ver: –missen & –messen, 2012 edition

den silvesterkleinkram heute im späti besorgt, bei rewe lag schon jahresendzeitstimmung in der luft: eine der besten entscheidungen des tages. 2 cent geschenkt bekommen von dem typ mit dem stoppelbart, damit ich meinen schein nicht "anbrechen" muß, er hat wirklich "anbrechen" gesagt, mich dabei aber nicht angesehen, das war mir recht. wie es mir überhaupt sehr recht war im jahr zwanzigzwölf (vorsatz für 2013, die erste: nicht mehr mit menschen reden, die "in 2012" für gutes deutsch halten), nicht von menschen angesehen zu werden, statt dessen aber menschen anzusehen, zu interpretieren, einzuordnen, zu verstehen. [das eigentlich tragische, an das man sich zwar gewöhnen kann, aber es nicht mögen muß, das eigentlich tragische – oder besser anstrengende – also war ja dann auch in diesem jahr, wieder mal, das nicht abschaltbare verstehen von konstellationen. das verkopfte hierarchisieren von zuständen, von beziehungen, von situationen, von emotionen – alles außer mir war ganz offensichtlich, und ganz offensichtlich langweilig. aber reflexion ist hitler, war sie immer schon. neu seit diesem jahr: ironie auch ein bißchen.]

("and in that moment, i swear we were infinite.")

im vergleich zu zwanzigelf war zwanzigzwölf nur noch in einer kurzen junijuliaugust-episode s/w, nach systemrausprügelung aber entgegen aller erwartungen nicht angenehm graufstufig sondern widerwärtig quietschbunt. nach sieben jahren endlich mal aus- respektive um-gezogen, wenn sich die dinge im kopf schon nicht von selbst ändern, dann vielleicht mit externer motivation. weg aus der kiezlosen wohnung, über deren "keine werbung und gratiszeitungen einwerfen"-aufkleber am briefkasten ich jahrelang nachgedacht habe (also: darüber, ob es nicht eher "oder" statt "und" heißen sollte), hinein ins noch steriler als hotelzimmer riechende holodeck drei blöcke weiter. vorsatz für 2013, die zweite: upgrade von hiersein auf wohnen. zwanzigzwölf war ein bißchen kleinkarierte veränderung – mehr tattoos, weniger haare, mehr verknallen, weniger verlieben, mehr parolen, weniger zitate. zwanzigdreizehn wird größerkariert, mehr vom mehr und weniger vom weniger. vielleicht funktioniert das mit dem ansehenlassen dann irgendwann auch wieder.

("und jetzt schau' nicht so gequält, das sieht scheiße aus.")

es ist ja nur ein spiel; punktesammeln, strategien entwickeln, taktiken lernen durch selbstbeobachtung – das system verstehen. überhaupt wie so oft beim lernen: ein spiel im umgang. belohnungen und bestrafungen (aber keine echten konsequenzen), selbstbetrug und walkthru-cheats, abstürze und ladezeiten und mißtrauen gegenüber der mechanik, der selbstkonstruierten. komplexe systeme lassen sich anfangs viel zu einfach auf axiome, regeln und algorithmen abbilden. weil es so einfacher /wird/. weil es die ganze dämliche komplexität abbildet auf ein nachvollziehbares, auf ein durchspielbares /game/, auf start und ziel, auf endgegner und tabellen. bei dem man während des erstkontakts noch herumtappst wie ein bekifftes baby, man dann beginnt, die regeln zu befolgen, die regeln zu lernen, damit umzugehen, schemata zu entdecken, die regeln nicht mehr als regeln zu verstehen sondern als system, man flüssig wird und die ursprünglichen ziele erreicht als kollateralbenefit. der punkt, mit dem nie gerechnet wurde, der nicht wahrgehabt werden will, ist aber der: kurz vor der virtuosität entdeckt man den haken. man /durchschaut/ das system, an diesem punkt zwischen mitdenkenmüssen und können, dieser zustand kurz bevor eine taktik ins blut übergeht und man virtuos wird: schmerz, der so plötzlich und so heftig nachläßt, daß man klingt wie bei mehreren gleichzeitigen orgasmen. diese momente bastelt man sich zu hymnen zurecht, man taggt sich einen kampfnamen bei facebook und fühlt sich unzerstörbar und radikal. beim rasieren nimmt man die obertöne wahr und beim lächeln verzieht man keinen mundwinkel mehr.

("you know i dreamed about you for 29 years before i saw you.")

kauft man sich eine festplatte, so erwirbt man ja nur nebenbei die magnetscheibchen oder drumrumelektrik, sondern vor allem eben doch das /versprechen/, die möglichkeit, etwas (..) aufbewahren zu können. wie überhaupt alles, was man tut und möchte, sehnsucht und möglichkeitsversprechen ist. love & death of herz-/kopf-scheiße.

("die welt hat geburtstag und wir zünden sie an.")

tl;dr:
2012 war völlig egal. 2013 wird noch schlimmer.
mittelfinger runter & lang lebe das oxford-comma.

[ frank l. | 2012-12-31 | 17:51 | # ]

musik 2012 // (15+10)

(nach ungefährer tollheit absteigend sortiert, jeweils.)

~ live

the walkmen, roter salon (11.06.)
swans, berghain (03.08.)
casper, columbiahalle (16.03.)
amanda palmer, platoon (12.06.)
death in june, sophienclub (06.07.)
godspeed you! black emperor, so36 (08.11.)
camera, kater holzig (09.08.)
seven that spells & jastreb, white trash (21.09.)
dead skeletons, kater holzig (20.09.)
listener, cassiopeia (07.08.)
die nerven, monarch (13.12.)
purity ring, berghain kantine (08.06.)
sun worship, west germany (26.05.)
tu fawning, hebbel am ufer (05.05.)
charli xcx, festsaal kreuzberg (07.03.)

~ alben

the walkmen – heaven
godspeed you black emperor – 'allelujah! don't bend! ascend!
camera – camera
two gallants – the bloom and the blight
naked lunch – all is fever (vö 2013, i know, whatever)
little gang – half of everything
locrian & mamiffer – bless them that curse you
silent servant – negative fascination
my heart belongs to cecilia winter – midnight midnight
swans – the seer

[ frank l. | 2012-12-31 | 17:48 | # ]

hier ist wo wir leuchten

ich erinnere mich an an den abend mit diesem halben absturz, an dem es schon viel zu spät war. mit der wackligen laune am anfang und der selbstverordneten spontaneität im mittelteil. mit der plötzlichen emoscheiße und dem splitternden glas und dem plötzlichen füreinanderwichtigsein, – nicht kitschig füreinander, sondern der jeweils andere zum zweck des einen, zur anwesenheit, zur vervollständigung. mit dem plötzlichen einanderbenötigen, mit dem affektknutschen und dem /stillsein/ und dem ungelenken umgang damit, mit dem weißwein und den eigenartig verständnisbeherrschenden blicken. ich erinnere mich an die wortlosigkeit, die so angebracht war, und den nieselregen und das geburtstagsgeschenk und an facebook-"withs". an taxi, tor, treppe. an den sound des vormittags und an das aufwachen am nachmittag erinnere ich mich. an die farbe des shirts, an die katzen, und an jede einzelne berührung. alles andere war unwichtig und wurde vergessen, aus gerechtigkeit.

[ frank l. | 2012-08-23 | 21:04 | # ]

this:


(– wolfgang herrndorf, in plüschgewittern)

[ frank l. | 2012-08-22 | 17:30 | # ]

von ahnungsforschung

"einmal her und zurück, bitte". die entfernung zwischen uns ist meistens nur ein paar millimeter weit, je nachdem wie breit das chatfenster gerade ist oder wie tief wir gerade in uns versunken sind (each other –vs- ourselves: pick one) und wie spät und wie selbstlos. wenn sie doch nur so wäre, wie sie glaubt zu sein, denke ich und vergleiche dabei mein eigenes innen mit dem außen.

"naja, zum einschlafen, blaues licht, das pulsiert so" sagt sie, und ich antworte "ah, ja" und denke egoistische assoziationen über schlafen und atmen und rhythmus. an ihrem augenwinkel hängt eine wimper, und weil ich alles außer meta verlernt habe, lächle ich und sage nichts dazu, als ich mich nicht traue sie zu berühren. und sie auch nicht. wenn wir ruhig sind, aber das sind wir selten, denn wir haben die köpfe permanent voller text und lärm und bedeutung, – wenn wir aber/also ruhig sind, dann können wir uns hören sehen, wie wir die köpfe mit text und lärm und bedeutung füllen, manisch, als würde uns die stille angst machen. in diesen momenten sind wir verliebt, aber das verrate ich ihr nicht.

es sind einzelne blicke oder momente oder einbildungen, an die ich denke und die mich weitermachen lassen. je unspezifischer, desto ärger (also: je unabsichtlicher, desto ehrlicher). "ich kann nicht aus meiner haut" schreibe ich, und "this won't change", weiß aber natürlich, dass das gelogen ist, wenn ich meinen oberarm betrachte. aber das verrate ich mir nicht. sie schläft dann meistens schon, und am nächsten morgen geht alles von vorn los.

(xkcd/433)

[ frank l. | 2012-08-11 | 00:24 | # ]

love will tear us apart, vermutlich

und irgendwie war es dann doch vergleichbar. wie einerseits im berghain letzte woche michael gira wieder als (chef der) swans auf der bühne steht und ein donnern erzeugt, überall, akustisch und im hirn aller beteiligten, wie er die intensität als botschaft hat, eine wichtigkeit, ein anliegen, das zwar völlig unkonkret ist in seiner semantik, aber durch so eine AUFDIEFRESSE-syntax umhaut, dass man staunend und bewegungslos dasteht, kurz bevor man in trance – also in gedanken – de 20minuten-kloppern die koppführung überlässt. wie er fast ausschließlich meta ankommt, seine band als instrumente seines kopfs und seiner absicht begreift, und zweieinhalb stunden alle anwesenden so total und absolut abschaltet und abschottet und vollpumpt mit energie und lautstärke und bedeutung und argem.

und wie andererseits dann listener im cassiopeia das gleiche auf einer vollständig anderen ebene, nämlich ausschließlich dieser semantischen, hinbekommen: mit text und mimik und content, auf eine brutal autistisch-anmutende und vor allem manische art: mit brüllen und lächeln, mit freundlicher intensität, mit songs über survival und holes in our hearts, überhaupt natürlich über hearts und glaciers und relatives & relationships. mit andeutungen und mit subtext, mit offenheit und krassheit – und dann also eben auch mit argem, mit vielem, mit heftigem.

weil es eben exakt darum geht in dieser ganzen dramascheiße in den köpfen und in der stadt und in diesem alter zwischen 15 und 90 und in diesen momenten und in diesem uns, auch wenn wir uns weigern, ein uns anzuerkennen und unsere köpfe und unsere herzen und unsere momente: es geht um intensität und drama. we only ever fall in love with those that inspire us, von innen und außen. schnaps und klingelstreiche als hymnen.

(aber es wird noch eine weile und ein paar konzerte dauern, bis wir das so richtig verstanden haben. macht nichts.)

[ frank l. | 2012-08-07 | 23:37 | # ]

straight, manchmal auch edge

es sind immer freitage. it's the losers who win, und das macht mich doppelt glücklich, aber it's the losers who win, und das macht mich doppelt aggressiv. die herzscheiße steigt zu kopf, samstag kommt sie oben raus oder wird runtergeschluckt, so oder so wird sonntag der kater gepflegt und noch darauf angestoßen, und wenn irgendwer mal nach einer knackigen definition für "tragik" gesucht hat, dann bittesehr, gerne. hat ja doch alles mit potential und differenz zu tun. i won't try to fix you though, denn all die knalls, die wir so haben, sind schließlich das, was aufweckt, also am leben hält trotz anti allem. beating like a hammer. leider unbesieglich. die vollidioten könnten uns nichts mehr anhaben. aber auf freitage verzichten wollen wir ja eben auch nicht.

in diesem sinne: weitermachen.


[ frank l. | 2012-07-28 | 15:38 | # ]

rock to the rock, roll to the roll / einer von uns

if you follow me where i'm going
might take some time but you'd never know

ich habe ausnahmsweise einen fensterplatz an diesem sonntagnachmittag, wo ich ausnahmsweise auf dem weg zurück nach berlin bin, und bin ausnahmsweise so vollkommen neben der spur und neben mir und neben allem, weil ich szenen des letzten abends noch nicht vollständig verstanden habe, weil das hirn noch knabbert und nicht bei der sache ist, sondern bei einem hebräischen tohuwabohu und einem freiburger lippenstift und einem guten song und zwei bildern und einer seifenblase. i won't ever be where we are and where we should be. und direkt beim landeanflug und exakt in dem moment, als erste stadtfetzen erkennbar werden, singen the walkmen "and i sing myself sick about you", und obwohl sie damit vermutlich nicht berlin meinten, ist dieser blick und diese konstellation so /riesig/ in diesem moment, dass ich kurz flenne wegen heimat und drama und mimimimi, und wegen konsequenz und unbesiegbarkeit und euphorie und begeisterung, und wegen des ganzen potentials halt auch, wie immer, wie immer immer. ausnahmsweise.

my gun still shoots and my bird still sings
these tricks are tricks i learned from a king

[ frank l. | 2012-07-01 | 23:19 | # ]

schweiß und tränen

the walkmen haben mit "the rat" den vermutlich besten song aller zeiten geschrieben, las ich neulich irgendwo. wenn man den vermutlich besten song aller zeiten geschrieben – und das auch irgendwann verstanden und geglaubt, quasi verinnerlicht hat, ohne starallüren zu bekommen, sondern wenn man mal /gecheckt/ hat, was einem da passiert ist – dann verzichtet man eben auf glitzer und rumms, auf quatsch und spielchen, bei liveshows.

the walkmen

dann ist man erwachsen und gutangezogen, professionell as fuck, ein kleines bißchen demütig auch gegenüber dem erfolg, und beim spielen energiegeladen bis knapp über anschlag, trotz aller konzentration auf der bühne;

dann lockert man den krawattenknoten ein bißchen und zieht das sakko aus, wenn's zu warm wird;

dann rockt man die neue platte (die das beste album des bisherigen jahres ist, aber das wissen sowieso schon alle im raum, und das wiederum weiß die band, was das publikum auch weiß, deswegen lächelt die band, einfach weil sie so ein cooles publikum hat) .. dann also rockt man die neue platte mal eben so runter, fast als wäre sie angeboren und muttersprache;

dann macht man eben keine show, sondern musik;

dann sieht man die gänsehautpümpelchen auf dem unterarm des kleinen mädchens in der ersten reihe, das mit geschlossenen augen sowieso schon fast jeden song fehlerfrei mitgesungen hatte, beim besten song aller zeiten aber eben auch überrascht wurde von diesem /ergebnis/ der energie im raum – wenn nämlich jeder einzelne "YOU'VE GOT A NERVE TO BE ASKING A FAVOR / YOU'VE GOT A NERVE TO BE CALLING MY NUMBER" vor freude flennend nach vorn BRÜLLT, sich in diesem moment alles auf eine so arg /positive/ art entlädt;

dann geht man nach der zugabe eben nicht nach hinten von der bühne ab, sondern nach vorn durch's publikum hindurch, das sich nach dem heimkommen später alle völlig durchgeschwitzten klamotten vom leib reißen wird, während es den vermutlich besten song aller zeiten summt und sich fühlt, als könnte, sollte, müßte, würde es jetzt alles.

[ frank l. | 2012-06-12 | 00:02 | # ]

fuck you/me/off

no crowdsurfing wir schleppen die erinnerung an unseinander herum wie an hirninnenseiten festgeklebte plakatwände, desktop-wallpaper auf wahrnehmungsebene, alle details lauernd in permanenz. solang wir genug zu denken haben im vordergrund, nehmen wir sie nicht wahr, aber an aufräum-wochenenden und während systemupdates versuchen wir, sie mit lösungsmittel abzukratzen, nur der kleber ist zu hartnäckig und deswegen plakatieren wir lieber obendrüber anstatt anstatt. und grinsen zynisch, wenn uns auffällt, daß es ja doch nur plakatwände sind, von denen wir immer schreiben, wir also doch auch statt kitschhammer mal die spraydose rausholen könnten und den quatsch einfach übermalen. kognitives tipp-ex. immerhin ist's auch schon fast wieder ende juni.

[ frank l. | 2012-05-20 | 13:09 | # ]

sing garden (same old, same old)

we only have what we remember, aber ich mach' mir nichts aus besitz und das macht den schnapsgeschmack angenehmer. die schmerzen werden ins hirn tätowiert, nach ein paar tagen ist ihre wahrnehmung weggeblendet, fortgeblasen, ersoffen, aber die wunde ist ornament geworden. in den wenigen rationalen minuten finden wir das zum kotzen, ich besonders, aber die rationalen minuten trainieren wir uns, ich mir, auch noch ab, mit wein gegen schnaps und musik gegen menschen und freunden gegen erinnerungen. der exzess als notwendigkeit, als clumsy way of navigating in all dem nebel und mittelmaß, dem sich unterworfen wurde in einer schwachen minute im herbst.

"if only we could hold this forever
the breath, the breath, the flood line rising
we'll scramble just to dam up the river
but knowing full well we won't be staying dry
"
(– the paper chase, "this is a rape (the flood)")

[ frank l. | 2012-05-01 | 00:46 | # ]

imprägnation

es ist freitagabend gegen 21 uhr und der typ in der kassenschlange vor mir trägt kurze und beigefarbene (aber vermutlich anders genanntwerdenwollende) hosen, die über dem knie aufhören, dazu schuhe, die ebenso vermutlich flipflops genannt werden möchten. während ich u.a. dosentomaten auf's förderband lege, teilt er mir mit, daß "die dosentomaten von 'ja!' in einem test viel besser abgeschnitten" hätten. er guckt mich mittelinteressant an, ich denke nach über die situation, den zweck seiner mitteilung, meine laune, über dosentomaten und dosentomatentests, über discounter und supermärkte und eigenmarken, über flirtwilligkeit in supermärkten, über aggressionspotential, über tragik und über außenwirkung und über hochgestellte polohemdkragen, und kann mich nach eine gefühlten halben sekunde immerhin zu einem "mmmhm, aha" hinreißen lassen. kurzhose quittiert das mit einem "ja, doch, find' ich total spannend!" und wartet offenbar weiter auf einsetzende kommunikation. ich bin überfordert, nicht direkt von ihm oder von der dosentomatenfeststellung, am meisten von der szene in ihrer gesamtheit, im universalen zusammenhang. ich gucke durch ihn hindurch und lege meine dosentomaten vom band zurück zu den schokoriegeln. er hält die klappe und ich werde mich später fragen, wen von uns beiden die restschlange wohl für nebenderspuriger gehalten hat.

der kassenazubi weckt mich:
"möchten sie treuepunkte?"
"nope."
"fussballbilder?"
"nein danke."
"bargeld abheben?"
"auch nicht."
"soll ich meine klappe halten?"
"haben sie interesse an einem girokonto?"
"an einem was bitte?"

ich bezahle bar, gehe, und kaufe mir auf dem heimweg im italienischen feinkostladen die teuersten dosentomaten, die ich finde.

[ frank l. | 2012-04-29 | 17:49 | # ]

du bist nicht gemeint

i.
you and me against the world / .. bis es was dunkleres gibt.

ii.
mehr bauch, sage ich mir dann, denn es ist zuviel kopf, aber doch immerhin kein herz. ich habe geträumt, wir wären jemand anders. ich möchte wissen, wie du küsst. nicht, wie du bist, das weiß ich schon.

iii.
manchmal vergeht zu viel zeit beim einordnen und kategorisieren einer situation, zwischen uns, zwischen mir, um alles herum. da ist dann plötzlich /bewußtsein/ und reflexion, wo sie einen synapsenschlag zuvor noch nicht waren, und wir geraten vierzehn meta-ebenen weiter nach draußen und verlieren uns ohne einander. beim abdenken – das sich gewalttätig anfühlt, selbstermahnend, notbremsig – ist der zeitpunkt verpaßt, den wir für glaubwürdigkeit reserviert hatten, uns selbst gegenüber, und nichtinszenierung, dem anderen gegenüber. es gab auch gute momente, sagt das logfile.

iv.
you're my pride and joy etcetera.

v.
endlich passiert mal wieder was.

"dieser herbst war nur ein fallender soldat,
der frühling eine blühende wunde.
"
(– gzk, "der tödliche schlag")

[ frank l. | 2012-04-29 | 15:03 | # ]