intra & inter

woran wir eventuell kapitulieren: daß dinge kein ende haben, zwar auch keinen anfang, aber eben vor allem kein ende – daß wir immer nur einen auszug mitbekommen dieses streams der ereignisse, daß wir uns den beginn und das ende selbst festlegen, weil wir darauf trainiert sind, weil die erwartung so läuft und weil uns endlichkeit vertrauter erscheint als ausschnitte eines ganzen.

das "always" macht uns angst, und manchmal wird uns genau das bewußt und wir verfluchen die erkenntnis, die klarheit, und uns natürlich, in allen konstellationen. i fell for you, "29 years before i met you", sage ich dir dann über einen kitschigen blogtext oder eine karte oder eine andeutung, also über eine beiläufigkeit, die diesem stream und der enttäuschung und dem verständnis gerecht werden soll, dafür aber nie ausreichend ist. dann wechseln wir das thema.

woran wir kapitulieren: an der unangemessenheit unserer gefühle, vermutlich.

[ frank l. | 2013-02-24 | 14:05 | # ]

simon says

wir schreiben geschichten, nur nicht auf. (geschenkt: daß der autor nur medium ist, /durch/ das die dinge artikuliert werden – geschenkt deswegen, weil es viel zu nah an schicksalsgesteuertem esoquatsch der sorte "die welt spricht durch mich" oder "ich geh' mal eben thomas bernhard channeln" vorbeischrammt.) sondern vielmehr: die geschichten und konstellationen, das /drama/ und die emotionalität, der puls – das passiert ja alles ganz automatisch, und man nimmt es wahr, meinetwegen auch nur unterbewußt, aber – dieses geflecht an handlung, das uns verbindet und verknotet, so daß wir eigentlich banden und gangs gründen müßten und vor bewußtsein und überforderung eigentlich wie gelähmt und vor /fülle/ eigentlich aus dem staunen nicht mehr herauskommen sollten, dieses geflecht an handlung also, exakt das ist die geschichte, und nicht der text darüber, das script dazu oder das buch zum kopfkino.

[ frank l. | 2013-02-10 | 21:50 | # ]

krib

was wir in erwägung ziehen sollen: ein mashup aus lee hazlewood und gisbert zu knyphausen. ~~

in meinen textchen ginge es nur um so liebeskram, hörte ich neulich, und ich war in diesem moment nicht schlagfertig genug, um mit der mir liebsten und vermutlich von woody allen stammenden (oder wenigstens dort aufgeschnappten) theorie zu entgegnen, daß liebe und/oder tod schließlich der anlaß und antrieb von /allem/ auf der welt sind und ich mich mit dem tod doch schon lang genug auseinandergesetzt habe, dann ist doch jetzt nach außen wenigstens auch mal der liebeskram dran, egal wie ernst und akut und kitschig und profan und verkopft und ironisch dann im jeweiligen fall eben auch immer. (außerdem, daß ich konjunktive anstrengend finde.) ~~

auf dem heimweg, der nicht nach hause führte, fiel uns zum ersten mal auf, wie ähnlich wir tickten, was bäume und rhythmus angeht. (..) ~~

[ frank l. | 2013-02-04 | 20:33 | # ]

sonntagrhythmus

("es sind nur 120 stufen", sage ich zu dir, und nach der vierzigsten kommt es mir vor, als wären es schon 100, oder noch 200, und nach 600 schritten sind wir dann angekommen und erinnern uns wieder ans atmen, wir drei, die unangenehme stille und du und ich. wir sind uns nicht mehr ganz sicher, wie lang wir uns eigentlich schon kennen, in situationen wie dieser, haben uns aber irgendwann gemeinsam darauf geeignigt, daß es uns egal sein sollte und nichts ändert. die vollidioten können uns schon längst nichts mehr anhaben und die guten mittlerweile auch nicht mehr, wir haben die sprunghaftigkeit abgelegt und sind ratlos resonant, so fanden wir uns immer am besten. für sex sind wir zu betrunken und für schlaf zu müde. "vielleicht ist ja auch gar nicht die empfindlichkeit, sondern nur die aufmerksamkeit erhöht?" vermutest du laut, aber ich habe vergessen, worauf das eine antwort sein sollte. (..))

[ frank l. | 2013-02-03 | 00:20 | # ]

 

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