scharnie

in deckung, das wird jetzt länger (title of my sex tape, jaja) und unter umständen tippe ich mich ein bisschen in wirre rage:

hinge, das nächste ding also, das ~dAtInG~ revolutionieren will und damit eigentlich erst mal nur ~matching~ meint, eine app für’s /dating/ wäre ja *wirklich* mal was, aber das muss dann wohl das meterversum irgendwann erledigen?, egal, worauf wollte ich hinaus? hinge, die dating-app, die ich vor jahren schon mal installiert und mich damals hart gewundert hatte, dass so null gar überhaupt nie -mand deutschlandweit dort zu finden war, aber kunststück, offenbar ist jetzt erst "marktlaunch", wie man das offenbar nennt, wenn die app hierzulande auch beworben wird, so dass ich ich meiner, äh, eurer zeit damals ein bisschen voraus war und mir pre-corona schon (nur) die ganzen asiatischen fakeprofile ansehen konnte (JA ICH WEISS DASS IN DIESEM SATZ IMMER NOCH DAS PRÄDIKAT FEHLT HETZT MICH NICHT): habe (..!) hinge also ~erneut~ installiert, nach tinder, nach bumble (haha, remember das gruselkabinett bumble?), nach okcupid, während feeld, trotz ohlala, kurz nach einer gefühlt halben sekunde unlikeany. review also? naja:

profile und kurzbeschreibungen und irgendein originellgemeinter müder matching-twist, in diesem fall offenbar die "prompts", inspirativ abgeguckt bei okcupid und dann auf noch nicht mal halber strecke während der umentwicklung eingeschlafen, respektive beim "man hat ja hier nicht die okcupid-zielgruppe mit dreistelligem iq vor sich", sondern muss es halt einfacher machen, das muss ja auch die-/derjenige verstehen der die app auf einer plakatwerbung entdeckt hat und nicht bei apkmirror per sideloading, man stülpt noch ein bumble-interface (aber weiß statt gelb!) drüber und schmiert ein paar premium-nudgings und in-game-quatsch (das C in DLC kann ja auch communication heißen, brüllt der product manager aus dem off, bevor er sich den nächsten schnaps eingießt) quer drauf, damit die investor-engel zufrieden sind, businessPeRsPeKtIvE und so, in den anderen ländern klappt’s schließlich auch, die dudes werden schon zahlen - also, puh, luft holen, worüber rege ich mich eigentlich auf, und wie war das jetzt mit dem prädikat des satzes?, na jetzt ist’s auch wurscht:

eine dating-app wie praktisch jede/keine andere, die zu mindestens 100% in der ethischen egalheit verschwunden sein wird spätestens wenn menschen wieder alkohol, drogen und parties als mittel zum "dating" entdecken. ABER, nämlich - geht man mal, theoretisch, davon aus, dass die paar profile "in meiner nähe" echt sind, oder echtgemeint, und dass /das/ also möglicherweise repräsentativ für das draußen ist: menschen, die sich unter romantik frühstück im bett vorstellen und teure dinner (ker!zen!licht!), deren tagesinhalte steuerconsulting und aperol spritz (aFtErWoRk!) sind, deren vorstellung vom leben auf dem fantasielevel "es genießen" und "you have to find out" liegen und deren vorstellung ihrer zukunft ein häuschen im grünen ist, die in ihren selfies kussmündchen andeuten (ironisch gemeint, selbstverständlich) um von der delphin-regenbogen-fototapete im hintergrund abzulenken, wenn man also mal davon ausgehen würde dass die dort in absoluter penetranz dargestellte berechenbarkeitslangeweile - inspirativ wie ein postident-verfahren, originell wie eine facebook-motivation-comic-sans-sharepic-page - die wirklichkeit darstellt, die offensichtlich nicht so viel fickificki wie bei tinder sucht (oder es nicht zugeben würde), aber zu doof für okcupid ist (und zu alt für okcupid classic), die wirklichkeit gewissermaßen, deren wunschpartner ihnen "wünsche von den augen ablesen" soll (muss?) und mit ihnen "träumen kann" (gern auch "bei wellness-tagen im spa"), die "auch mal ein bisschen verrückt sind" und "notes of berlin" super finden, shirt size XM, die cunnilingus für etwas verruchtes halten und veganismus für einen detox-trend, die hobbies wie "lesen" ernstgemeint in ihr profil schreiben und AMBITIONIERTHEIT als wunschpartnermerkmal, als wäre jeder der influencer seines eigenen universums -- MOMENT ICH MUSS KURZ LUFT HOLEN --

(fußnote:
dann … muss ich mich ja zwangsläufig erst mal fragen, was in meiner lebensbubble schief/krumm/anders gelaufen ist, und das ganz ohne wertung, zumindest am anfang. die bubble, in der praktisch alles oben genannte, sagenwirmal, altersmilde belächelt wird. auch ohne sich selbst direkt zum mittelpunkt der maßstäbe zu machen oder das auch nur zu wollen, jugendkultur/subkultur und milieu-abgrenzungen sind mir bekannt, danke, und legitim ist das ja alles sowieso. geschenkt. aber wie gesund ist es (spoiler: offenbar nicht sehr), dass erst so eine dahergelaufene (dahergeladene) dating-app um die ecke kommen muss, damit mir auffällt, mich in einer subkultur (einer? mehreren!) zu bewegen, zu stecken (hihi ,"stecken"!) wo ich das sonst offenbar zu erfolgreich ausblende im sog. alltag, was ist eigentlich dieser alltag?, aber so auffe fresse gezeigt zu bekommen, alle berührungspunkte die man so nach außen hat eben von einem "außen" kommen bzw. in eines führen? fair enough, wie leute außerhalb meiner bubble da sagen würden, ex-leute quasi, aber wo ich recht hab’, hab’ ich eben recht: öfter mal da hingehen, wo’s weh tut, und hinge tut ziemlich doll weh, aber es ist halt nicht das einzige.
fußnote ende)

so, während der fußnote vergessen, was ich damit eigentlich sagen wollte. vermutlich nur: da wir ja hier unter uns sind (und jede/r, die/der eine textwurst wie diese allen ernstes bis hierher gelesen hat, gehört schon fast automatisch nicht zur hinge-zielgruppe, behaupte ich) - erspart euch den quatsch und bleibt bei feeld. wo cunnilingus was selbstverständliches ist und veganismus keine diät. oder gleich bei alkohol, drogen, parties und bars, wie das normale menschen in unserer bubble halt so machen.

("hunderte von matches und alle in der corona-warn-app!") - prost.

(symbolbild)

modest mouse (20220712, huxleys) & phoebe bridgers (20220713, tempodrom)

mit "zu laut und zu männlich" fasse ich hinterher das modest-mouse-konzert im huxleys kurz zusammen. karreraklub-nostalgie, ganz wertfrei, it was different times, und in münchen und köln zuvor stand "float on" so wenig auf der setlist wie johnny marr auf der bühne, letzteres obviously, und was ersteres angeht gab’s in berlin dann doch eine kleine überraschung. dass das alles nicht mehr zeitgemäß war und ist, merke ich an diesem abend aber nicht nur an meiner leichten hitschlampigkeit, sondern bei ~allem~ rundherum. der habitus, mit dem solche eine band, ~diese~ band, auf einer bühne steht, ~so~ auf der bühne steht, die ansagen, die songauswahl, die vom drummer während des drummens gerauchte zigarette: es ist alles aus der zeit gefallen, es ist nett, ich erinnere mich, ja, so war das also, hmm, konzerte, tja. es kriegt mich nicht, es ist nah dran an "egal". keine fotos gemacht, keinen drang dazu verspürt.

am nächsten abend phoebe bridgers im tempodrom, in praktisch jeder hinsicht das gegenteil von modest mouse. ich habe keine musikalische history mit ihr oder ihren songs, ich bin zufällig hier, aber man spürt, ich spüre, jeder hier spürt eine völlig sonderbare (weil: ungewohnte) atmosphäre: die herzlichkeit der gesamten band strahlt ins junge publikum, das publikum strahlt zurück, songs und lyrics und lautstärke und, again, habitus ALLER anwesenden sind -wiesagtman?- wholesome. jede:r im raum ist nur sekunden nach konzertbeginn verliebt in phoebe bridgers und ihre art mit menschen umzugehen. ergriffenheit und staunen, statt lautquatschen und saufen. wann gab’s das zuletzt? bei arcade fire im magnet vor 20 jahren? bin ich zu sehr in der modest-mouse-bubble unterwegs gewesen, dass mir das alles so neuartig und angemessen und ~gut~ positiv (anstatt kitschig) erscheint? es gibt momente, da ergibt das alles irgendwie sinn, sogar dass ich gerade hier bin, of all the people. keine fotos gemacht, nicht dran gedacht.

(muss und werde noch weitergrübeln über all das. so viel aber schon mal wenigstens kurz ausformuliert, solang der kater noch anhält.)

alte reben

gibt es eigentlich einen angemessenen erikativ für das geräusch zweier halbsanft zusammenstoßender luxuskarren?, frage ich mich kurz danach, weil ich ~obviously~ alles, was mir nur noch selten geschieht, passiv zustößt, als schreibanlass nehmen will. den muskel reaktivieren vielleicht, wachsamer sein, artikulieren nachholen maybe, egal, als vorsatz jedenfalls, mehr aufmerksamkeit für ursachen und anlässe (für worte). ein crash war’s nicht, ein rumms vielleicht, aber eigentlich war der sound knarzender, knirschender, oder renne ich mit anlauf ins klischee, wenn ich kapitalistisch rummetaphorisiere? es waren ja ein suv und ein sportwagen, of all the things, beide vorher noch brav an der roten ampel im wartemodus und bei grün ein gleichzeitiges vorfahrtmissverständnis?, gleichzeitig losgefahren, gleichzeitig ineinandergerummst, knarz, knirsch, einen halben meter weit, weil, obacht: der suv (also der fahrer, aber irgendwie sind mensch und maschine in diesem kontext ja fast eins, also nullkommaneun?) saß vermutlich zu hoch um den viel zu niedrigen sportwagen auch nur zu sehen, der wiederum zwar im recht und von rechts aber eben im ~sTrAsSeNvErKeHr~ und meinegüte wenn man losfährt guckt man halt doch mal kurz ob da nicht irgendein suv-klotz im weg steht? aber dann möchte ich mir ja (ehrlich) kein urteil anmaßen, beide bekloppt, alle bekloppt, menschen, und himmelnochmalfrank jetzt lass’ mal die ganzen vorurteile stecken. also: es rummst und knirscht und man hält an und ist erstmal ratlos, ich wär’s ja auch, das überfordernde an situationen ist ja immer das unbekannte, aber wem sag’ ich das, denen jedenfalls nicht, die haben anderes zu tun. ich denke ganz kurz nach ob ich ein bezeugungsangebot machen soll, aber wir kennen mich, ich habe keinen bock, und was soll man da schon groß dazu sagen, was man nicht auch in einen blogtext tippen könnte?

sehr dunkel erinnere ich mich an ein semester informationstheorie und die zusammenhänge zwischen nachrichtengehalt bzw. entropie und komprimierbarkeit von signalen bzw. daten, und dass mir das einerseits -mathematisch- so irre logisch und naheliegend erschien auf der bedeutungsebene, und ich weiß noch wie sehr mir imponiert hatte, dass mathematiker damals einen guten sinn für passende begriffe hatten. da schwang ja bei allem immer so eine wirklich eigenartige poesie mit, wenn man ein system auf ein anderes abbilden konnte, wenn man spüren durfte, wie sich diese semantik der welt festzurrt in aller abstraktheit. die details hab’ ich selbstverständlich heute vergessen, shannon ist tot bzw. der mit "let the music play" und nicht der informatiker, und bei verkehrsunfällen kommt mit versicherungsstress und kapitalismus zuerst in den kopf - ich werde auch nicht jünger. aber ganz kurz nach dem rumms, noch im wahrnehmen der gerade passierten semantik am rosa-luxemburg-platz vorhin, glaube ich wirklich so eine art bizarre, bekloppte, völlig irrsinnig megalomanisch große BEDEUTUNGSLOSIGKEIT von allem darin zu erkennen. 200 meter linienstraße noch, dann kann ich endlich den wein aufmachen.

(den bone-dry von von buhl, btw.)

überflussland

an einem samstagvormittag im überflussland an der supermarkt-kassenschlange stehend, die sich durch den halben laden, und selbst dessen fläche wird vermutlich in fußballfeldeinheiten ausgedrückt, zieht, hat man viel zeit für vulgärpsychologisches denkwerk. über angebot und nachfrage, also inhaltlich, über das bizarr riesige angebot, angefangen bei binsen der sorte "wer benötigt auswahl aus 70 sorten schokolade?" über meta/phern wie "einkaufswagen-verkehrsregeln und autodeutschland, ein kulturhistorisches vergleichchen" bis zu ganz konkret belauschten kassennähedialogen zwischen achims und manfreds ("also ich hätt’ sowas ja annerscht organisiert hier"), aber irgendwie ist ja auch alles nur eine angelegenheit von überangebots-aspekten in so einem kapitalismus wie diesem hier. die systemfrage stellt natürlich niemand, jedenfalls nicht laut, nur der eine typ mit kopfhörern auf höhe der tiefkühltruhen in der kasse4-schlange vielleicht, der mit den schwarzen klamotten und dem kapitulierenden blick über der ffp2-maske, einer der wenigen in diesem laden, also sowohl einer der wenigen masken als auch einer der wenigen typen mit kapitulierendem blick, aber das ist auch nur hochrechnung bzw extrapoliert aus eigentlich viel zu wenig vorliegenden stichprobendaten. fair enough.

das überangebot jedenfalls, das bei so einem einkaufs-samstag aus allen poren trieft, dem man sich nicht entziehen kann, auch nicht als kopfhörertragender "zwei brötchen und ein paar erdbeeren für die eltern"-besorgender kapitulationsprofi, ist erschlagend in beide richtungen gesellschaftlich (fast hätte ich "klassen" gesagt): die, die hier arbeiten müssen und KONSUM und kunden (..) ertragen müssen während ihrer eigentlichen arbeit, spüren es zwangsläufig, - und jene, die gar nichts davon bemerken und zwischen gemüsekonserven und teigwaren einen "MITARBEITER" anherrschen, wieso denn die vollkornpasta schon wieder nur von de cecco und nicht von barilla im regal steht, auch die nichtsbemerker werden vom überangebot erschlagen, nur zeitversetzt und vielleicht eher subtil und gesamtgesellschaftlich. dass das hier psychisch, körperlich, moralisch, ethisch gesund wäre für irgendwen, kann niemand mehr behaupten. ein bisschen nur rausgezoomt, der alienblick auf das, was hier und anderswo und überall und systemisch PASSIERT an so einem samstagvormittag und eigentlich nicht nur dann, aber dann am deutlichsten, macht im besten sinn perplex und im schlechtesten krank.

"haben sie die erdbeeren gewogen?" fragt mich die kassiererin, ich antworte wahrheitsgemäß "huppsa, nein, hätte man das müssen?", erspare allen beteiligten die erklärung, dass ich hier in JENEM konsumtempel zum ersten mal einkaufe, füge per geistesblitz hinzu "keine sorge, war absicht, damit sie kurz durchatmen können -- ich geh’ kurz wiegen" und verschwinde mit den erdbeeren zur extrakasse, wo ich den laden weiter aufhalte, weil mir die NUMMER der erdbeeren nicht auswendig bewusst ist und weil ich erst mal an der frage verzweifle, ob ich meine erdbeeren in einer "papiertüte dünn", "papiertüte dick", "kartonschale" oder "kartonschale mit deckel" wiegen möchte, wo ich sie ja vorhin mit der standard-pappschale IN eine papiertüte gepackt hatte und naja, das moderne leben überfordert mich nicht erst seit ich 30 wurde, also "keine tüte" angeklickt, trotzdem fucking 12 euro für ein paar erdbeeren. es sollten einfach alle mehr und öfter scheitern im überflussland. als ich an die kasse zurückkomme mit meinen jetzt korrekt gelabelten erdbeeren, bilde ich mir ein ganz vorsichtiges grinsen der kassiererin ein, als sie sagt, ich hätte "deutsche" erdbeeren gewogen anstatt "spanische", wir beschließen aber, dass uns das egal ist in diesem moment, ich freue mich über pluspunkte gegenüber ihr und weil ich schon ahne, dass ich später einen charmant-harmlosen kapitalismuskritiktext ins internet säuseln werde.

achim und manfred bleiben dann so passgenau vor mir und allen anderen im ausgangsbereich stehen, dass sie einen stillstandstau an der engstelle im einkaufswagen-verkehrsregel-überflussdeutschland verursachen, aber niemand regt sich darüber auf, ich wundere mich, vermute aber auch da noch eine versteckte metapher für irgendwas. auf der heimfahrt (800 meter mit dem auto) denke ich mir diesen text aus.

( bildquelle: >_ )

n why c

klar: man (also: ich) könnte, gerade WEIL man endlich mal wieder etwas hat, das man nicht scheiße findet (originelles scheißefinden schreibt sich ja immer einfacher runter als präzises tollfinden), hier einen dieser ("meiner") überemotional klingenden schwurbeltexte reinklöppeln - einen dieser texte, die mir ein paar tage später meist selbst unangenehm sind bei der drittlektüre, also nach dem hangover-ausklang irgendwann, wenn man erst die ganze ichbezogenheit erkennt, über die man sich bei anderen (menschen und dingen) normalerweise lustig macht oder aufregt: nein, rebeccajosephine, "weil es schon seit jahren mein traum ist" ist halt KEIN argument dafür, dass du germany’s next top model werden solltest, und nein, frank ellpunkt, "weil gerade DER song dein herz blutig massiert" ist halt auch KEIN argument für irgendwas qualitatives, nur für etwas sehr individuell niedliches vielleicht, for what it’s worth, aber das ist dann halt kaum was worth.

okay, wo war ich. man (..) könnte nämlich aber auch einfach mal versuchen, wirklich ein bisschen präziser in worte zu fassen, wie und warum mich new york schon wieder so gekriegt hat in lächerlichen zwei(netto)bisfünf(brutto) tagen spontankurzurlaub, wie und warum new york eine andere liga ist im psychogeographie-game meiner selbstwahrnehmung. man könnte sich mal überlegen, das blutigmassierte herz aus der gleichung rauskürzen und der sache auf den grund gehen zu wollen, WIESO ich mich gerade in new york wohler fühle als beispielsweise in london, und wenn schon vielleicht nicht für einen schwurbelblogtext dann doch aus echter neugierde, aus interesse am sachverhalt. es ist ja niemandem geholfen, wenn ich eine textwurst lang meine ergriffenheit angesichts des ausmaß der stadt beschreibe, oder wenn ich erzähle, wie mich einzelne aspekte begeistern und ich dabei einfach meine übliche imperialistischer-kapitalismus-kritik ausblende for arguments’ sakes, oder wenn ich von party-, touri-, people-kram berichte der dann noch nicht mal nyc-spezifisch ist bei genauerer betrachtung, also "doppelt egoistisch", und und und. germany’s next topmoppel, der dorfdepp unterwegs in der wirklichgroßen stadt. nope.

man könnte also den ganzen emokäse entfernen aus den gedanken und sich zurücknehmen im wahrsten sinn des wortes bei der ~aNaLySe~ der geilheit von new york.

dachte ich.

aber.

es ist ja eben auch so: einen lonely planet für reiche will ja auch niemand lesen, und ich selbst noch weniger. toll, dass ich eine bude kenne(ngelernt habe), wo die pizza slices noch $1.50 kosten, und wahnsinn, dass etwas wie whole foods existiert, und klar das internationale iMaGe der stadt und eine freiheitsstute ™ gibt’s auch, ja, BORING. nee.

dann lande ich nämlich vielmehr beim umgekehrten extrem, nämlich dem, wo ich mich noch MEHR einbringe in’s gleichungssystem: was mir an new york so gefällt, bin ich. ja huch. ich kann mich dort besser leiden als - again, beispielsweise - in london. ich kann mich auch in kreuzberg ganz gut leiden oder in bangkok, immer auf eine andere art, aber ich finde mich da schon ziemlich prima, ich würde glatt soweit gehen, dass new york (ich bin mir dessen bewusst, dass ich mit "new york" ein paar blöcke brooklyn und manhattan und infrastruktur meine und nicht mal ein promille von NEW YORK wirklich kenne, geschenkt) ein konstrukt, ein umfeld, ein KONTEXT ist, der dazu führt, DASS ich mich besser leiden kann als in münchen. und, verzeihung: das ist dann eben doch wieder eine ziemlich große erkenntnis ("das musste erstmal hinbekommen!!"), dass ich spüre, wie mein hirn auf einmal freundlicher wird zu sich selbst, in diesem kaputten disneyland. als würde mich new york nahbarer machen.

fair enough: schwurbeltext zweiter ordnung. aber da müssen wir jetzt durch.

dass ich mich gut finde, passiert selten. bei (nach) thailandreisen hab’ ich diese art der selbstwahrnehmung mal jemandem so beschrieben, dass ich es genieße, nicht ~irgendwas~ sein zu müssen. ähnlich wie in berlin, obviously, nur ist berlin halt der spezialfall, in dem ich mich in der regel & per default aufhalte, das zählt erst mal nicht, jedenfalls nicht in der beweisführung - als wäre das freiheitsgefühl eben nicht die größe der stadt, sondern die (obacht:) aufheit.

(fußnote: aufheit ist .. sowas wie offenheit, nur von innen heraus gemeint und nicht von außen draufguckend. does that make sense?)

wenn ich also nach zwei tagen erschrecke, weil ich bemerke mich mit der hihowareyou?thanksimfinehowareyou?-freundlichkeit, äh, angefreundet zu haben, nicht aus toleranz, sondern eben aus akzeptanz, aus verständnis; wenn ich mich nach zwei tagen bei smalltalk ertappe (a thing i hate), und dabei, dass ich im fast gleichen moment grinsen muss, weil ich das wort "ertappen" laut gedacht hatte; wenn ich angesichts der abgefucktheit everywhere angst bekomme und diese angst dann nicht zum panikattackenquickie mutiert; wenn ich das alles darauf zurückführe, dass mich die stadtaufheit dazu bringt mich besser leiden zu können und sich daraus ALLES andere ableiten lässt - dann ist das genau die oben genannte art von schwurbelscheiß geworden, den ich ja vermeiden wollte. full circle. aber wenigstens kann ich so tun, als hätte ich was mit achtsamkeit in mein featurerepertoire aufgenommen.

(OKAYOKAY: körper says no, nach ein paar tagen, in many aspects. aber wir kennen mich ja gut genug um zu wissen dass ich natürlich nicht auf so einen quatsch wie körpersignale höre.)

to the moon

220401+

ein "konzert" also, so ein ding, mit dem man früher, damals, pre-alles, noch sein leben tapeziert hatte in jeder freien minute - also mit dem genre machte man das, mit der branche, dem mindset "livemusik" eben. ein "konzert" also nach zwei jahren trennung wie aus einer beziehung raus (aber "keine kapazität für liebeskummer, ich hab’ genug andere sorgen"), mit hartem cut, mit zwei jahren straßenseitenwechsel wenn der/die ex einem entgegenkam.

aber so sauber trennscharf wie der schnitt im märz 2020 jetzt auch der wiedersehens-reboot mit dem gefühl dabei. madrugada auf der bühne als nicht allererstes "ding", nicht als postcoronapremière, geschenkt, da gab’s schon eine hand voll andere in den letzten tagen, aber: dann eben doch als das offenbar ~nötige~ um sich daran zu erinnern, wie das früher war und was man daran so mochte und wieso man sich selbst darin und damit so mochte und wie sehr man das gefühl vermisst hatte und wie gut es (zu) einem passt --

madrugada auf der bühne jedenfalls, und nach zwei bis fünf minuten jegliche skepsis geradezu enttarnt, entfernt, gelöscht. jegliche sorge, dass man "konzerte" verlernt haben könnte so wie das restliche soziale ding, den generellen umgang mit menschen, schlagartig fort. als würde man sich im allerfuckingersten augenblick des knutschens an ALLES erinnern, worauf man beim expartner damals stand, und worauf man bei & an sich selbst stand, wenn man mit dem expartner knutschte, und weil man mit dem expartner knutschte. zwei bis fünf minuten brauchen madrugada und ich strahle und zittere und flenne vielleicht auch ein bisschen vor glück und gleichzeitig angesichts der albernheit des flennens bei einem konzert, so meta, drauf geschissen, aha, DAS ist also ein glücksgefühl?, nimm das, excitalopram!, aber ernst mal beiseite:

der ganze abend also eine erleichterung zweiten grades. darüber, dass es noch ~so~ ist, einerseits, und darüber, dass man sich an das "noch" noch erinnert, andererseits. die setlist ist da schon fast egal, toll natürlich, aber es geht nicht um details, es geht nicht mal um das musikgenre, es geht um die möglichkeit, das sich (wieder) auftuende potential. es hat mich, nicht nur die band hat mich, der ganze abend hat mich, die szene hat mich, die subkultur hat mich zurück, hier, nimm mich, hier bin ich, bäm, ich bin dein. von null auf routiniert im umgang mit allen und allem, muscle memory des herzdings, jeder noch so kleine affekt und jede bewegung und jedes artikulönchen EVERYWHERE an diesem abend ist mir persönlich bekannt, homecoming eines gefühls, highfive, sogar mit allen nervigkeiten und doofaspekten des lebens, des früheren, damals, vor duweißtschonwas. alles dabei, alles wieder da, alles richtig so.

bei "electric" denke ich (mir diese paar absätze hier aus, und) darüber nach ob es vielleicht so eine art muskelkater gibt, ob ich in den nächsten tagen erst noch meinen groove finden muss, babysteps womöglich, was ja auch irgendwie in der restwelt die befürchtung war und bleibt und "nichts ist mehr, wie es achhaltdiefresse", aber selbst wenn: das waren zwei doofe jahre, here i am, back again, und jetzt lass mal endlich wieder knutschen. dringend.

(i’m ready my love, holding on to you.)

bademanteltage

(runtergetippt as it happened in meinem kopp, auf lektorat verzichtet, auf absätze auch, und nach diktat vereist & verreist.)

symbolbild

knapp zwei jahre jetzt also. in denen aber doch eigentlich kaum was passiert ist. das zeitgefühl ist weg, die puste so langsam auch. aber sonst? ich hatte drei impfungen und eine "erkrankung" hinterher, so eine in anführungszeichen, mein sammelheftchen ist gewissermaßen voll und trotzdem scheint da noch irgendwas zu fehlen. mein dad war einer der ersten biontech-empfänger damals, ende lassmichkurzüberlegen 2020 war das, deswegen ist er -geviertimpft- mir auch längst wieder eine impfung und derzeit 46 lebensjahre voraus. überhaupt, wieso nennen das alle "pieks"? es ist das vielleicht geilste, fortschrittlichste, irrsinnigste, was ich -vermutlich- jemals erlebt haben werde - kann man da nicht ein bisschen mehr ernsthaftigkeit, meinetwegen auch demut erwarten als ein semantisches piratenpflaster? ende april 2021 hab’ ich geflennt vor glück und dabei war’s "nur" astra zeneca, aber das zeug schützte ja offenbar nicht nur gegen das stachelvirus, sondern half auch ganz gut gegen (meine) panikattacken. tbt der abend mit den "neben"-wirkungen, drei stunden schüttelfrost und eigennamenamnesie und hinterher dieses noch bis heute anhaltende staunen darüber, entspannt zu sein/bleiben trotz und bei und wegen knapp 40 fieber einfach nur im urvertrauen auf wissenschaft und körper bzw. biologie, sich selbst dabei zu spüren wie dieses fleisch/organ/knochen-ding arbeitet und checkt und rumkrasst. es ist so ein wahnsinniger wahnsinn, ironiefrei. im vergleich dazu ende juni biontech nicht der rede wert, im dezember moderna bisschen anders, aber beide auch direkt schon wieder verbucht als wär’ man profi im geimpftwerden, also nicht nur das ego dabei, sondern auch das olle körper-ding, fast schon schade, but - well. beim "milden verlauf" anfang 2022 dann noch ein kurzes aufflammen der begeisterung: what if, ich mag nicht dran denken, die "geringe viruslast" vor den impfungen passiert wäre, wie mild wäre der januar dann gewesen?, und let’s not talk (or think) about the whole panikattacken-nebenhandlung. die ja wiederum pre-erstimpfung zu einer flugticketbuchung und direkt weiter nach moskau geführt hätte, mit lastminute-express-visum und shady impf-angebot durch einen norwegischen (?) reiseveranstalter für 2x 3 tage aufenthalt im abstand von 21 tagen, - aber wo doch an den zaubertrank hier halt um’s verrecken nicht ranzukommen war, notwehr gewissermaßen, take me in your saviour-arms, rote großmacht, und ich hatte echt schon mehr geld für größeren quatsch ausgegeben, so what. eine der gleichzeitig zur reisebuchung verschickten knapp 50 irre freundlich formulierten mails an berliner arztpraxen brachte dann aber 5 tage vor flug an einem freitagabend den anruf "können sie morgen früh um 10 hier sein?" - "KLAR!", und ich glaube, ich hab’ wirklich in großbuchstaben geredet (und am nächsten morgen dann nicht nur geflennt vor freude, siehe oben, sondern auch wegen der reisestornogebühren, aber: auch siehe oben, wenn das mal nicht einer der am wenigsten schlechten gründe in meinem leben war, sehr viel geld auszugeben, dann bin ich gespannt was da noch kommt). also: ja, schiss hatte ich, mehrmals bzw. durchgehend, und first rule of anxiety club ist ja bekanntlich eben gerade /nicht/ durchatmen und entspannen, sondern aktives ablenken, ~führung~, den gedanken keinen raum lassen (über intensivstationen und angehörige und doomscrolling nachzudenken), sondern sich beschäftigen. und kaum ist man ein paar nächte nacheinander schlaflos, hat man alle staffeln brooklyn nine-nine und archer durchgeguckt. plot twist: über intensivstationen und angehörige denkt man natürlich gleichzeitig trotzdem nach, und doomscrolling geht auch auf dem zweiten screen während auf dem anderen die serien laufen. ja, "soo leicht krieg’ ich mich nicht, freundchen!", ich war schon immer ein bisschen schlauer als ich dachte, bzw. eben nicht. letzteres (also: nicht) ja vor allem zu anfang, als sätze fielen wie "lass uns das konzert mal von april (2020) auf juni (2020) verschieben, man kann ja nie wissen, sicher ist sicher". und ersteres (also schlauer) vor allem je jetzter desto mehr: was haben wir uns nicht alles für begriffe und kulturtechniken draufgeschafft in diesen zwei jahren, über virusvarianten und contact-tracing und wissenschaft und peerreviews und markuslanz und politik und über bluetooth und inzidenzwerte und gesundheitsämter und hygieneschutzanordnungen und über illegalität von parties und über lieferkettenlogistik und über ffp2, so.viel.neues. war das früher auch so und man hatte es nur nicht bemerkt? fällt mir das nur auf weil’s so ein FUCKING EVENT ist und man seit zwei jahren im bademanteligen homeoffice verbringt und - siehe oben - die kognitive führung fehlt? anderer-andererseits aber ja auch wieder spannend: zu faul (immer gewesen) um irgendwas zu LERNEN ohne anlass, sprachen oder skills die ich nicht benötige, im gegensatz zu interessen und neugierden bei denen es einem ja noch nicht mal wie "lernen" vorkommt - das coronading als aufgezwungenes interesse nur wegen seiner ~wichtigkeit~ (um die panik mal positiv zu ~framen~). der "fucking event" (zitat sarah) als solcher funktioniert halt in dieser hinsicht verlässlich: kaum bekomm’ ich am dienstagabend im auto mein positives testergebnis per email, schon weiß ich nicht mehr auf welchem weg ich dann heimgefahren bin und mit wem ich direkt telefoniert habe noch als ich meine tasche für’s krankenhaus VORSICHTSHALBER GEPACKT habe, um dann erst mal zu googeln, was der sog. "ct-wert" eigentlich bedeutet. und wieder: neues wissen. irre. 9 weitere bademanteltage und 6 staffeln "superstore" später alles wieder wie zuvor, und jetzt sitz’ ich hier mit der gepackten krankenhaustasche. das ist jetzt also der eNdEmIsChE zUsTaNd demnächst, auch gut, also jedenfalls was die angstattacken angeht, die dann vermutlich zur von früher gewohnten "generellen sorge" mutieren - und was die PARTIES angeht, die, und auch das muss man ja zugeben, so im halblegalen underground auf eine gewisse art besser in der erinnerung bleiben (werden) als, naja, alle anderen. allein schon weil’s die seltenen momente waren, wo man (also: ich) gerade TROTZ der angst und panik und skepsis .. völlig absichtlich und zweckmäßig es geschafft hat sich abzulenken genau davon, ohne alkohol oder drogen zu benötigen (aber let’s be honest, ja, schon gut - das ganze ding rund um körper und selbstwahrnehmung und sex und nähe und hirn und affekt in diesen zwei jahren, in denen "körperflüssigkeiten" einen anderen kontext bekamen als zuvor, in denen "alkohol" eine andere bedeutung hatte und "drogen" ja sowieso, das wäre einen eigenen text wert, maybe next time). ablenkung generell aber, again, egal womit und wodurch: geiler scheiß, so rückblickend - die plötzlichkeit, die überraschung, der kontrast quasi zwischen der fuckedupness der welt und dem moment, zwischen angst und euphorie, zwischen planung und spontan, der war in den letzten zwei jahren tatsächlich (zwar seltener, aber eben auch) beeindruckender als in den anderen vorher. for what it’s worth.

4m

ich höre demnächst auf mitzuzählen, wie oft ich -freundlich zwar, aber mit so einem verwundert-höflichen unterton- darauf hingewiesen werde, dass ich hier/jetzt/aber doch gar keine maske tragen ~müsste~, und mir auch immer noch eine knackige antwort mit der sinngemäßen aussage "ja zefix ich weiß dass ich’s nicht MUSS, aber ich MÖCHTE es halt einfach, dein bestimmt gut gemeinter ratschlag klingt ja gerade so als wäre maskentragen eine bürde, eine last, als wäre die annahme menschen würden keine maske tragen wollen generell nicht mehr hinterfragbar" in kurz fehlt, weil ich ja auch nicht unhöflich rüberkommen will sondern mich viellecht eher knickknack demonstrativ ~wundern~ möchte über den ratschlag, auch wenn ich fürchte dass DAS wieder zu erzieherisch rüberkäme. it’s complicated, ein bisschen in der gleichen kategorie wie generell ANNAHMEN über werte und moral und vorstellungen anderer in allen möglichen bereichen, übergriffig geradezu, zu denken man würde mir was gutes wollen das ich gottverdammtnochmal nicht selbst wüsste, mehr noch, mir die -again, bestimmt GUT GEMEINTE- fremde haltung anzubieten als wäre ich deppert und würde nicht eh schon 97% meiner kognitiven cpu-last damit verbringen über so einen meta-quatsch nachzudenken. dann sind wir hier eben an der frischen luft, na und?, die maske bleibt auf, basta, kümmer’ dich doch um deinen eigenen kram, prenzlauer berg.

2021 überlisten

a) die 20 (+6) objektiv besten alben grob absteigend sortiert

nicolas jaar & vincent de belleval - free 2 move

winter family - chevaliers

low - hey what

djevel - tanker som rir natten
saba alizadeh - i may never see you again
my disco - alter schwede
wolves in the throne room - primordial arcana
foudre! - future sabbath
fotos - auf zur illumination
bicep - isles
svenska likbränningsföreningen - likvaka
alessandro cortini - scuro chiaro
james blake - friends that break your heart
abul mogard - in immobile air
muhd - dilogia
anti - anti
dayofwrath - and the world will perish in flames
kanonenfieber - menschenmühle
team scheisse - ich habe dir blumen von der tanke mitgebracht (jetzt wird geküsst)
the chisel - retaliation (jaja, shut up)

die wilde jagd - atem (to be released erst im januar 2022, aber naja)
asarhaddon - reysa (2020)
kontinent - stasis (2018)
uvb76 - sān (2019)
xi-n - pulsar (2019)
crow black sky - sidereal light, volume one (2018)

b) die 8 eindeutig tollsten einzeltracks

dödsrit - the third door

fly pan am - parkour 1 & 2
edward ka-spel - this is the place
nøkken + the grim - lament on synthetic ground
mephorash - sanguinem
hiddent - immersed into the consciousness
maman küsters - inondations i
promille grazie - der kopf die lüge

c) das eine gute djset

chris shape, hör 210830

d) die 5 von der welt ablenkendsten serien & filme

succession (s03, aber naürlich zvor auch s01+s02 sowieso, immer, alles)
into the night (s02)

riders of justice
wander darkly
the blazing world

(exkurs "grauenhaft", abteilung "unfassbar scheiße", unterkategorie "so schlecht, dass es wütend macht": behind her eyesjerks in sachen serien / we need to do somethingthe voyeurs in sachen film. just saying. kurze hasstexte dazu auf anfrage bzw. bei bedarf.)

e) die 5 hottesten, also zeitverschlingendsten (in a good way) podcasts

lex fridman
no plus ones
logbuch netzpolitik
piratensender powerplay
jung & naiv

f) der geilste scheiß aus dem restlichen kapitalismusleben

thinkpad x1 nano
reolink e1 zoom
benq screenbar
xiaomi smartmi 2sdreame v9p
powkiddy a66anbernic rg351p

justfit mitte
aestheticum tauentzienstraße
nmn, ashwagandha, diazepam

sophie passmann - komplett gänsehaut
stig sæterbakken - 23 notizen über den alkohol
theories of the deep understanding of things

townscaper
feeld
nexo.io
prolific.co
simplelogin.io

g) die 12 wichtigsten texte im internetz

ilona scholl - die sehnsucht nach der hand in der bierpfütze
jason zinoman - i miss being part of an audience
charlie warzel - what do we do with all this rage?
anne helen petersen - you’re still exhausted
anne helen petersen - no i’m not ready
christian vooren - der tod braucht seinen schrecken
matthias warkus - merkel geht, merkelcore bleibt
dirk hohnsträter - etikettentrinker / wein und popkultur
thomas fischer - größter kokainfund aller zeiten, ja, und?
ronnie vuine - gothic pogo party
anne helen petersen - the worst of both work worlds
shawn reynaldo - the year of "you’re an idiot"
jesse galef - a pretty-good mathematical model of perfectionism (2020, jaja, egal)

h1) zu viel gehabt

weißwein & whiskey
ms teams
amazon
nachrichten
verdrängung
grübeln
wollen & vorstellen

h2) zu wenig gehabt

weißwein & whiskey
konzerte
selbstachtung
schlaf
euphorie
denken
anfassen & körperflüssigkeiten

i) die 15 doofsten tode

andrea haugen
bob rutman
mirco nontschew
thomas "mensi" mensforth
norman mcdonald
alfred biolek
willi herren
nick kamen
francoise cactus
jessica walter
phil spector
steve bronski
alvin lucier
peter rehberg
clive sinclair
kostas papanastasiou

j) diese liste auf facebook

ebendort.

k) 2020 für’s protokoll

auch bei facebook.

boost berlin

achtung, public service post - mir bekannte kurzfristige booster-impf-möglichkeiten in berlin. quellen sind eigene erfahrung bzw. telefonate/mails/besuche sowie reddit, twitter, facebook und bekanntenkreis. ohne gewähr und vor allem dauerhaftigkeitsversprechen, aber halt nach bestem wissen und gewissen stand heute, ihr kennt das. wird ggf noch ergänzt im lauf des abends.

opp38.de - arztpraxis in kreuzberg, impft walk-ins (ohne termin, ggf bisschen wartezeit) ab 5 monaten nach dem zweiten termin, schickt aber wohl auch niemanden weg, der früher dran ist, und COME ON wie süß ist das denn bitte: "am wochenende des 18./19.12.21 bieten wir von 10 bis 18 uhr covid-19-impfungen mit musik und waffeln & punsch" - ❤!;

praxisamkleistpark.de - dito in schöneberg, vorgestern selbst hier gewesen und mir den moderna-schuss abgeholt: irre effizient organisiert, hatte ’nen termin (hätte aber keinen gebraucht, zumindest standen in "meiner" schlange auch terminlose und es gab nur eine SEHR lange schlange für alle bis nach draußen, gefühltes impftempo/effizienz dürfte aber bei ca. 1 person pro minute gelegen haben, nach brutto 30 minuten war ich geboostert wieder draußen);

punctum-medico.de - orthopädie-/chirurgie-praxis in reinickendorf, die sich mittlerweile auf impfungen spezialisiert zu haben scheint: schalten stetig (mehrmals täglich!) immer mal wieder entsprechende termine frei zum boostern (und für erst- und zweit-shots) und sind damit auch haupt-content-lieferant des impf-bots auf telegram;

doctor-goldstein.com - haben bis vor kurzem zwar auch mal termine vergeben, machen jetzt aber nur noch walk-ins und haben noch viel freie kapazitäten;

drs-fahimi.de - extrem sympathische und generell "impf-positive" hausarztpraxis in kreuzberg (war ca. 4 monate nach meiner zweitimpfe dort in der sprechstunde und hatte einen netten talk der sorte "man würde gern, durfte aber leider (noch) nicht" etc, wie das im oktober eben so war): derzeit nur mit terminvergabe, schaltet aber regelmäßig bei doctolib was frei;

praxis dr. katzenstein - corona-legendär mittlerweile, die erste praxis die in berlin im sommer 2020 tests angeboten hatte (afaik): impfen mittwochs & freitags ohne termin (mit langer schlange um den block) und offenbar sehr effizient;

impfzentrum havelhöhe - vergeben termine, nehmen aber auch walk-ins, diverse geboosterte berichten von einer wartezeit im unteren minutenbereich und SEHR entspanntem umgang mit der fünfmonatsfrist;

impfzentren tegelmesse - vergeben zwar termine, nehmen aber offenbar auch walk-ins, und man munkelt, die draußen noch getrennten einlassschlangen (termin vs walk-in) werden drinnen direkt zusammengeführt, so dass man sich auch einfach an der kürzeren .. you know, so that’s that;

wirbleibenstark.de - die website sieht zugegebenermaßen ein bisschen sketchy/shady aus, aber reddit und mittlerweile auch die berliner zeitung berichten, es wäre alles legit, da schraubt offenbar irgendeine "ganz andere" praxis (ein "approbierter arzt" aus der taubenstraße mit jetzt neuem impf-ableger in moabit) nur derzeit sein impfbusiness massiv hoch, termine EXTREMST kurzfristig und davon sehr sehr viele verfügbar;

ikea tempelhof - impft moderna und das ohne termin oder (bisher) andrang;

alexa und ringcenter impfen wohl auch, ausschließlich walk-ins, ggf. lange wartezeiten - aber der vollständigkeit halber.

mehr input ggf. auch auf /r/berlinvaccination - sowie a LOT OF noch viel mehr praxen & links in einem fb-thread von torsten sowie beim tagesspiegel (falls man sich durch diese quatsch-content-störer kämpfen möchte).

grundregeln außerdem: seid bitte cool mit ärzten und teams, bringt schokolade mit als kleine aufmerksamkeit für deren arschaufreißen derzeit (und als ausgleich für deren ärger mit idioten), zieht euch was warmes an und nehmt einen schirm mit falls ihr evtl lang anstehen müsst, besteht nicht auf unbedingt biontech (außer ihr seid u30 oder schwanger oder beides oder whatever), und last but not least motiviert eure freunde und bekannten zum impfen. ist aber ja eigentlich eh alles selbstverständlich.

danke.

 

sankt m.

im biomarkt (okay, selbst mitschuld) stehe ich in kassennähe und versuche die nährwertangaben auf einer tüte hipsterpopcorn zu entziffern (matt hellgold auf glanzweiß, schriftgröße gefühlt 4px), als mich das fremde kind anspricht. das fremde kind heißt martin, wie ich später von seiner mutter noch erfahren werden, und die formulierung "ansprechen" ist selbstverständlich ein euphemismus dafür, dass es plötzlichst in ca. 5cm entfernung neben meinem knie/oberschenkel anfängt mit feuchter aussprache zu brabbeln (bei erwachsenen würde man es lallen nennen), offenbar in meine richtung. ich bin generell nicht sonderlich kommunikativ in vergleichbaren situation, und extra-sehr nicht an einem frühen montagnachmittag im südlichen prenzlauer berg nach schlechtem schlaf im körper und zu viel corona-updates im kopf. ich ignoriere das kind also, woraufhin seine betreuerin - ein paar meter weiter vorn, genau an der kasse, während des ab- & einräumvorgangs der gekauften waren - laut "lass sein, martin, manche menschen sind eben einfach unfreundlich!" sagt. und damit offenbar mich meint, der ich gerade noch in einem makronährstoffverhältniskopfberechnenden modus hinaus und einen konfrontativbelustigten hinein schwinge. ich verzichte darauf, die lastenrad-muddi nach einer kausalen herleitung ihrer "argumentation" zu fragen, nach dem mehrwert an erziehung/sozialkunde für martin, nach dem grund für ihre lautstärke oder danach, wieso es denn wirklich die am allerschlimmsten aussehenden öko-joghurts sein mussten, mit denen sie mindestens martin oder eventuell auch noch ihre:n partner:in quälen wird, nein, ich verzichte nicht nur darauf sie danach zu fragen, ich zwinge sogar mich selbst dazu - in jenem moment - all das direkt zu bewerten wie ich’s jetzt im nachhinein zu hause tu’, als martin einen weiteren versuch startet mir ans knie zu spucken und dabei fragend den kopf in seinen nacken wirft um mich anzusehen, während ihm seine neongrüne stricksturmhaube ins gesicht rutscht. ich bleibe weiter stumm, gebe die popcornösen nährwertidentifikationsbemühungen auf, ziehe eine augenbraue hoch (die linke, logisch), und höre - diesmal noch lauter - martins muddi "komm, martin, wir gehen, der mann ist böse!" sagen, so dass es auch die käsetheke noch gut mitbekommt. an dieser stelle bilde ich mir ein, das augenrollen der kassiererin (props!) hören zu können, und bemerke gleichzeitig, dass dieses amüsant neurotische stück blonde aggression mit ihrem martinszug im schlepptau doch tatsächlich dafür gesorgt hat, dass nicht nur mein montag jetzt ganz okay lustig angelaufen ist, sondern ich auch noch eine nette kleine anekdote für ein paar likes schreiben kann ohne sie komplett erfinden zu müssen. danke, martin.

(ja: das mit dem lastenrad wurde erst später draußen zur gewissheit, und ich bilde mir nur ein, es vorher schon vermutet zu haben - aber man romantisiert sich sowas ja auch immer zurecht, fair enough.)

(-um)

es dicht’ der reim, es knallt die stroph’,
poetisch wird’s. ich spür’s, - nicht doof.
die größte kunst ab nun jedoch macht der’s
umformuliert als metavers.

ich taufe auch

ich weiß noch gar nicht recht, was mich mehr erstaunt, - dass ich, entweder/einerseits nicht nur praktisch alles "neue" von tocotronic und insbesondere die beiden letzten singles/clips so unfassbar langweilig und blasiert finde, vor allem so als wär’s wieder und wieder und wieder und immer wieder einfach nur "die gleiche songidee", mal kompositorisch gemeint, mit ein paar anderen filterbearbeitungen (inhaltlich), also als würde man DEN tocotronic-song jetzt nur schon wieder andersneu rausbringen wie’s mir schon seit jahren vorkommt aber insbesondere eben jetzt wieder, gefühlsduseligkeit hin oder her; oder dass praktisch alle medien und opinion leader, auch die ernstnehmbaren und die persönlichverkontakteten und die "guten", das anders sehen und ich mich ganz fernab von jeglichem opportunismusgehabe schon frage, what am i missing?, bzw anders: häh?

wie bei nick cave oder the national meinetwegen&beispielsweise hatten ich und die jeweiligen künstler phasen, die dann immer ein paar jahre dauerten, in denen man sich nah war - musikalisch und/oder emotional, manchmal auch aus ganz banal-teeniehaften individuellen gründen (weil’s mir "meine person" in dem jeweiligen moment nahgebracht hat, das war dann part of the package einer verknallung oder einer lebenssituation oder eines erst-hör-kontexts, völlig schnurz), man begegnete sich für eine weile, die auch ein paar jahre weile sein konnte, und fand sich toll, und irgendwann entfernt man sich eben wieder voneinander und behält die sache …

(bei tocotronic zB so grob den anfang der "zehner" jahre, in denen ich die songs der band so grob der "nuller" jahre liebte, aus gründen und noch viel mehr gründen, und das schwappte dann über in mitte/ende der "zehner" jahre, in denen ich tocotronic live liebte, aus anderen gründen, und jetzt sind’s eben die twenties und die gründe sind fort und ich bin jemand anderes und erkenne auf einmal dass ich irgendwo nicht so abgebogen bin wie "die anderen", und lande nur noch beim oben besagten "häh?", bzw. "höh?"; bei nick cave ja so ähnlich, andere kategorie von gründen zwar, aber auch ungefähr wie bei einer kurzen intensiven affäre auf ganz vielen ebenen, und bei the national eben eine längere affäre, die aber auch verblasst, obwohl man sich noch dran erinnert wie man flennend vor glück im damaligen fritzclub, .. aber ich schweife ab; und let’s NOT get started with arcade fire, das fass der genau gleichen sorte mach’ ich jetzt nicht auch noch auf, zumal ich dann kurzgeschichten über current93 schreiben müsste, häh?, genau!)

.. angenehm im hinterkopf bei den erfahrungen und erkenntnissen. dann wende ich mich wieder james blake und black metal und autechre und low und dbaticotlh zu und frage mich schon mal, wie ich das so 2030 alles wohl finden werde, in das ich derzeit so verknallt ist & was in mich derzeit so verknallt ist, und ob das evtl auch ein geisterfahrerproblem sein könnte dass nicht ich mich anders/weiter entwickelt habe sondern "nur" alle anderen und ich mich aus den falschen gründen wundere?, aber darüber nachzudenken ist mir an einem samstagmorgen dann doch zu meta.

tl;dr: meine güte, sind die neuen tocotronic-songs scheiße.