versmaß, dein name ist warnfried-jürgen.

.̵̷.̛ (1)

erstört mit zett, mit fau, egal,
wer sie noch alle hat, im strahl
(er kotzt, sagt man), denn bleibt was
anderes übrig? nee. nur hass,
wobei, vielleicht nicht ganz.
(na, kommt jetzt ein reim auf schwanz?)

ernst beiseite, maybe das es
nur singulär statt doppelt?
dann wird aus dem hass schon des
was hoppelt:
es hast statt hasst der heinzelmann.
wo mutti nicht mehr kann.

ob karnickel oder tod, nun denn, ist
eigentlich recht wurscht.
frühling wirds. da reimt sich "pisst"
genau wie ja auch durscht.
das oral an der geschicht’, wir ham’s:
kein schöner lauch. nur schwanz.

(meine message nun? naja. die lautet:
it is all fucked. und falls man klautet
mir die hoffnung, auf post-virale blendung,
geh’ ich täglich halt auf sendung.
mit stuss wie diesem, er lebe hoch.
denn es hilft ja nix. naja, oder doch.)

.̵̷.̛ (2)

ich dichte dir ein labyrinth
ins herz rein (heißt: ins hirn).
und da wir nicht gestorben sind,
nur ab und an mal frier’n -
kann mans deuten wie ne brezel:
wirr und lecker gleichermaßen,
also wie ein kreuzworträtsel
auf sackgassigen straßen.

(metaphorik war nie meine stärke.
noch nicht mal dichtung, zugegeben.
reimen, /das/ versetzt schon eher berge
in so ’nem selbstdarstellerleben.)
zurück zum thema, ernst beiseite.
ich wollte ja nur darauf hinaus
dass ich seit monaten uns beide
ganz unkryptisch vermisse. aus.

die medja socialt, die wellen laufen,
und wär’s nicht hintenraus so fies
man könnt sich ablenken mit saufen
bis man auf irgendetwas stieß
was erleuchtet statt frisiert.
(die hoffnung stirbt ja selten.)
okay, who am i kidding - das wird
nix mehr. dazwischen: welten.

.̵̷.̛ (3)

nee.

relationship goals

warum ich the kills immer mit den raveonettes verbinde, vom klanglichen mal abgesehen (und da wäre es auch ’ne steile, maximal anekdotische, these), ist diese LÄSSIGE abgefucktheit, glaube ich, die ich tatsächlich bewundere, das abprallpotential bei gleichzeitigig arger emotionalität. also eine coolness, die nicht auf ignoranz, sondern auf reflektiertheit basiert. kaum zynismus, viel elasti-egali-zität. does that make sense? gibt’s da nicht sogar einen exakteren begriff dafür?

(wenn ich mal groß werde und ordentlich stimmige texte über musik schreiben kann, vielleicht, kann ich das bestimmt auch in einem kulturhistorischen oder sogar musiksoziologischen zusammenhang artikulieren anstatt nur hier so rum-zu-emo-en, aber ihr kennt mich ja und wisst hoffentlich deswegen schon wie ich’s meine.)

i saw it you and me in time part
i get a shiver from broken hearts
i like the sun where it don't shine
i make it hard on anyone

- undsoweiter, antworten die anderen beiden darauf jedenfalls. und ich weiß, dass sugar baby auch "nur" ein cover ist, shut up, who cares.

vorhin bei rewe gesehen: choco crossies gibt’s jetzt allen ernstes auch als "crunchy balls", und -natürlich, weil 2021- "NUR FÜR EINE BEGRENZTE ZEIT", hätte mich nicht mal mehr gewundert, wenn noch ein"jetzt zugreifen!"-cta-banner auf der packung gewesen wäre. die welt ist doomed. in vollmilch.

ostern ist vorbei, ich brauch’ dringend eine sonnenbrille.

und nun die ziehung der ottozahlen

in regierungsviertelnähe steht -knapp vor meiner dort geparkten karre- der camper mit den "infoflyern" der querdenker im fenster und seitlich großer "notstandsgesetze beenden!"-aufschrift, daneben ein paar als hippies gelesene mutmaßliche schwaben. vermutlich gehört der versprengt/allein vor dem kanzleramt mit laminiertem "lasst unsere kinder frei!"-schildchen stehende vierttagebartträger auch zur sippe, die ich zugegebenermaßen sehr diskussionsunwillig (meinerseits) nur für’s eigene kuriositätenkabinett fotografiere. meinen dabei subtil ausgestreckten mittelfinger hinter dem smartphone scheinen sie bemerkt zu haben, meine ohren -trotz stattlicher größe und abstehung- offenbar nicht, während ich also noch an mein auto gelehnt tippe, speichere, no- und sor-tiere, lausche ich bezeichnungen wie "ah, aufkleber von 'die partei', so einer ist das", "der wird sich noch wundern", "guck dir doch nur mal die klamotten an" und bemitleide ein wenig die tragik ihrer als beleidigung gemeinten whatsapp-subtilität. das ist dann auch der moment, in dem ich mich frage, ob ich wirklich "besser" bin als die schwurbelspacken, wo ich doch nur silently judgend dokumentiere und poste und ja längst auch keine energie mehr übrig habe für weltverbesserung, was esoterik und ähnlichen quatsch angeht. zwei minuten später auf dem heimweg fällt’s mir dann aber ein: doch, selbstverständlich bin ich das.

morgen war die frage

und wenn dann eines tages herauskommt, dass cbd gar nicht über einen placebo-effekt hinaus wirkt, werden wir zu ähnlichartigen schwurblern mutieren wie jene, über die wir uns in anderen bereichen noch lustig machen, fair enough - bis dahin, jedoch, genießen wir es, alkoholfrei beschwipst zu sein, zu träumen als gäb’s keinen vormittag, und von schmerzen und irrsinn und wachheit abgelenkt zu sein anstatt sie aushalten zu müssen, ertragen zu müssen. waren wir zu anfang noch skeptisch und ein singular (gewesen, weil plusquamultra), haben wir den ersten test noch abgebrochen nach wenigen tagen, dachten wir zu beginn, man "müsse" wohl dran glauben um eine wirkung zu spüren, haben wir’s in der zweiten runde einfach (as if) weniger ernst genommen und weniger beipackzettelig, das aber natürlich auch, weil der ratschlag dann von jemand anderem kam. dann funktionierte das nämlich wie beim verlieben oder beim lernen, wie beim autofahren oder beim sex: je beiläufiger, umso lässiger, desto geiler. und dann kapierten wir irgendwann auch, dass wir diesen plural und das präteritum nur aus affektiertheit verwende und vor allem, dass ich vielleicht drauf achten sollte, soll, werde, nicht zu viel bock zu bekommen auf all die mittelbarkeit und die fluffizität sowohl im traumtagebuch-wording als auch beim masturbieren oder im tagsüber-denken und der ganzen inspiration zum leben (substantiv, nicht verb). will sagen (werde sagen wollen, will gesagt haben werden): dieser kleine schuss egalheit ist’s, glaube ich, der in allen bereichen ganz gut tut, gerade jetzt.

müde bin ich, gehtso. ruh!

in meiner freizeit knibbel’ ich gern die metallrandzähnchen von mateflaschenschraubdeckeln einzeln ab und bastle daraus fingerkuppenkaputtmachende kunstminiaturen (den zeitgenössisch-angemessenen nft-kalauer-twist hier bitte selbst dazudenken), während ich beim grübeln darüber, ob es knubbeln oder knibbeln heißt, in kontemplative duldungsstarre verfalle gewissermaßen wie all jene leute, die ihre tweet-screenshots auf instagram posten und sich mittelewig nicht für einen rahmen/hintergrund entscheiden können.

genau daher kommt übrigens auch der begrif artisanal. muss man wissen.

(haha, anal.)

"einen im nft haben."

es war einmal und ist
nicht mehr - (mit list
und tücke macht der reim
ne wendung hier, das schwein) -

wollt sagen aber, schon okay,
dass ich nicht trinken muss
zum quatschigsein. olé.
kann auch nüchtern stuss.

es lebe hoch, das versmaß, und
lang und breit natürlich auch.
"ist der lachi denn noch ganz gesund?",
(und jetzt kommt was mit lauch,

damit sich’s reimt.) aber back to topic:
das tun sich fragen ihr nun maybe.
beim barte des propheten lockig:
you gotta be the one that saves me.

"er singt oasis und the smiths,
sein zustand ist bedenklich.
aber wenigstens nen müden witz
bringt unter er. na endlich."

drum schließen will ich nun die
dichtkunst hier, die ziemlich grandiose.
bevor ich nun, gewissermaßen wie
zivilisiert mal suche meine hose.

mic-drop,
dickkopp.

(mission alberner werden)

es gibt ja diese offenbleibenden themen, die einen mit stetigkeit statt krassheit nerven: dinge, die man um’s verrecken nicht los wird, weil sie keine lösung hatten und keine in aussicht ist. unbeendete themen in leben (pl.), angefangen bei plötzlichem wegsterben über nichtverabschiedungen bis zu aussprachlosen trennungen, dergleichen kram, ghosting seitens wiesagtman? psychologischer artefakte im zeitlichen ablauf. cliffhanger, die im kopf festsitzen und da auch bleiben, weil man nicht rechtzeitig wusste, dass sie cliffhanger werden, bevor die serie abgesetzt wurde, werden würde, wird. dieser scheiß, der so ganz hinten am schädelrand rumpuckert und den wahrnehmungsrhythmus aus dem takt bringt, die dekadente version von sorgen vielleicht, ein schluckauf, ein stolpern, weil man keine ahnung hat wie man was loslassen könnte, was längst nicht mehr griffbereit ist. does that make sense?

jene themen, jedenfalls, also:

vielleicht wird man die ja los, indem man einen furchtbar selbstreferentiellen meta-text darüber im blog rauswürgt, und am nächsten tag hat man den quatsch endlich hinter sich und hört einfach auf zu vermissen, egal wen, oder man hört einfach auf sich gepiekst zu fühlen von einer abstraktion, man hört dann einfach auf sich darüber zu ärgern dass man diese eine trennung damals "verpennt" hat, oder dass die "allerletzten worte" zu jemandem so ein komplett banaler mist waren, oder dass dieser three-night-stand vor vielen jahren einen dann bei instagram geblockt hatte?

wäre, wäre, fahrradsattel, i know. aber einen versuch ist’s wert.

unser ausschluss der öffentlichkeit

ich besitze noch ein bild von dir, -

- naja, besitzen, ein paar datenbits sind in einer vorher festgelegten form & länge auf einem netzwerkspeicher in die entsprechende richtung gekippt worden, und das noch nicht mal von mir selbst, sondern von einem zusammenwirken aus licht und physik und mathematik und informatik, so dass ich beim abrufen dieser bits eine organische einbildung von "dir" haben kann, geradezu nostalgisch pathetisch also und ganz schön weit weg von "besitzen", vielleicht muss man in zukunft auch mal ein bisschen besser über sprache und wortwahl und präzision nachdenken, aber lasst uns das für den moment einfach mal "ein bild besitzen" nennen, ok? -

-, auf dem du mich (.. ja, ich weiß schon), auf dem du "mich" also so ansiehst, als wäre es jedes mal ein anderer anlass. meine synapsen verknoten sich beim ansehen deiner augen in richtung von kurzgeschichten, denke ich manchmal, wenn ich nicht schon beim betrachten genug mit denken und ansehen beschäftigt wäre und da noch kognitiv raum zur analyse frei wäre. jedes mal, jedenfalls, lese ich etwas anderes aus deinem blick heraus, etwas neues, als wäre ich eine instagram-story, die sich abspielt, mit dieser mischung aus scham und stolz, die man in meinem alter beim posten eben noch so hat und nie los werden wird, und als würde ich indiskret dir dabei zusehen, wie du dein "seen by" hinterlässt. (auch eine dieser gewöhnungsbedürftigen seltsamkeiten der technisch reproduzierbaren welt übrigens, und wertfrei gemeint, jener ganze aspekt: diskretion & zwischenmenschlichkeit im zeitalter der moderne.)

mal sehe ich bei dir interesse, mal neugierde, mal genervtheit, meistens viel mehr und vielschichtigere mischung aus all denen und noch 17 anderen gefühlen oder sogar bedürfnissen. mal guckst du mich irritiert an, mal gelangweilt, manchmal als würdest du platzen vor bock und lust auf mich oder auf irgendeinen aspekt von mir oder der welt oder jemandem, aber meistens auf mich, schließlich betrachte gerade ich deine augen und nicht jemand. mittlerweile krame ich schon aus neugierde dieses bild von dir heraus um mich überraschen zu lassen, wie du mich diesmal ansiehst, und um daraus dann - man kann ja nicht aus seiner haut - deutungen über meinen zustand, meine laune, mein interesse und meine genervtheit, meine lust und spannung oder eben meine bedürfnisse anzustellen, als seist du ein, mein indikator. mal betrachte ich das bild beim aufwachen, mal beim einkaufen, mal konzentriert und mal beiläufig, mal abschweifend und mal analytisch, mal romantisch und mal weniger romantisch, aber nie weniger erkenntnisstiftend.

ich "besitze" noch andere bilder von dir. bei diesem hier fühle ich mich jedes mal ertappt, als würde ich es, dich, "benutzen", wenn ich es, dich, betrachte. aber ich vermute, das wüsstest du nicht nur korrekt zu interpretieren, nämlich mit diesem meinen text im hinterkopf, den du dazu noch nicht mal gelesen haben müsstest, sondern es würde dir von vornherein sehr gefallen, wie es dir ja immer gefallen hat, wie ich denke, und diesmal dann eben über dich und deine augen. ich "besitze" noch andere bilder von dir, die ich auch gern ansehe, weil ich dich gern ansehe (- schließlich hast du sie nicht mehr alle genau wie ich), aber nur bei diesem hier stell’ ich überlegungen an, in denen es um rekursion geht und um vorstellungskraft, meta, in denen es um geheimnisse geht und um potential, um sex und schokolade und schnaps.

wenn ich gelegentlich, sicherheitshalber, nachsehe, ob meine backups ordentlich funktionieren, schau’ ich auch immer explizit nach diesem bild. und komme mir albern dabei vor. mission accomplished, hast ja recht.

(wenn du dich beim lesen gerade fragst, ob du gemeint bist, dann bist du’s.)

it’s just a date

"it’s just a date" sagen viele, und ich auch, oft, in angelegenheiten wie weihnachten und geburtstagen, um auf die .. arbitrarität, is that a word?, hinzuweisen, also eigentlich darauf, dass der weltlauf sich eben nicht (wie) mit einer fernsehzeitschrift (remember, fernsehzeitschriften?) vorplanen lässt. und wahrscheinlich ist das ja gerade das tragische an zwanzigzwanzig: weil in all dem "aufatmen" jetzt derzeit, hashtag fuck 2020, natürlich (nur) die sehnsucht drinsteckt, das mantra geradezu, sich und alle loszureißen, wegzueisen, fortzusprengen von/aus dem so wahrgenommenen scheißjahr. das nämlich, plot twist, leider kein "scheißjahr" ist, denn dann würden sich die dinge ja wie bei einer fernsehzeitung .. naja, you get the drift. it’s just a date, und der 1. januar wird wahrscheinlich dem 31. dezember ziemlich ähneln.

(zumal, schreit der klugscheißer aus dem off, zumal also veränderungen in der natur ja auch in der regel analog -nie digital- ablaufen, also stetig, nicht sprunghaft, wie es mir klugscheißer die sendung mit der maus irgendwann mal erklärte. plötzlichkeit ist eingebildet, oder eben eine sache der auflösung, in dem fall also der mangelnden. womit wir schon wieder beim alkohol, in dem fall also der notwendigkeit, wären. granularität ist halt schon geil.)

aber weil man eben, und mit "man" meine ich wie üblich mich, also ich, weil ICH also eben gewissermaßen auf (als) kalender konditioniert am jahresende zu resümees und ausblicken neige, die ich auch im juli anstellen könnte, aber im juli hat man (also: ich) vor lauter alkohol (ohne notwendigkeit) und knutschen (mit notwendigkeit) in der regel ja besseres zu tun als sich köpfe zu machen, -- weil man/ich also "zwischen" den "jahren" sich das so antrainiert hatte, sei’s drum: was also war das jetzt gerade (und ist und wird noch sein), dieses sogenanntwerdenwollende jahr, mal abgesehen von all dem richtig und angemessen festgestellten von bernd ulrich auf zeit.de, das hier mal irgendjemand vom papierabonnementszwang befreit abgelegt hat?

"im blick zurück entstehen die dinge", wa?
(okay, mark manson formuliert das schöner als tocotronic.)

well:

~ aus flanieren wurde spazieren wurde rumlaufen wurde wandern, aus nonlinearität wurden podcasts, und aus der einen parteimitgliedschaft wurde eine andere, aus sorgen wurden probleme wurden selbsterkenntnisse. okay, soweit alles im erwarteten rahmen ("meinten sie 'framing'?"). aber sonst? vor allem auffe fragen: homeoffice, überhaupt office, work, job, hallo, huch? was die exponentialfunktion von kontrollverlust, und noch wichtiger: welche der einmalmasken sehen am geilsten (also schwärzesten und techwearesksten) aus, welche china-dropshipping-fantasy-brand (BRÄND) liefert am schnellsten und dann am besten auch nicht schrott?

~ wie lächelt man nur mit den augen (jemanden an), und was sagt ein crush aus, den man auf jemanden hat, den/die man nur mundnasenbeschützt kennt? überhaupt, so meta, das ganze meta: was an der wahrnehmung (an der eigenen, und an der der welt) in diesem jahr sagt dann worüber etwas aus, wenn überhaupt?, noch bevor man sich dem inhalt der wahrnehmung zuwendet? aber genug zeit um sich in solchen denkschleifen zu verfangen: die hatte man ja. also ich. fear of missing out mit einem schuss neid auf sorglosigkeit, immerhin das war wie zu anderen zeiten, und von sommer zu shutdown nur mal mehr und mal weniger mit den jeweiligen zutaten anteilig.

~ viel musik, wenig konzerte. viel wein, wenig menschen. viel affekt und übersprungshandlung, wenig gänsehaut und euphorie. zum ersten mal über fragen der sorte "wie hätte x reagiert, wenn sie dieses jahr noch mitbekommen hätte?" nachgedacht, und noch nicht mal über die dazugehörigen antworten, zumal x verschiedene werte annehmen konnte. viel absicht, wenig eierei: babysteps in beiden richtungen. viel klarer die eigenen ideale, auf einmal, - und viel unklarer dafür die projektplanung, in der man sich immer wieder verheddert, wenn man nicht zugeben möchte dass sie eigentlich ein plural, ach was, mehrere pluräle, ist, also sind. exponentialfunktion, remember?

~ werte, moral, welt und zweck 2020: coolness (nicht die dargestellte, sondern die lässige). empathie, nettsein, being kind, being excellent in verdammtnochmal JEDEM bereich, auch bitte bald in denen, wo’s bislang noch nicht klappt. [wie man sich eben auch immer noch bei doofen maskulinformulierungen ertappt, obwohl man EIGENTLICH, und wie man sich eben auch immer mit wut und anmaßung ertappt, obwohl man EIGENTLICH (sprecher geht murmelnd von der bühne ab). und wie genau das eben auch in (allen) anderen bereichen passiert, in denen man EIGENTLICH besser sein sollte, möchte, will, wird. ganz egal ob klima oder rassismus, ob politik oder zwischenmenschlicher umgang.] aber immerhin: klarheit in der richtung. eben. yin/yang im praktikum, auch eine art von ambiguitätstoleranz.

~ normal people / another round / mein ende, dein anfang / shithouse. (does anyone see a pattern here?)

am beeindruckendsten auf den letzten metern dann doch wieder nichtexklusivitätsgedanken (im von mir sonst verschmähten krautreporter), die hier mal irgendjemand von der paywall befreit abgelegt hat.

nach dem lesen am besten noch mal und dann noch mal (also: lesen), und danach ein bisschen hin-/her-reflektieren (so meta!) über freundschaften, porösität (von zwischenmenschlichkeit), nähe und verbundenheit, being open und being nichtexklusiv in allen möglichen bereichen. naja, und über orgasmen. immer über orgasmen. auch eine form der zwischenmenschlichkeit, so oder so.

bald gibt’s impfungen, hab’ ich mir sagen lassen. but it’s just a date.

als damals alle maß nahmen

dass ich beim lesen des "infektionsschutzverordnungs-updates vom 2.11." innehalte und am ende für eine halbe sekunde tatsächlich darüber nachdenke, ob der letzte satz des dokuments als weiterer/neuer punkt der anordnungen inhaltlich zu lesen ist, und mir in der zweiten sekundehälfte dann gänzlich unkokettierend klar wird, dass das eigentlich schlimme daran eher ist, dass das nicht mal vollständig ausschließbar ist --

ich hoffe sehr, da ein katersymptom des gestrigen abends herauszudeuten und noch keinen beginnenden corona-lagerkoller-aussetzer.

"Folgen Sie den Social-Media-Kanälen des Regierenden Bürgermeisters auf Twitter, Facebook, Instagram und Youtube!"

halbfest/bergzeit

"so einer biste jetzt also offenbar" denke ich mir manchmal, und im gleichen atemzug (im gleichen synapsenzuck) dann "du redest mit dir im kopf jetzt also in der zweiten person singular?", und dann verheddere ich mich -noch bevor ich mir antworten kann, immerhin- in einer meta-rekursion und zwinge mich fix zum zähneputzen oder knie-anfassen oder dergleichen um da auszubrechen. wie man das eben so macht bei drohendem kontrollverlust.

aber offenbar BIN ich jetzt also so einer, bergfest ahoi, der sich lebenserwartungen in zahlen ausrechnen lässt und sich am kognitiven horizont langsam mal ’ne bucket list zusammenspinnt. außerdem einer, der sich wanderschuhe zulegt (immerhin welche, die nicht nach wanderschuhen aussehen, also nicht nach dem, was man (lies: ich) am subtext des begriffs "wanderschuh" verabscheut, kurz: politisch eher wannabe-techwear als jackwolfskin, und, ja, schuhe können selbstverständlich politisch sein, aber ich schweife ab) und der ein sehr korrektes stammcafé im kiez hat und der sich angenehm oft mal pragmatisch vorkommt im umgang mit der welt und sich selbst. offenbar bin ich jetzt so einer, der von roger willemsen und luisa neubauer und epiktet beeindruckt ist und das ganz problemlos mit der subkulturellen punksozialisation (innerlich, nicht äußerlich! - mindset acab, familiär fdp) vereinbaren kann.

offenbar bin ich immerhin auch einer, der neugierde und verknallen und glück kann. aber auch einer mit 1.5dpt auf beiden seiten, mit unregelmäßigen und für meinen geschmack zu häufigen panikattacken, mit guten vorsätzen und zu wenig echten sorgen, einer, dem’s halt offensichtlich so gut geht, dass das unterbewusste sich die probleme selbst zimmert. offenbar bin ich jetzt so einer, der sich wöchentlich eine strategie (na gut, zugegebenermaßen: erst mal nur eine taktik, oder vielleicht auch nur einen groben plan) beibringen lassen will mit sich umzugehen, wenn sich der oben genannte pragmatismus als fassade entpuppt. womit wir wieder bei den guten vorsätzen wären und haarscharf an einer anderen art von rekursion vorbeischrammen.

offenbar bin ich einer, sich dinge halt auch schönredet (und das immerhin aber noch bemerkt), und offenbar bin ich so einer geworden, dessen texte im blog (was war das noch gleich?) so kryptisch selbstbezogen mitleidig klingen, dass er (oho, dritte person jetzt also?) die semantik in zwei tagen selbst nicht mehr versteht.

andererseits: muss ja, because, what else is the point, wa?

ich möchte teil einer waldgang sein

im august gab es diesen moment, in dem ich "oha, letzter eintrag hier nye 2019?" bemerkt hatte und dann kurz die eigene konsequenz abwägen wollte: welches jahr, wenn nicht 2020, würde sich besser für missachtung eignen als dieses?, aber wem sag’ ich das, und in unabsichtlicher konsequenz bin ich beim nachdenken darüber erst mal verrückt geworden und hab’ hier weiterhin nicht geliefert. aber hilft ja auch nix, so oder so, und - again - wem sag’ ich das, also kurze bestandsaufnahme für die nachwelt: denn (dramatische pause) ..

.. denn wenn einem der weltgeist so rather suddenly den boden unter den füßen wegzieht, also kognitiv, und mit boden meine ich sowohl den tagsüber-lebensinhalt in der veranstaltungsbranche als auch zwangsläufig den abendlich/nächtlichen mit ehemals "so viel besuchten konzerten wie nur möglich", ganz zu schweigen von der panikstörung im angesicht einer pandemie, wenn der weltgeist also ab mitte märz beschließt, dass das so jetzt ALLES nicht mehr passiert, basta, braucht’s ausgleichshandlungen, neue wahrnehmungen, notwehr gegen die gänsehaut im hirn. und zeitvertreib ist ja (binsenweisheit) auch ganz gut geeignet zur reinen ablenkung, also als kontrollmechanismus gegen den leerlauf, der halt nie was gutes ist. und wer jetzt optional an alkohol und drogen denkt, hat immerhin teilweise recht.

da ich aber leider ticke, wie ich nun mal ticke, also auch in nichtkrisenzeiten zu flucht und solipsismus neige: hiking is the shit, also gewissermaßen wandern, aber wir nennen es nicht "wandern", denn das wäre funktionskleidung und rucksack und papierkarten und grüßgottgezwinker und mehrtagestouren. mein hiking-fork ist eher eine art spazierengehen für einzelkinder, also eines, das wir flanieren mit beilage nennen, weil wir wannabe-meta klingen möchten auch in unseren "hobbies". pff, hobbies. jedenfalls ist hiking the shit, und ich wundere mich auch jetzt, monate später, noch über die eigene verschrobenh- & schrulligk-eit, die in dieser erkenntnis mitschwingt. aber sei’s drum. irgendwann ist man halt auch wirklich mitte vierzig und nicht nur rechnerisch.

das, was also hilft, gegen kopf und welt und zustand, gegen leerlauf und dementsprechend wahn: ursprünglich ist’s die flucht vor der decke, die auf den kopf zu fallen droht, raus ins umland, einatmen, ausatmen, dabei immer einen fuß vor den anderen. und bei den ersten paar malen kommt man sich tatsächlich wie so ein ironischer nachwuchs-ernst-jünger vor, auch wenn der wald nur die karower teiche sind, aber: it does have a weirdly calming effect, und wer behauptet, dass das nicht politisch ist?, und zack ist man halbprofessioneller spazierengeher, dem flanör ist nichts zu sehr, - auch dank komoot, einer app, die den ganzen nerd-aspekt daran sehr unterstützt.

(weil man ja, und ich greife einem eventuellen nerdnacht-vortrag vor, praktisch alles im leben, also im kopf, in eine "nerd-struktur" bekommt, allein schon indem man es in diese art zu denken und zu deuten presst und in listen organisiert, was bei manchen menschen, also mir, ganz automatisch passiert, egal ob’s aktienkurse oder ernährung oder wandern ist. sind? ist. generell hilft es jedenfalls sehr, sich (also: mich) einer sache in einer form zu nähern, die tabellarisch, hierarchisch, gegliedert, endlich, also irgendwas ist, um die obsession daran geregelt zu kriegen. aber dazu vielleicht wirklich mal mehr in einer nerdnacht, sollte es die jemals wieder live geben.)

//

exkurs also: komoot.

.. hat drei große teile: die datenbank bzw. den streckenkatalog, den routenplaner, und das tracking (oxford-comma-gänsehaut, yes!). die datenbank besteht, was hiking angeht, aus inspiration im weitesten sinne, von "kommerziellen kuratoren" ("s-bahn berlin empfiehlt ausflusgziele") bis zu crowdsourced gegenden ("121 user empfehlen die gaststätte am miefigen teich"). als ausgangspunkt nicht doof. dann mit dem routenplaner eine solche vorlage oder ein ganz nacktes openstreetmap-template bearbeiten, egal, aber sehr gut zur strecken-/zeit-/coolness-abschätzung. und weil man sich in der streckenplanung auch schon pre-verlieren kann, logo. und dann das eigentliche tracking, auch hier wieder wahlweise mit oder ohne geplante route als "vorlage", zwecks aufzeichnung und protokollierung der gelaufenen strecke.

heißt zwar nur, dass man hinterher schön aufgezeichnet hat, wann und wo und wie lang mit welchen fotos man unterwegs war, und sogar der community-aspekt (freundeslisten und kommentare, außerdem irgendwelche badges) ist für mich vernachlässigbar klein, aber das selbstschulterklopfen nach ein paar monaten .. nein, noch mal anders: da ich ticke, wie ich ticke, ist meine art mich dieser sache zu nähern, eine eher pragmatische - "das auto bei punkt a parken, aussteigen, kopfhörer aufsetzen, loslaufen, um den see herum bis ich wieder beim auto bin, fertig, wieder ein halber tag geschafft und dabei nicht von einem virus oder flugzeugabsturz oder atomkrieg in die knie zwingen lassen, check". und da ich weiterhin ticke, wie ich ticke, staune ich -ungelogen- nach, jetzt, ein paar monaten des flanierens an brandenburger seen, über die absoluten werte bei den gelaufenen kilometern bzw. schritten und zeiten.

//

zugegeben, hätte ich nicht zufällig ein auto, von dem ich die letzten 12 jahre behauptet habe, dass ich es GERADE IN BERLIN!1111 natürlich nicht benötige, aber, ey, sitzheizung im winter ist schon geil und was willste machen wenn’s regnet?, also hätte ich nicht zufällig dieses privileg (..) mich morgens easy mal nach rüdersdorf oder ins briesetal fahren zu können ohne nennenswerte verrenkungen - mein pandemiezeitvertreib wäre tischtennis oder chemie oder masturbieren oder yoga geworden. so aber und weil die welt tickt, wie sie tickt, hab’ ich dinge gesehen, die ich (zwar ein paar stunden später auch wieder vergessen habe, aber) sonst nicht gesehen hätte. auch wenn ich nicht behaupten kann, ich wäre nicht doch lieber jeden abend auf konzerte gegangen. aber die pandemie bekämpft man ja auch nicht durch frust.

zurück zum thema: beim laufen also, beim planlosen flüchten vor den gedanken und der welt, faselt das hirn manchmal auch irgendwas von der fiktionalität des faktischen (und im gleichen atemzug lol werd erwachsen du spinner und im nochgleicheren atemzug ey das heißt lmao nicht lol) und ich bin mir von der einen auf die andere sekunde nicht mehr sicher, ob ich gerade falsch abbiege oder schon falsch abgebogen bin, und ob ich, wenn ich mir nur diese beiden optionen gebe, noch von falsch sprechen kann, also darf. hirn und herz und restkörper schweifen ab, auch da wieder die parallele zu alkohol und drogen, 5 kilometer die müggelspree entlang und nichts davon mitbekommen weil kopf?, so that’s that. aber immerhin: that’s that. und it could be worse. weil eben auch bei, also gegen, solchen quatsch im kopf hilft laufen, gehen, spazieren, wandern, und tatsächlich auch masturbieren: gegen zu viel meta, im kopf und herz. das verstehst du auch mal, wenn du groß bist, mein junge. aber es ist was gutes, trust me.

(next step: eine liste aller naturschutzgebiete, touristischer unterrichtungstafeln, seen, .. besorgen und der reihe nach abhaken. okay, 2021 vielleicht.)

am 13. märz hab’ ich zum letzten mal einen anderen menschen berührt und am 8. märz war ich zum letzten mal auf einem event, den man guten gewissens als konzert bezeichnen konnte.

brussels sprouts mandela effect

okay, zwanzigneunzehn also, ungerade, was ja in der regel ein gutes zeichen ist, wenn man hinterher überhaupt von "zeichen" spricht, oder überhaupt, wo das doch so horoskopig-esoterisch klingt, als hätte eine jahreszahl einen einfluss auf den lauf der dinge - die sache mit der sonnenumrundung als regelmäßigen resümee-anlass kann man aber evtl gelten lassen, struktur(ierung) hilft ja tatsächlich beim deuten und einordnen von allem, selbst dem selbst, und die notwendigkeit dessen bzw. deren fabuliert man sich einfach per tradition zurecht, und damit der erste satz schön lang wird. was wollte ich damit sagen? wieder ein "jahr" geschafft, - demnächst beginnt dann auch die "noch"- statt "schon"-zählung. heute jedoch nicht, steht auf der dhl-abholkarte.

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vielleicht entfällt jetzt bald auch endlich mal die notwendigkeit bzw der drang des interpretierenmüssens von allem, schon aus der ahnung heraus, dass das sonst zu hart in richtung genau jener oben genannten art von esoterik steuert, die man (lies: ich) normalerweise verabscheut oder immerhin be- und aus-lacht, will sagen: vielleicht sich mal ein bisschen zusammenreißen in sachen erkenntnis- und deutungsdrang, wie wär’s, frank, so in zukunft? realizing worauf man steht bei anderen menschen und in ein-, zwei-, drei-, viersamkeit (und worauf explizit nicht), das lernen und das meta-lernen (kapieren, was man eigentlich lernen will), was man eben so "persönlich" nimmt aus der unhinterfragten erziehung heraus - vielleicht hat das ja (metameta, i kid you not, bzw. knot) gar nicht so viel zu bedeuten wie erhofft.

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oder meinetwegen noch konkreter: dass der gehörschutz bald nicht mehr richtig passt, heißt ja vielleicht nur, dass man mal einen neuen braucht, und nicht gleich dass der zerfall einsetzt, der körperliche. dass man von der einen zur anderen lieblingsdroge wechselt (pharmakologisch wie auch psychosozial, klar), hat ja vielleicht auch nur abwechslung als grund und nicht gleich tiefendeutung zum weltzustand. dass man sich okayer vorkommt als noch vor einem jahr, obwohl man öfter zum zahn- & hirnarzt muss, ist ja vielleicht keine totale dissonanz im denken, sondern nur zufall. dergleichen. aber: auch das ist dann ja wieder ’ne deutung, mit erkenntnis in der fußnote. fuck rekursion.

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2020 also, abteilung vorsätze: (noch) egaler werden, mit gelegentlichem toe-dipping in zynismus, aber ohne kippen. (noch) weniger exklusivität in allen denk- und undenkbaren bereichen (von zeitplanung bis sex, von gewöhnung bis geschmack, von farben bis genres, von psycho bis sozio). mal ausprobieren ob’s klappt, schon vorher besser absehen zu können ob mir irgendwas gut tut oder nicht. egoistischer werden, wenn nötig, empathischer, wenn möglich, also tatsächlich im idealfall beides. mehr metal, weniger techno. mehr hier, weniger dort. mehr weg, weniger fort. mehr drogen, weniger schnaps. mehr weird, weniger kalkül. mehr struktur, weniger bedenken.

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see you on the other side.