heiserkeit

es gibt keine wiederholungen – es gibt sich ähnelnde schemata, es gibt abschriften und auflagen, es gibt remixe. für exakte wiederholungen aber fehlt's an konstellation und setting, an rahmen und an /moment/ – so einer, also so ein moment, buddy, lässt sich eben nicht wiederholen, sage ich, und staune über das eingeflochtene "buddy", als würde ich väterlich klingen müssen, ohne es zu wollen. jedenfalls: ich bin ja (ja?) kein stoff für einen roman, ich bin kein wälzer, ich bin immer eine /version/ eines -allerhöchstens- kolumnentexts. ich bin meine eigene glosse, ghostgewritten und durchtrieben und unbedingt, aber eben ein serial. ich bin eine eintreffende vorhersage, eine inszenierung, aber kein abbild, noch nicht mal ein analoges. buddy. exaktheit my ass, und was zählt ist ja eigentlich nur, manchmal, also immer: "wow" & we could be heroes.

[ frank l. | 2013-03-27 | 21:55 | # ]

ich versteh' das doch in einer woche schon selbst alles nicht mehr.

das wahnsinnig, das ich werde, ist meist eine version von muskelkater. kein defekt, sondern: eine nichtgewöhnung, eine außergewöhnlichkeit – und selbst kaputtness kommt ja immer auch auf die perspektive an, auf die absicht und die wertvorstellung. alltag und abhärtung dann: die faserrisse verheilen lassen und wieder aufreißen. dem gewebe, der verflechtung, der konstellation (..) beibringen, wie es/sie zu funktionieren hat. habitation als euphemismus für adaption, schlimmer wäre schließlich nur noch gesichtsverlust. ~~

wir machen klingelstreiche und trinken wein, manchmal auch andersrum. bei berührungen sind wir behutsam, bei nichtberührungen voll mit sehnsucht. wir entwerfen metaphern und schreiben texte, die alle das gleiche aussagen, und wir fühlen uns wie meta-teenager dabei. die sprache, die wir in kurznachrichten einsetzen, ist nicht geheim, sondern privat, und wenn uns jemand darauf anspricht, streiten wir ab. wir sagen wir, wenn wir ich meinen, oder ich uns. ~~

die "toxische manie" (rinck, sinngemäß), die in so einem offenen diskurs, streit geradezu, mit dem bauchgefühl und diesem ganzen ratio-dreck ist – diese manie also, die einen packt, die man zuerst rationalisiert und dann instrumentalisiert (na das wäre doch gelacht, freund kontrollverlust, wa?), die ist eben so selten und notwendig wie jede andere form von argheit auch. in watte gepackt, gemeinsam mit dem bewußtsein, in watte gepackt zu sein, läßt die kratzer und spuren und dellen und schäden und die ganze abgefucktheit und verrücktheit und gestörtheit, zerstörtheit quasi, vermissen, die ja losgeworden werden wollte, oder meinetwegen /sollte/, sei's drum. das wissen darüber, die logik dahinter, daß die greatest love story ever told eben doch besser von woody allen als von shakespeare stammt: das ist zwar noch keine manie, aber, ja, close enough. ~~

[ frank l. | 2013-03-11 | 23:33 | # ]

u+266e

"eine mischung aus panik und kitsch" (zit. monika rinck) wühlt sich quer durch meinen kopf und hinterläßt wünsche und rhythmus, wortspiele und andeutungen: auf dem heimweg, der auch /immer/ eine metapher ist, selbst wenn er mal keine sein sollte. rausch ist absatz, also paragraph, nicht verkauf – und wegen des unterschieds, wegen der ungewöhnlichkeit, mögen wir uns auf einmal so sehr darin, und fast nur dann. die bezüge nach draußen sind das, was uns so flasht, immer kurz vor den heimwegen, und innerhalb des rauschs finden wir nicht statt. nähe passiert nur im unterschied. –

(rausch mit zeitlichem potential, also wegen der seltenheit des auftretens, aber eben auch mit inhaltlichem, also der ungewöhnlichkeit; ein doppelt artikulierter /moment/ gewissermaßen)

– später im taxi, das auch /immer/ eine andere metapher ist, selbst wenn es mal keine sein sollte: versionen, formulierungen, ausarbeitungen, kontraste. du behauptest, du magst das, und ich nicke und lächle schon wieder, als ich endlich vergessen habe, ob ich eigentlich allein auf dieser rückbank sitze oder zu zweit, und wer heute eigentlich gewonnen hat. du kannst nicht aus meiner haut.

[ frank l. | 2013-03-03 | 23:05 | # ]

 

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