hier ist wo wir leuchten

ich erinnere mich an an den abend mit diesem halben absturz, an dem es schon viel zu spät war. mit der wackligen laune am anfang und der selbstverordneten spontaneität im mittelteil. mit der plötzlichen emoscheiße und dem splitternden glas und dem plötzlichen füreinanderwichtigsein, – nicht kitschig füreinander, sondern der jeweils andere zum zweck des einen, zur anwesenheit, zur vervollständigung. mit dem plötzlichen einanderbenötigen, mit dem affektknutschen und dem /stillsein/ und dem ungelenken umgang damit, mit dem weißwein und den eigenartig verständnisbeherrschenden blicken. ich erinnere mich an die wortlosigkeit, die so angebracht war, und den nieselregen und das geburtstagsgeschenk und an facebook-"withs". an taxi, tor, treppe. an den sound des vormittags und an das aufwachen am nachmittag erinnere ich mich. an die farbe des shirts, an die katzen, und an jede einzelne berührung. alles andere war unwichtig und wurde vergessen, aus gerechtigkeit.

[ frank l. | 2012-08-23 | 21:04 | # ]

this:


(– wolfgang herrndorf, in plüschgewittern)

[ frank l. | 2012-08-22 | 17:30 | # ]

von ahnungsforschung

"einmal her und zurück, bitte". die entfernung zwischen uns ist meistens nur ein paar millimeter weit, je nachdem wie breit das chatfenster gerade ist oder wie tief wir gerade in uns versunken sind (each other -vs- ourselves: pick one) und wie spät und wie selbstlos. wenn sie doch nur so wäre, wie sie glaubt zu sein, denke ich und vergleiche dabei mein eigenes innen mit dem außen.

"naja, zum einschlafen, blaues licht, das pulsiert so" sagt sie, und ich antworte "ah, ja" und denke egoistische assoziationen über schlafen und atmen und rhythmus. an ihrem augenwinkel hängt eine wimper, und weil ich alles außer meta verlernt habe, lächle ich und sage nichts dazu, als ich mich nicht traue sie zu berühren. und sie auch nicht. wenn wir ruhig sind, aber das sind wir selten, denn wir haben die köpfe permanent voller text und lärm und bedeutung, – wenn wir aber/also ruhig sind, dann können wir uns hören sehen, wie wir die köpfe mit text und lärm und bedeutung füllen, manisch, als würde uns die stille angst machen. in diesen momenten sind wir verliebt, aber das verrate ich ihr nicht.

es sind einzelne blicke oder momente oder einbildungen, an die ich denke und die mich weitermachen lassen. je unspezifischer, desto ärger (also: je unabsichtlicher, desto ehrlicher). "ich kann nicht aus meiner haut" schreibe ich, und "this won't change", weiß aber natürlich, dass das gelogen ist, wenn ich meinen oberarm betrachte. aber das verrate ich mir nicht. sie schläft dann meistens schon, und am nächsten morgen geht alles von vorn los.

(xkcd/433)

[ frank l. | 2012-08-11 | 00:24 | # ]

love will tear us apart, vermutlich

und irgendwie war es dann doch vergleichbar. wie einerseits im berghain letzte woche michael gira wieder als (chef der) swans auf der bühne steht und ein donnern erzeugt, überall, akustisch und im hirn aller beteiligten, wie er die intensität als botschaft hat, eine wichtigkeit, ein anliegen, das zwar völlig unkonkret ist in seiner semantik, aber durch so eine AUFDIEFRESSE-syntax umhaut, dass man staunend und bewegungslos dasteht, kurz bevor man in trance – also in gedanken – de 20minuten-kloppern die koppführung überlässt. wie er fast ausschließlich meta ankommt, seine band als instrumente seines kopfs und seiner absicht begreift, und zweieinhalb stunden alle anwesenden so total und absolut abschaltet und abschottet und vollpumpt mit energie und lautstärke und bedeutung und argem.

und wie andererseits dann listener im cassiopeia das gleiche auf einer vollständig anderen ebene, nämlich ausschließlich dieser semantischen, hinbekommen: mit text und mimik und content, auf eine brutal autistisch-anmutende und vor allem manische art: mit brüllen und lächeln, mit freundlicher intensität, mit songs über survival und holes in our hearts, überhaupt natürlich über hearts und glaciers und relatives & relationships. mit andeutungen und mit subtext, mit offenheit und krassheit – und dann also eben auch mit argem, mit vielem, mit heftigem.

weil es eben exakt darum geht in dieser ganzen dramascheiße in den köpfen und in der stadt und in diesem alter zwischen 15 und 90 und in diesen momenten und in diesem uns, auch wenn wir uns weigern, ein uns anzuerkennen und unsere köpfe und unsere herzen und unsere momente: es geht um intensität und drama. we only ever fall in love with those that inspire us, von innen und außen. schnaps und klingelstreiche als hymnen.

(aber es wird noch eine weile und ein paar konzerte dauern, bis wir das so richtig verstanden haben. macht nichts.)

[ frank l. | 2012-08-07 | 23:37 | # ]

 

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