quatsch

ich hatte es meinem lyrischen möchtegernselbstbild zur angewohnheit gemacht, nie entlang etwas zu laufen – sondern immer auf etwas zu oder von etwas weg (und flucht konnte man außenstehend schließlich immer auch als jagd interpretieren, hatte ich mal irgendwo gelesen). aber. (– nichts aber, doch aber.) zehnsechzig also zwölf kostete das taxi dann, die einsvierzig gern für klappehalten. von dort weg, nach hause hin. wo ich eingestiegen bin, weiß ich nicht mehr, mal abgesehen von hintenrechts. schönstes wort des abends: wistfulness. camera obscura auf dem weg gehört und bis zum einschlafen und natürlich dann auch davon geträumt in der dreiviertelstunde bis siebenuhrzwanzig, als ich kurz wach wurde und las. ab halbneun wieder musik, aber mit zuen vorhängen. rock'n'roll station. die eingeschüchtertheit der dinge, die überbewertungen, das vermessen. manifest denken, aber nichts verstehen. deerhoof tonight, bis dahin detox, also auch musik, aber andere.

(moonchild)

[ frank l. | 2011-07-10 | 12:28 | # ]

"you are in $name's circles"

das schönste an google+ sind bislang die stellen der übertragung, wenn man die facebookdenke adaptiert und erweitert und rumschubst im kopf, bis es passt, bis man sich angenähert hat diesem neuen ding. das kofferauspacken im hotelzimmer (den gedanken, daß es mal ein -achtung- "eigenheim" werden könnte, hat man ca. 2009 schon aufgegeben), das erkunden und nahbarmachen der umgebung. das aufbäumeklettern und gucken. das verpeilte geschlinger, das beobachten der eigenen bockigkeit bei unverständnis. die schemata, in die man verfällt, betrachtet man /sich/ dabei.

viel weniger spannend momentan noch: der ganze social-network-aspektdreck.

[ frank l. | 2011-07-09 | 21:34 | # ]

(cures you of)

vermutung: die neigung zum drama, zur emotionalität, entsteht durch das wegnehmen von gesten, durch das wegnehmen der /möglichkeit/ von gesten (respektive also durch fortschritt, der "hinten" lücken hinterläßt, – der "vorn" ein übermaß erzeugt an affekt und reaktion, die gesten aber nun ratlos zurücklässt). es verschieben sich nicht mehr nur bedeutungen und belegungen und definitionen, es entstehen energiegefälle: potentiale, spannungen, differenzen (das übliche). und, ernst beiseite – fortschritt, weiterentwicklung, veränderung als anlass, als grund gewissermaßen für einen /unterdruck/ (also doch: anlass) im bereich des affekts: romantischer geht's doch echt nur noch, wenn musik ins spiel kommt. (ey!)

(dadurch, daß sich niemand mehr telefonnummern merkt, passiert anderer-seits etwas mit der art, wie wir mit dem, wofür telefonnummern standen, umgehen. dadurch, daß kaum jemand noch zündschlüssel benutzt um eine autotür zu öffnen, passiert etwas mit der /geste/ des (jemandem) auto-öffnens und ihrem subtext. die emotionalität von aufgenommenen mix-tapes steckt eben nicht mehr im /tape/. eins geteilt durch das gefühl, wenn man eine kaputte rolltreppe betritt.)

[die fragestellung, /wovon/ maschinen träumen, ist auch genau deswegen ja schon im ansatz kaputt. es geht doch vielmehr darum: /wieso/ erscheint uns der gedanke charmant, /wieso/ denken wir darüber nach?]

(usw, usf)

[ frank l. | 2011-07-09 | 02:53 | # ]

neue idee

"kopf zwischen sterne" war /natürlich/ eines dieser herzlieder – und ist es immer noch, aber "war" klingt angemessener, denn 2011 fehlt ein bißchen von der unmittelbarkeit, die das ding vor fünf jahren noch hatte, als ein nassgeschwitzter melt!-hangar völlig durchseelt wurde von diesem typen auf der bühne, wo man am ende zerbrochen und neugeboren war, nein, besser: wo man dann zerbrochen und neugeboren am ende war, ein ende war, zu ende war. wir wollten großes sein in diesem moment und fühlten uns wie in filmen, allerdings in unterschiedlichen, aber so ist das eben bei festivals.

mit jedem satz, den ich hier verlier', werd' ich weniger wahr;
mit jedem wort, das mich verlässt, werd' ich weniger.

dann kam der bachmannpreis und der text wurde wichtiger, mehr noch als eh schon, mehrer noch als eher schon, und wir saßen vielleicht auf getrennten sofas, starrten und staunten, kauften den blumenbarverlag leer und fragten uns immer wieder, wie das alles sein konnte, wie wir uns so überraschen lassen konnten von allem und von peterlicht und vom kapitalismus und der bitterkeit, die dann irgendwann keine mehr war, denn es fehlte an unmittelbarkeit.

mit jedem meter, den ich geh', steh' ich in der ferne und verlass' den bereich
von dem ich mal wusste, wie weit er reicht.

jetzt hören wir "neue idee" und lieben die selbstzitate, die 1/meta-inszenierung, die versatzstücke und die details, die anspielungen, die wir zu erkennen glauben, denn in guter musik steckt immer gute subjektivität, aber das würden wir so natürlich nie in ernstgemeinten rezensionen schreiben. wir lieben das, jeweils, daß wir ironie darin finden, wenn wir wollen, und wir wollen. wir merken, daß es /natürlich/ und /wieder/ das große ding ist, über selbstaufgabe und mut und über unterschied und potential, über all die lieblingsthemen, die wir so oft in der welt entdecken, wie du mir mal erklärt hattest. wir mögen das, völlig, dieses bild, von uns.

führ' du mich in die nacht, führ' mich raus,
gib mir eine neue idee, halt' den kopf aus dem fenster.

[ frank l. | 2011-07-07 | 23:46 | # ]

modest mouse

man vergleicht erinnerungen und erzählt sich von jahreszeiten. man riecht wieder. man läßt dinge kaputt gehen und wundert sich, wenn man merkt, daß es schlechte dinge waren, man kümmert sich um ersatz für die kaputtgegangenen guten, aber zu den guten gehört man ja selbst/verständlich. man sucht nach taktiken im umgang mit dem umgang, und vor allem lernt man viel. man lernt neue namen, denn da sind neue kontexte. man möchte strategien entwickeln und bemerkt dabei, daß (es eben nicht realisieren, sondern bemerken heißt, und) man das zum ersten mal bereits intuitiv gemacht hat. man will für jemanden etwas sein und kommt sich schlimm verkopft vor, weil man mal nicht nachdenkt. man vergisst fast. man zweifelt an den brettern, die man vor dem kopf zu tragen meinte, und man lächelt über anhänger, und anhang. man ist fast versucht, nicht mehr "man" zu schreiben, denn man (..) spürt /sich/ auf einmal wieder, in dem ganzen quatsch. man lässt, denn das kann ja schließlich nur von lässigkeit kommen. man gleicht sich ab, und an; und man gleicht sich, ab und an.

sleeping dogs wake

[ frank l. | 2011-07-06 | 21:48 | # ]

identifikation

"weil ja alle von den gleichen bands das gleiche gelernt haben darüber, wie wir auszusehen haben, zu reden, zu denken, zu fühlen, die art zu gehen (..)"

[ frank l. | 2011-07-05 | 11:17 | # ]

(stages/pages)

man hat immer eine entschuldigung, für und vor sich selbst. meistens hat man auch keine zeit, also eine gute erklärung. man hat grauheit und affinität zu empathie, man hat aber auch ein faible für kitschige wannabe-fremdwörter. man hat sehnsucht, doll. man hat keine ahnung wonach. aber die braucht man auch nicht. man hat ahnungen, aber keine ahnung. man hat kopf und bauch und auf einmal sogar wieder freunde, oder zumindest sowas, das sich dem annähert, was man sich so als "freunde" zurechtdefiniert hat.

(cazals – time of our lives)

man hat hunger, nachts, und man hat zweifel. vor allem zweifel. an details, an affekten und minihandlungen, an handlungs-widgets. an taktiken. aber man hat keine angst mehr, ein bißchen respekt vielleicht manchmal vor allem (nicht: jedem!), aber man hat übung. man hat keine sorgen, das hat man so beschlossen. man hat so ein bauchgefühl, daß man ohne bauchgefühl diesmal noch gar nicht so viel falsch gemacht hat. und man hat ja, im zweifel, auch immer musik.

[ frank l. | 2011-06-29 | 01:13 | # ]

schnitzeljagd

1) fünftes wort im "about"-text der page mit den 2 likes und admins (+) abkürzung für natriumpersulfat (+) streiche die ersten vier buchstaben

2) tennis: nicht einzel (+) voll berühmtes satzzeichen

3) zweites wort des besten tracks auf der neuen peterlicht

4) erstes wort des besten tracks auf der neuen peterlicht

5) super weblog, startseite, das wort vor "fabelhaft"

6) anderes super weblog, startseite, wort nach "göttingen", letzten buchstaben weglassen (+) die ersten drei buchstaben der mini-konzertreihe, die ich im kkk mitveranstaltet hatte

7) lieblingsspeise von pac-man (singular)

8) robinsons taschenhersteller- & wochenzeitungs-kumpel

9) skype-log, 16.11.2011 um 11:18 uhr, einzelnes wort zwischen zwei bildern

10) samstag

11) satzzeichen am ende des ersten nennenswerten absatzes des von mir vor einiger zeit auch schon korrekturgelesenen pressinfotexts jener platte, die ich zufällig nun wieder für die nächste vice-ausgabe kurzrezensieren soll

[ frank l. | 2011-06-28 | 04:45 | # ]

pantomem


[ frank l. | 2011-02-28 | 16:54 | # ]

 

// !