brussels sprouts mandela effect

okay, zwanzigneunzehn also, ungerade, was ja in der regel ein gutes zeichen ist, wenn man hinterher überhaupt von "zeichen" spricht, oder überhaupt, wo das doch so horoskopig-esoterisch klingt, als hätte eine jahreszahl einen einfluss auf den lauf der dinge - die sache mit der sonnenumrundung als regelmäßigen resümee-anlass kann man aber evtl gelten lassen, struktur(ierung) hilft ja tatsächlich beim deuten und einordnen von allem, selbst dem selbst, und die notwendigkeit dessen bzw. deren fabuliert man sich einfach per tradition zurecht, und damit der erste satz schön lang wird. was wollte ich damit sagen? wieder ein "jahr" geschafft, - demnächst beginnt dann auch die "noch"- statt "schon"-zählung. heute jedoch nicht, steht auf der dhl-abholkarte.

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vielleicht entfällt jetzt bald auch endlich mal die notwendigkeit bzw der drang des interpretierenmüssens von allem, schon aus der ahnung heraus, dass das sonst zu hart in richtung genau jener oben genannten art von esoterik steuert, die man (lies: ich) normalerweise verabscheut oder immerhin be- und aus-lacht, will sagen: vielleicht sich mal ein bisschen zusammenreißen in sachen erkenntnis- und deutungsdrang, wie wär’s, frank, so in zukunft? realizing worauf man steht bei anderen menschen und in ein-, zwei-, drei-, viersamkeit (und worauf explizit nicht), das lernen und das meta-lernen (kapieren, was man eigentlich lernen will), was man eben so "persönlich" nimmt aus der unhinterfragten erziehung heraus - vielleicht hat das ja (metameta, i kid you not, bzw. knot) gar nicht so viel zu bedeuten wie erhofft.

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oder meinetwegen noch konkreter: dass der gehörschutz bald nicht mehr richtig passt, heißt ja vielleicht nur, dass man mal einen neuen braucht, und nicht gleich dass der zerfall einsetzt, der körperliche. dass man von der einen zur anderen lieblingsdroge wechselt (pharmakologisch wie auch psychosozial, klar), hat ja vielleicht auch nur abwechslung als grund und nicht gleich tiefendeutung zum weltzustand. dass man sich okayer vorkommt als noch vor einem jahr, obwohl man öfter zum zahn- & hirnarzt muss, ist ja vielleicht keine totale dissonanz im denken, sondern nur zufall. dergleichen. aber: auch das ist dann ja wieder ’ne deutung, mit erkenntnis in der fußnote. fuck rekursion.

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2020 also, abteilung vorsätze: (noch) egaler werden, mit gelegentlichem toe-dipping in zynismus, aber ohne kippen. (noch) weniger exklusivität in allen denk- und undenkbaren bereichen (von zeitplanung bis sex, von gewöhnung bis geschmack, von farben bis genres, von psycho bis sozio). mal ausprobieren ob’s klappt, schon vorher besser absehen zu können ob mir irgendwas gut tut oder nicht. egoistischer werden, wenn nötig, empathischer, wenn möglich, also tatsächlich im idealfall beides. mehr metal, weniger techno. mehr hier, weniger dort. mehr weg, weniger fort. mehr drogen, weniger schnaps. mehr weird, weniger kalkül. mehr struktur, weniger bedenken.

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see you on the other side.

man tänker sitt

es erscheint mir mittlerweile möglich, dass es keine andere musik gibt oder geben wird, ever, die mich mehr -sagenwirmal- kriegt als diese platte hier. in all ihrer zerbrechlich-, also brüchig- und unperfekt-heit des livemitschnitts einerseits (also eher noch in dessen absicht) aber auch darin, wie abgefuckt ausweglos tragisch einem die stücke an die substanz gehen, wie undigital (i mean: menschlich) die ganze zwecklosigkeit klingt. als hätte zynismus bemerkt, dass er gar keine gegenspieler mehr hat.

(und dann auch noch der von mir reininterpretierte subtext, das ding, gerade DAS ding, in einer kirche aufzunehmen, of all the spaces.)

ernst beiseite: hart nah dran an vanessa amaras "both of us / king machine", an "ships will come" von warm graves, an lows "double negative", an einige oiseaux-tempête-sachen. aber halt von oberhalb nah dran.