wrestling-stars, erstarrt in ehrfurcht!

wir schlagen euch heute auf den magen
euch jagen wir einen schrecken ein
wir bleiben euch im gedächtnis
ihr versteht gleich nur bahnhof
ihr fünf - setzen, sechs
wir schlagen euch fünf mit einer klappe
ihr bekommt graue haare
wir gehen euch durch mark und bein
wir spielen ohne limit
wir spielen mit profil

[die begrüßungsritualshoutings der zwo mal fünf teilnehmer im gestrigen familienduell (teilweise in exzessivem applaus untergangen und von debilem gewinke begleitet).]

alpträume

nie wieder werde ich gundula gause im heute-journal sehen können, ohne an das peinliche getanze mit wolf lojewski aus dessen abschiedssendung denken zu müssen. danke, zdf. brrr.

"wofür? spiegelabnutzung?"

die klodamen und -herren, die vor den einkaufstempel-klos stehen, fein rausgeputzt, neben dem untertellerchen mit dem kleingeld, den kunden artig guten tag und auf wiedersehen wünschend - die einen so demonstrativ nichtgrüßen, wenn man die unverschämtheit besitzt, beim verlassen des etablissements kein geld dazulassen, weil man sich vielleicht nur die hände gewaschen und die primäreinrichtung überhaupt nicht genutzt hat.

das jbk-syndrom

manchmal tu' ich ja sogar das, was ärzte mir sagen - oder halt diejenigen, die immer alles besser wissen, und manchmal sogar noch recht damit haben. "viel trinken", in diesem fall. klappt auch, geht mir gleich ganz total toll viel mehr besser, nur schlafe ich seitdem kaum noch, weil ich nachts ungefähr dreimal stündlich aufwache und pissen gehen muß. "du siehst so unausgeschlafen aus!?" - und "aber dafür huste ich nicht mehr!" reicht ja doch den wenigsten leuten als antwort. da schiebt man dann doch wieder andere gründe vor, hauptsache man hat seine ruhe und muß nicht mehr mit den ganzen deppen reden, nicht mehr als unbedingt notwendig, mit den ganzen "ich mein's doch nur gut"-nervensägen und denen, die sich aufführen, als wären sie meine tanten persönlich. nicht mal meine tanten verhalten sich so schlimm wie leute, die doch nur "mein bestes" wollen. "aber das geb' ich nicht her", liegt mir dann meistens auf der zunge, wenn ich sowas zu hören bekomme, aber ich sag's nicht, weil das schließlich auch so aus der 80er-sponti-spruch-ecke kommt und hinreichend peinlich wäre. mir jedenfalls. also doch immer nur lächeln und nicken. vielleicht sollte ich einen china-imbiß aufmachen.

irgendwelche schlecht erzogenen synapsen in meinem ..

irgendwelche schlecht erzogenen synapsen in meinem hirn lesen "schöner wie der tod" bei der einblendung auf rtl, aber bevor ich noch "schöner als der tod, ihr deppen!" rufen kann und endlich einen grund, nein, eine ausrede für meine schlechte laune gefunden hätte, lese ich nochmal richtig hin und streiche im kopf das "-er" von "schöner". schade eigentlich. aber wäre ja eh niemand dagewesen, den ich hätte anbrüllen können.

huh corp

"our name will confuse you, but, you have to admit, the logo is pretty cool. (…) our office is really modern and we've got nice computers and stuff. if you ever saw it, you'd say 'wow, cool office. these guys are legit.'"

wunderbare seite! gefunden dort.

soloalbum

ja, nun lese ich also auch bzw also auch ich soloalbum. genau zur richtigen zeit, quasi. andererseits erst nachdem ich den film gesehen habe - der roman im kopfkino also mit nora tschirner und matthias schweighöfer besetzt. aber vielleicht nicht gerade die schlechteste wahl. ihr nehme ich eine katharina ja sogar ab.

"ich weine nochmal. klappt inzwischen auf zuruf. sie sagt: 'armer schatz'. sie will nichts mehr ändern, nichts mehr überlegen, die sache ist gegessen, der fall ist klar, die kuh vom eis, ende der durchsage. sie wartet nicht mal mehr den zug ab, sonst müsse sie auch noch weinen, lautet ihre vorerst mal letzte heuchelei, die vielleicht gemeinste. dann kommt der zug, und ich werfe mich nicht davor, weil ich feige bin."

jedenfalls: gibt ja eh nix mehr dazu zu sagen, was nicht schon irgendwo gesagt, geschrieben oder wenigstens gedacht worden wäre. unspektakulärer inhalt, sehr toller stil, ich mag das ja sowieso, wenn jemand seinen gedanken einfach freien lauf läßt. lassen kann.

in einem büchlein von paul maar, das ich als kind verschlungen habe und das wahrscheinlich gerade bei meinen eltern in einem schrank verstaubt (wobei - eigentlich verstaubt bei meiner mutter im haus nie etwas, oder setzt auch nur staub an), wurde irgendsoein verschrobener onkel von irgendsoeinem anderen seltsamen vogel mit einer recht putzigen erklärung vorgestellt:

"wenn normale leute geschichten erzählten, dann sah das ungefähr folgendermaßen aus:"

erzaehlstil 1, visualisiert

"wenn herr (dings) geschichten erzählte, dann sah das eher so aus:"

erzaehlstil 2, visualisiert

[sinngemäß nachgezeichnet.]

schon damals fand ich das zweite bild viel spannender als das erste, und fragte mich (nein, ich fragte mich eigentlich nicht, dann ich war ja ein schlaues kerlchen und wußte natürlich, was mir "der autor" damit sagen wollte - aber ich fand das eben ziemlich doof, und das wiederum legitim), was menschen an der oberen erzählweise so toll fanden. (fänden? egal.)

wo war ich gerade? ja, eben - soloalbum. tolles buch. wirklich. muß ich dann eben doch mal zugeben, nachdem ich immer so gegen "popliteratur" (mag da nicht mal jemand eine neue bezeichnung erfinden?) gewettert hatte.

"ich verhalte mich, wie sich ein verliebter, verlassener idiot eben verhält: ich schreibe ihr einen brief, sechs seiten, sieben seiten, dann höre ich auf zu zählen. dann nehme ich ihr eine kassette auf. seite eins: alte hits, die niemanden - und sie schon gar nicht! - unberührt lassen können. seite zwei: neue hits, die zeigen: es geht weiter, er bleibt nicht stehen, du hast einen modernen freund, also: exfreund, aber das wird schon wieder. auch eine art, den abend rumzukriegen. immerhin bin ich am nächsten tag vernünftig genug, dieses neuerliche unterwandern aller noch verbliebenen stolzbarrieren nicht abzuschicken."

eben.