(drive)

drive -übrigens- hat, schon anderswo gelesen, vergessen wo, aber eben doch: das zeug zum klassiker. und er erzählt nur eine sehr harmlose gangstergeschichte, und ich bin nicht in ryan gosling verknallt, und schuld ist vermutlich auch ein wenig der großartige soundtrack mit kavinsky und chromatics und desire, aber: er ist melancholisch nicht auf so eine kitschige düsterness-heidewitzka-tragisch -art, sondern auf eine ruhige, abgefuckte, angenehm deprimierende, lässige weise, so wie das zuvor nur einzelne (eigentlich sogar vereinzelte, aber das wort ist ein blödes) episoden von miami vice hinbekommen haben. man verliert sich, völlig, in einer stimmung zwischen potential und ausweglosigkeit, in einem großstädtischen abfuckgefühl: durch die reduzierten dialoge, durch die unbedeutendheit (unbedeutung?) von handlung und charakteren und stimmung. man nimmt den film hin, und es fällt einem erst tage später auf, dass man überhaupt nichts in frage gestellt hat. dann staunt man und geht sich eine jacke mit einem skorpion-rückenaufdruck kaufen. nightcall.

[ frank l. | 2012-01-31 | 13:27 | # ]

dagegen

wie hältst du deinen kaffeebecher, wenn du unterwegs bist? an wen denkst du, wenn dich ein fremder anlächelt? wohin greifst du, wenn du stolperst? rot oder weiß? auf welche namen in deiner skype-liste achtest du besonders? wo sitzt du im kino gern? wie viele einträge stehen in deiner "close friends"-liste bei facebook? hast du bei "einträge" gerade kurz gestutzt? welche fragen würdest du jemandem stellen um zu entscheiden, ob derjenige auf eine einsame insel mitkommen möchte? achtest du auf uhrzeiten? antwortest du auf fragen laut oder leise? wie fühlst du mich? hältst du versprechen? verliebst du dich manchmal? an welcher ecke nimmst du eine buchseite zum blättern in die hand? blinzelst du oft? hast du gerade geblinzelt? mußt du jetzt lächeln? wen an? zählst du haltestellen ab, wenn du u-bahn fährst? magst du wind? und pfützen? hast du angst? findest du strom romantisch? hast du einen lieblingsbuchstaben?

und warum eigentlich nicht, immer? warum verdammtnochmal nicht?

[ frank l. | 2012-01-24 | 12:08 | # ]

ich bin mein ex.

der unterschied zwischen your und our ist nur ein why weniger. es genügt zu wissen, daß es den rausch als solchen gibt, und welche verschiedenen arten, und wie sie alle funktionieren bei diesem kopfwetter derzeit: das ganze rumvögeln und das noch gleichzeitige drübernachdenken (nicht: reflektieren) und dabei die erkenntnis, daß liebe dem im weg steht, daß dedication da stört, daß hingabe an die sache, an den moment, an das situative passieren muß und nicht an das ziel respektive den zweck – sinn der nacht ist dunkelheit, nicht dämmerung.

die lächerlichen verrenkungen, die man so im leben macht, sind nie resultat des staunens darüber, daß man lebt. man vergißt dieses staunen, diese begeisterungsfähigkeit und das wundern. mehr lässigkeit heißt eben auch: lachend untergehen. keine angst haben: weil man nicht mehr weiß, was angst ist. füreinander da sein, sich festhalten und erleben, teil der guten sein, vermissen/vermessen: ein rausch sollte das sein, immer mehr und immer wieder. wunderkerzen und lautstärkeregler.

(absolut und giganten.)

[ frank l. | 2012-01-08 | 18:34 | # ]

mittelfinger hoch 2011

so what have we become
more than a skin and bones
and when do we come down
i don't care anymore
this is when we awake
this is where we don't ache
i see the sun burn it's never quite as close
as the only one and i, i can hardly wait

zwanzigelf war die rufnummer der hörerhotline von swf3, damals, und außerdem ein arges jahr. die einschläge kamen näher, und wäre jemand jemand, der dinge persönlich nähme, wäre jemand ganz schön daran zerbrochen. aber alles hat irgendeinen sinn, sagt man sich, vermutet man sich hinein, erhofft man sich, auch die einschläge und dramen und extreme. zwanzigelf war durchmachen und wut und freudentränen und selbstmordgedanken, zwanzigelf war viel und sehr und unbedingt und zwanzigelf war so, dass man es unglaublich hätte nennen wollen, wäre man nicht realist. zwanzigelf war das jahr, in dem fingernägel schneller wuchsen als sonst, in dem kontakte zu bekannten wurden und bekannte zu freunden und freunde zu guten und gute zu todesanzeigen und menschen zu weit weg. die initialen des jahres waren schwarz/weiß, und genau deswegen war die tinte unter der haut bunt.

zwanzigelf war neue musik wegen neuer gedanken.

panikattacken sind nur beim ersten mal das, was man gewöhnlich "krass" nennt. die angst kommt nicht durch das herzrasen oder die atemnot oder das zittern, die angst kommt durch das unerwartete, durch das unberechenbare, durch das unbekannte. beim zweiten mal schon hat man den kontakt abgespeichert und weiß schon beim klingeln, wer gerade anruft. das macht das herzrasen nicht besser, aber die meta-panik bleibt aus. (ebenso im positiven: nicht die hormone hauen einen um, nicht die schmetterlinge im bauch, nicht das gefühl von angemessenheit, sondern daß man nicht damit gerechnet hatte. die überraschung, oder: die erste ableitung der stimmung.)

zwanzigelf war rufnummernunterdrückung.

wir saßen schweigend nebeneinander, tranken und guckten parallel. wir sagten unplugged anstatt acoustic. manchmal drehte sich einer zum anderen um und mußte grinsen und wir wußten dann beide nicht recht, ob das jetzt aus trunkenheit oder zynismus respektive weltekel passierte, – aber wir ahnten beide, daß wir das identisch nichtwußten, und das wiederum war ja eine gute sache, denn wir konnten weiterhin nichts sagen und parallel trinken. re:kapitulation / das schlimmste ist, manchmal nachfragen zu müssen.

zwanzigelf war madrugada und slowdive.

natürlich ist das manisch, wie wir mit dem leben umgehen, vor allem mit unserem eigenen. nein: natürlich ist das manisch, wie wir gern mit unserem leben umgingen, wenn wir wirklich so lebten, wie wir uns gern hätten, in all der projektion und reflexion. zwanzigelf war grausam, aber manisch, und wenn die sache ein gutes hatte, dann den schnaps und den regen und dass das alles genau so sein mußte, offenbar. ganz pragmatisch: scheiße, aber unsere scheiße. zwanzigelf waren neologismen mit w, pillen, schnitzeljagden, ostsee und zuspruch per whatsapp, zwanzigelf war ein soundtrack zum kopfkino, aber von einem miesen komponisten produziert.

"and then it shines, we're all dust"
bzw.
"long satan and babylon keep running"

[ frank l. | 2012-01-05 | 23:20 | # ]

musik 2011 // (3x15)

(nach ungefährer tollheit absteigend sortiert, jeweils.)

~ live

woodkid, festsaal kreuzberg (09.10.)
mono, das fest / karlsruhe (24.07.)
cyclo, eternithaus (06.03.)
the national, michelberger hotel (19.08.)
casper, lindenpark potsdam (15.10.)
menace ruine & aluk todolo, white trash (22.04.)
bruises, sameheads (02.07.)
monopeople, raum20 / bei roy (28.10.)
ja panik, festsaal kreuzberg (04.11.)
current 93, volksbühne (28.03.)
frank turner, white trash (05.04.)
genocide organ, isomer & pacific 231, mannheim (14.05.)
boy division, plänterwald spreepark (28.05.)
carter usm, sultans of ping & the frank and walters, london (19.11.)
bass drum of death, monarch (01.12.)
death cab for cutie, astra (27.06.)
godspeed you black emperor, astra (20.01.)

2 davon außer konkurrenz.

(komplettliste.)

~ alben

casper – xoxo
ʌ – wire migraine
woodkid – iron
amebix – sonic mass
cat's eyes – cat's eyes
the raveonettes – raven in the grave
ps i love you – meet me at the muster station
der blutharsch – live in praha (dvd)
darkness falls – alive in us
gesaffelstein – variations
niedowierzanie – attendre
außer ich – von vornherein schade
bill ryder-jones – if ...
black ceiling – (ep)
joel alme – waiting for the bells

~ songs

trust – candy walls
ezra furman – wild feeling
ja, panik – nevermind
alexander – remember our heart
ocean – leant my he4rt tu-u
camera obscura – super trouper
contrepoison – heartbeat
vienna – blood
gemeine gesteine – war party
breton – edward the confessor
we were promised jetpacks – medicine
casper – guten morgen herzinfarkt
morlockk dilemma – wunderschöner tag
marsimoto – ich tarzan, du jane
the weeknd – high for this
of the wand and the moon – immer vorwärts

[ frank l. | 2012-01-01 | 21:10 | # ]

 

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