nie aufgeben.
so wird es sein / und nie anders.

(laut & fullscreen!)

(via dragstripgirl)

[ frank l. | 2011-07-14 | 11:49 | # ]

in-fin-ity (parolen)

nichts ist einfach, alles ist einfach. wenn der puls auf 140 geht und da bleibt, auch nach der eigentlichen panikattacke. unruhe als grundzustand, wetter vor regen, crescendo und septime ohne auflösung. an abenden mit klischeewolken, klischeealkohol, klischeestimmungen, klischeesituationen und klischeedialogen – und man versucht wenigstens den soundtrack dann nicht klischee, sondern nur pathos sein zu lassen. alles ist einfach, nichts ist einfach.

the car's on fire and there's no driver at the wheel and the sewers are all muddied with a thousand lonely suicides and a dark wind blows. the government is corrupt and we're on so many drugs with the radio on and the curtains drawn. we're trapped in the belly of this horrible machine and the machine is bleeding to death. the sun has fallen down and the billboards are all leering and the flags are all dead at the top of their poles. it went like this:

wir sind alle verrückt, keiner von uns ist verrückt. man denkt über den begriff wahnsinn nach. und sorgt sich um jene, die genauso sind, wie man sich selbst vermutet. es gibt eine einteilung in gute und schlechte, und die guten sind die, die immer als erste draufgehen und deswegen auf sich achten müssen, die banden bilden und behutsam sein sollten. die schlechten sind die, für die "menü" bedeutet "mit pommes und cola". this world is a mess – aber hab' keine angst, ich hab' schon selbst welche. keiner von uns ist verrückt, wir sind alle verrückt.

the buildings tumbled in on themselves, mothers clutching babies picked through the rubble and pulled out their hair. the skyline was beautiful on fire, all twisted metal stretching upwards, everything washed in a thin orange haze. i said: "kiss me, you're beautiful – these are truly the last days". you grabbed my hand and we fell into it, like a daydream or a fever. we woke up one morning and fell a little further down – for sure it's the valley of death. i open up my wallet and it's full of blood.

es brennt, wir sind stumm. so vieles könnte einfacher sein, wären wir nicht unbesiegbar. ich kann kein blut sehen, ich habe die augen geschlossen. ich spiele alle acht wochen das gleiche spiel und habe vergessen, wie es sich anfühlt, wenn es mal ganz gut aussieht. violinen und drogen, glockenspiel und wodka, nächte und feuer. wir heulen dennoch. nimm meine hand und lass uns fallen. wir sind stumm, es brennt.

[ frank l. | 2011-07-13 | 23:44 | # ]

strich durch mahnung

erstes perfiditätsaxiom nach fuckup (inklusive subtilgemeinter vermischung mehrerer luzider ebenen): die situationen, von denen man sich erhofft, sie würden sich gleich /nur/ als traum herausstellen, .. – sind eben doch diejenigen, in denen man sowieso nicht einschlafen könnte.

prinzipbedingte erweiterung nach argh, erster satz: diazepam.

// (you can't march to the battlefield every night without getting hurt from time to time)

[ frank l. | 2011-07-12 | 14:25 | # ]

fetzen

es gibt ein wunderschönes bild von uns, vom samstag.
das kann nicht wunderschön sein, wenn ich drauf bin.
doch, ich mach' das ja wieder wett.

[ frank l. | 2011-07-11 | 22:01 | # ]

quatsch

ich hatte es meinem lyrischen möchtegernselbstbild zur angewohnheit gemacht, nie entlang etwas zu laufen – sondern immer auf etwas zu oder von etwas weg (und flucht konnte man außenstehend schließlich immer auch als jagd interpretieren, hatte ich mal irgendwo gelesen). aber. (– nichts aber, doch aber.) zehnsechzig also zwölf kostete das taxi dann, die einsvierzig gern für klappehalten. von dort weg, nach hause hin. wo ich eingestiegen bin, weiß ich nicht mehr, mal abgesehen von hintenrechts. schönstes wort des abends: wistfulness. camera obscura auf dem weg gehört und bis zum einschlafen und natürlich dann auch davon geträumt in der dreiviertelstunde bis siebenuhrzwanzig, als ich kurz wach wurde und las. ab halbneun wieder musik, aber mit zuen vorhängen. rock'n'roll station. die eingeschüchtertheit der dinge, die überbewertungen, das vermessen. manifest denken, aber nichts verstehen. deerhoof tonight, bis dahin detox, also auch musik, aber andere.

(moonchild)

[ frank l. | 2011-07-10 | 12:28 | # ]

"you are in $name's circles"

das schönste an google+ sind bislang die stellen der übertragung, wenn man die facebookdenke adaptiert und erweitert und rumschubst im kopf, bis es passt, bis man sich angenähert hat diesem neuen ding. das kofferauspacken im hotelzimmer (den gedanken, daß es mal ein -achtung- "eigenheim" werden könnte, hat man ca. 2009 schon aufgegeben), das erkunden und nahbarmachen der umgebung. das aufbäumeklettern und gucken. das verpeilte geschlinger, das beobachten der eigenen bockigkeit bei unverständnis. die schemata, in die man verfällt, betrachtet man /sich/ dabei.

viel weniger spannend momentan noch: der ganze social-network-aspektdreck.

[ frank l. | 2011-07-09 | 21:34 | # ]

(cures you of)

vermutung: die neigung zum drama, zur emotionalität, entsteht durch das wegnehmen von gesten, durch das wegnehmen der /möglichkeit/ von gesten (respektive also durch fortschritt, der "hinten" lücken hinterläßt, – der "vorn" ein übermaß erzeugt an affekt und reaktion, die gesten aber nun ratlos zurücklässt). es verschieben sich nicht mehr nur bedeutungen und belegungen und definitionen, es entstehen energiegefälle: potentiale, spannungen, differenzen (das übliche). und, ernst beiseite – fortschritt, weiterentwicklung, veränderung als anlass, als grund gewissermaßen für einen /unterdruck/ (also doch: anlass) im bereich des affekts: romantischer geht's doch echt nur noch, wenn musik ins spiel kommt. (ey!)

(dadurch, daß sich niemand mehr telefonnummern merkt, passiert anderer-seits etwas mit der art, wie wir mit dem, wofür telefonnummern standen, umgehen. dadurch, daß kaum jemand noch zündschlüssel benutzt um eine autotür zu öffnen, passiert etwas mit der /geste/ des (jemandem) auto-öffnens und ihrem subtext. die emotionalität von aufgenommenen mix-tapes steckt eben nicht mehr im /tape/. eins geteilt durch das gefühl, wenn man eine kaputte rolltreppe betritt.)

[die fragestellung, /wovon/ maschinen träumen, ist auch genau deswegen ja schon im ansatz kaputt. es geht doch vielmehr darum: /wieso/ erscheint uns der gedanke charmant, /wieso/ denken wir darüber nach?]

(usw, usf)

[ frank l. | 2011-07-09 | 02:53 | # ]

neue idee

"kopf zwischen sterne" war /natürlich/ eines dieser herzlieder – und ist es immer noch, aber "war" klingt angemessener, denn 2011 fehlt ein bißchen von der unmittelbarkeit, die das ding vor fünf jahren noch hatte, als ein nassgeschwitzter melt!-hangar völlig durchseelt wurde von diesem typen auf der bühne, wo man am ende zerbrochen und neugeboren war, nein, besser: wo man dann zerbrochen und neugeboren am ende war, ein ende war, zu ende war. wir wollten großes sein in diesem moment und fühlten uns wie in filmen, allerdings in unterschiedlichen, aber so ist das eben bei festivals.

mit jedem satz, den ich hier verlier', werd' ich weniger wahr;
mit jedem wort, das mich verlässt, werd' ich weniger.

dann kam der bachmannpreis und der text wurde wichtiger, mehr noch als eh schon, mehrer noch als eher schon, und wir saßen vielleicht auf getrennten sofas, starrten und staunten, kauften den blumenbarverlag leer und fragten uns immer wieder, wie das alles sein konnte, wie wir uns so überraschen lassen konnten von allem und von peterlicht und vom kapitalismus und der bitterkeit, die dann irgendwann keine mehr war, denn es fehlte an unmittelbarkeit.

mit jedem meter, den ich geh', steh' ich in der ferne und verlass' den bereich
von dem ich mal wusste, wie weit er reicht.

jetzt hören wir "neue idee" und lieben die selbstzitate, die 1/meta-inszenierung, die versatzstücke und die details, die anspielungen, die wir zu erkennen glauben, denn in guter musik steckt immer gute subjektivität, aber das würden wir so natürlich nie in ernstgemeinten rezensionen schreiben. wir lieben das, jeweils, daß wir ironie darin finden, wenn wir wollen, und wir wollen. wir merken, daß es /natürlich/ und /wieder/ das große ding ist, über selbstaufgabe und mut und über unterschied und potential, über all die lieblingsthemen, die wir so oft in der welt entdecken, wie du mir mal erklärt hattest. wir mögen das, völlig, dieses bild, von uns.

führ' du mich in die nacht, führ' mich raus,
gib mir eine neue idee, halt' den kopf aus dem fenster.

[ frank l. | 2011-07-07 | 23:46 | # ]

modest mouse

man vergleicht erinnerungen und erzählt sich von jahreszeiten. man riecht wieder. man läßt dinge kaputt gehen und wundert sich, wenn man merkt, daß es schlechte dinge waren, man kümmert sich um ersatz für die kaputtgegangenen guten, aber zu den guten gehört man ja selbst/verständlich. man sucht nach taktiken im umgang mit dem umgang, und vor allem lernt man viel. man lernt neue namen, denn da sind neue kontexte. man möchte strategien entwickeln und bemerkt dabei, daß (es eben nicht realisieren, sondern bemerken heißt, und) man das zum ersten mal bereits intuitiv gemacht hat. man will für jemanden etwas sein und kommt sich schlimm verkopft vor, weil man mal nicht nachdenkt. man vergisst fast. man zweifelt an den brettern, die man vor dem kopf zu tragen meinte, und man lächelt über anhänger, und anhang. man ist fast versucht, nicht mehr "man" zu schreiben, denn man (..) spürt /sich/ auf einmal wieder, in dem ganzen quatsch. man lässt, denn das kann ja schließlich nur von lässigkeit kommen. man gleicht sich ab, und an; und man gleicht sich, ab und an.

sleeping dogs wake

[ frank l. | 2011-07-06 | 21:48 | # ]

identifikation

"weil ja alle von den gleichen bands das gleiche gelernt haben darüber, wie wir auszusehen haben, zu reden, zu denken, zu fühlen, die art zu gehen (..)"

[ frank l. | 2011-07-05 | 11:17 | # ]

 

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