im meer die inseln

was wir aber vielleicht auch versuchen könnten: granularisieren. jede wahrnehmung, jeden moment, jeden affekt: aufteilen, splitten, zerlegen, in bestandteile. in grundlegendere wahrnehmungen, augenblicke, handlungen. und wieder, und weiter, in den netzwerkschichten, weil man ursprünglich viel weiter oben anfing als vermutet oder erhofft – bis ganz runter zum molekül, zum atom, das dann nicht mehr homöopatisch verdünnt im hirn rumschwimmt. sondern schutzlos und klar. den schwermut und die scherben könnten wir hinunterbrechen bis zum auskosten des einzelnen magenkrampfs als solchen, für sich, ohne nebligen zusatz von anlass und schuld und kontext. wir könnten phasen enttarnen als abfolge von momenten. wir könnten glück und liebe und begeisterungsfähigkeit herausputzen, sie als solche genießen, ohne uns darüber oder daneben oder dazu gedanken zu machen über rollen und inszenierung und erwartung. wir würden die wahrnehmung zynischer machen – nicht inhaltlich, sondern ihre syntax – weil wir dann echter und ehrlicher wären, zueinander, und zu uns selbst. und wir würden verlernen, was sorgen sind.

[ frank l. | 2013-09-30 | 20:56 | # ]

not fall

während ich gerade meinen 18 jahre alten mobiltelefonvertrag kündige, baut unten im innenhof ein cateringservice häppchen und heizpilze auf. punk war irgendwie mal radikaler, denke ich noch, als die pizza-bestellbestätigungs-sms klingelt. herbst. ~~

und dann: the reflektors. nach dem dritten, spätestens vierten mal hören verschwindet der dfa-subtext ganz angenehm hinter dem mitwippen und dem ganzen erinnerungs-emo-ding – aber kopflos genug ist der song eben nicht, da fehlt schweiß und ziellosigkeit und taumel und bauchgefühl. aber (aber!) er hat: eine idee, eine komposition, eine struktur, sogar 'ne art seele. er ist "nur" 'ne angepoppte version von sprawl ii natürlich, die live sogar gegen ende des sets (vor den zugaben) funktionieren könnte, der einen nicht völlig umhaut, der aber andeutet.. und, aber, und: der an dieser stelle exakt richtig ist. und er ist NICHT SCHEISSE. das ist ja wohl echt mal die hauptsache im moment. ~~

berlinienstraße. ~~

im radio haucht scott 'whitney' matthew, dass er mit somebody dancen möchte, und alle im raum sind so überrascht von sich selbst, wie hinterrücks getroffen von diesem melancholieding, mit bauch-herz-wahrnehmung wie gummiknüppel auf schienbein, und man sieht ihnen an, dass sie im kopf mitsingen, seufzen, während es still wird, und vielleicht ist das ja doch der einzige echte flashmob, den wir so erleben bei diesem wetter und zu dieser uhrzeit in diesem jahr. ~~

'and look at the two of us in sympathy and sometimes ecstasy, words mean so little and money less (..)' ~~

[ frank l. | 2013-09-20 | 11:43 | # ]

 

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